Ex-Wetzlarer Petar Djordjic im Interview!

DKB Handball-Bundesliga

Rechtshänder fällt gegen seinen ehemaligen Verein verletzt aus.

Von 2008 bis 2010 spielte der gebürtige Serbe, der seine Jugendausbildung in Wallau Massenheim und dem TV Kirchzell genoss, für die HSG Wetzlar. Nicht nur, dass dies seine erste Station im Profi- und Seniorenbereich darstellte, sondern die Tatsache, dass Petar Djordjic gemeinsam mit seinem Vater, dem einstigen Weltklasse Torhüter Zoran Djordjic, 2008 gemeinsam im Trikot der HSG in der Bundesliga auflief – am 02. April gegen die Rhein Neckar Löwen erstmalig - , stellte ein Novum dar. Seit nunmehr zwei Jahren geht der seit vorletzter Woche 22 Jährige für die SG Flensburg Handewitt auf Torejagd. Doch die Freude über das Wiedersehen auf dem Spielfeld wurde jäh zunichte gemacht. Im Rahmen des Super Cups am 21.8. in München gegen den THW Kiel nämlich verletzte sich Djordjic schwer am Knie und musste sich einer Operation unterziehen. Anlässlich der Partie in der Rittal Arena haben wir ihn zu seiner derzeitigen Situation und den sportlichen Zielen befragt.

Petar, zunächst einmal die Frage, wie es Dir geht, was macht das verletzte Knie?
Petar Djordjic:
 Danke, ganz gut soweit, jetzt nach dreieinhalb Wochen nach der OP bin ich mit dem Verlauf sehr zufrieden. Auch die Nachuntersuchung sieht ganz gut ab.

Du bist in der vergangenen Saison immer besser in Fahrt gekommen und viele Kenner meinen, das sei Dein Durchbruch gewesen. Wie sehr wirft Dich diese schlimme Verletzung nun zurück?
Petar Djordjic: 
Ja, das war sehr blöd, aber ich bin ein positiv denkender Mensch und blicke zuversichtlich in die Zukunft. Besonders ärgerlich ist es auch, dass es drei Tage vor Rundenbeginn bei so einem Spiel geschehen ist, aber so ist das, vielleicht sollte es so sein. Nichtsdestotrotz, ich werde alles dran setzen und alles geben, um genauso und besser zurückzukommen.

Wenn du Dich zurück erinnerst an Deine Zeit bei der HSG, was ist dir da so alles in Erinnerung geblieben?
Petar Djordjic: 
Oh, das sind sehr viele Dinge. Ganz besonders natürlich, dass ich hier das erste Mal Bundesliga gespielt habe, Dann das Spiel mit meinem Vater, der ja dann auch Trainer war. Ich denke gerne daran, Volker Mudrow hat mir die Chance und das Vertrauen geschenkt und so sind es ganz viele gute Erinnerungen.

Wie sehr denkst Du, hat Dir die Zeit hier in Wetzlar geholfen, dazu beigetragen, dass es in Flensburg zuletzt so gut geklappt hat?
Petar Djordjic: Als ich mit 17, als ganz junger Spieler selten gespielt habe, da habe ich das nicht so verstanden. Dann kam ich zur SG und es war erst einmal ähnlich. Heute weiß ich schon besser, wie sehr so eine kontinuierliche Entwicklung wichtig ist. Man muss hart und konstant arbeiten, sich immer wieder beweisen. Heute kann ich gut einschätzen, dass ich für einen 18 Jährigen doch schon sehr viele Spielanteile hatte und damit große Erfahrungen sammeln konnte, die mir jetzt natürlich auch helfen.

Was ist unter Lubo Vranjes anders, was hat er gemacht, dass es bei Dir und überhaupt bei der SG zuletzt so super gelaufen ist?
Petar Djordjic: Er ist ein unglaublich guter Trainer. Er weiß genau wie deas Spiel funktioniert und was er macht. Er liest das Spiel und hat es quasi unter seinen Fingernägeln, das hat er ja auch schon als Spieler immer bewiesen und seine großen Erfolge belegen das. Zudem wissen alle Spieler auf dem Platz, wer der Boss ist und respektieren das. Aber auch sein Umgang mit uns ist sehr wertschätzend und respektvoll, das schafft Vertrauen und gibt mir großes Selbstvertrauen.

Verfolgst Du denn regelmäßig die Ereignisse und Ergebnisse der HSG? Bist du überrascht von den bisherigen Ergebnissen?
Petar Djordjic: Ja, natürlich verfolge ich die und deswegen bin ich auch gar nicht überrascht. Wetzlar hat eine sehr gute Mannschaft. Die Neuzugänge mit Micha Müller oder Jens Tiedtke, den ich persönlich gut kenne, das sind absolute Verstärkungen. Aber auch Steffen Fäth, mit dem ich gespielt habe startet gut durch im Moment und das freut mich besonders. Wir stehen in engem Kontakt und ich, geht es ja ähnlich wie mir, er musste auch lange kämpfen und nun läuft es gut. Ich wünsche ihm besonders, dass es so bleibt, denn es freut mich für ihn. 

Wie siehst Du die Entwicklung in Wetzlar und was denkst Du ist von den Grün-Weißen in dieser Saison noch alles zu erwarten?
Petar Djordjic: Das ist schwer zu sagen. Na klar hat die HSG einen Superstart hingelegt und die Spiele waren allesamt sehr gut und die Niederlagen knapp und unglücklich, aber, diese Runde ist noch sehr lang. Keiner weiß, was noch alles passieren kann, wie zum Beispiel bei mir mit der Verletzung, was ich niemandem Wünsche. Wenn es allerdings so weiterläuft, dann traue ich den Wetzlarern sogar einen einstelligen Platz zu, das hätten sie sich verdient. In jedem Fall werden sie besser abschneiden als vergangene Saison.

 

Andreas Klotz