Finalsieg über Füchse Berlin! HSG Wetzlar sichert sich „Heide-Cup“

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen gewinnen internationales Topturnier – Andreas Wolff erneut mit "Klasse-Spiel" - Trainer Kai Wandschneider mit Gesamtauftritt hoch zufrieden und "stolz auf die Mannschaft"

Bei ihrer ersten Teilnahme am stark besetzten "Internationalen Heide-Cup" in Schneverdingen haben sich die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar sensationell den Turniersieg gesichert. Im Finale gewannen die Mittelhessen am Sonntagabend gegen den amtierenden DHB-Pokalsieger Füchse Berlin mit 27:24 (10:10). HSG-Trainer Kai Wandschneider war mit dem Auftritt seiner Mannschaft am Wochenende hoch zufrieden: „Das war ein tolles Wochenende! Die Jungs sind über sich hinaus gewachsen! Ich bin stolz auf die Mannschaft, dass sie dieses Topturnier gewonnen hat!“

Vor 700 Zuschauern fanden die Domstädter, die weiterhin auf die verletzten Jens Tiedtke, Adnan Harmandic und Carlos Prieto verzichten mussten, zunächst aber schwer ins Spiel. Aus dem Rückraum fehlte zunächst etwas die Durchschlagskraft. Steffen Fäth scheiterte mit seinen ersten Versuchen. Nach sechs Minuten stand ein 0:4 auf der Anzeigetafel, was HSG-Coach Wandschneider dazu nötigte, früh die "Grüne Karte" zu legen. Eine Auszeit, die Wetzlar offensichtlich gut tat, denn danach wirkten die Sgrün-Weißen konzentrierter und aggressiver. Dazu zeigte Keeper Andreas Wolff ein ums anderen Mal, was für ein wichtiger Rückhalt er für seine Mannschaft sein kann. 

Über 3:5 (9. Min.) und 7:9 (21.) kamen die Mittelhessen in der 25. Spielminute erstmals zum Ausgleich. Spielmacher Florian Laudt hatte zum 9:9 getroffen. Letztlich gingen beide Teams mit einem durchaus gerechten 10:10-Unentschieden in die Pause. HSG-Neuzugang Guillaume Joli war bis zu diesem Zeitpunkt erfolgreichster Wetzlarer Angreifer (3/2), Andreas Wolff hatte bereits zehn Paraden gegen die gefährlichen Berliner Angreifer zu verzeichnen und war hauptverantwortlich dafür, dass die "Füchse" aus der Hauptstadt in den letzten 24 Minuten der ersten Halbzeit nur sechs Treffer erzielen konnten.

Nach dem Wechsel glückte Wetzlar der bessere Start ins Spiel. In der 32. Minute traf Neuzugang Maximilian Holst (Bild) per Kempatrick zum 12:10. Sechs Minuten später war Tobias Hahn zum 14:12 erfolgreich. Nachdem Nationalspieler Steffen Fäth in der 42. Spielminute krachend zum 16:13 getroffen hatte, nahm Füchse-Coach Dagur Sigurdsson notgedrungen eine Auszeit. Den Wetzlarer Schwung stoppte dies aber zunächst nicht. Erneut war es Fäth, der per „Rückraum-Hammer“ zum 18:15 traf (46.)

Die Schlussviertelstunde war nunmehr angebrochen und man merkte beiden, ersatzgeschwächt angetretenen Teams den Kräfteverschleiß der vergangenen Tage (drei Spiele in drei Tagen) an. In Unterzahl brachte Berlin den siebten Feldspieler, was sich jedoch rächen sollte. Die Füchse verloren den Ball und Kristian Bliznac, der im Wetzlarer Mittelblock erneut prächtig „ackerte“, traf ins leere Tor zum 20:16 für die Mittelhessen (51.).

Als Maximilian Holst in der 57. Minute per Siebenmeter zum 25:22 traf, schien die Partie entschieden. Doch Berlin gab nicht auf und erzielte 90 Sekunden vor Schluss, den 24:25-Anschlusstreffer. Das große Zittern begann beim „Underdog“ aus Wetzlar. Doch dann erlöste Spielmacher Ivano Balic mit seinem Tor zum 26:24 seine Farben – und als Rechtsaußen Tobias Hahn zum 27:24 traf, kannte der Wetzlarer Jubel keine Grenzen mehr.

Wetzlar sicherte sich bei seiner ersten Teilnahme am stark besetzten Heide-Cup den Turniersieg und durfte kurz später verdientermaßen der Siegerpokal in die Höhe Strecken! Zudem wurde Andreas Wolff zum "Torhüter des Turniers" gewählt. Steffen Fäth bekam die Auszeichnung als erfolgreichster Torschütze mit insgesamt 20 Treffern.

Stenogramm HSG Wetzlar: Wolff, Dahl (n.e.); Rompf (1), Holst (3/1), Bliznac (1), Fäth (4), Balic (1), Laudt (2), Klesniks (1), Tönnesen (5), Hahn (2), Joli (3/2), Weber (4), Zörb (n.e.).