Flensburgs Torhüter ziehen der HSG den Zahn

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Wetzlarer laufen im hohen Norden einem schnellen 0:5-Rückstand vergeblich hinterher und verlieren am Ende mit 30:36

Die HSG Wetzlar hat auch im 15. Anlauf bei der SG Flensburg-Handewitt nichts ernten können. Gestern Abend verkaufte sich das Team von Trainer Gennadij Chalepo in der mit 5814 Zuschauern besetzten Campushalle gegen die favorisierte Förderstädter beim 30:36 (15:18) aber ordentlich.

 

"Das war keine Abwehrschlacht", kommentierte Chalepo die torreichen 60 Minuten, die für die Grün-Weißen nicht gut begannen. Steffen Fäth versuchte sich nach Flensburgs Führungstor durch Lasse Svan Hansen als erster vergeblich gegen SG-Keeper Mattias Andersson. Der "Fahrkarte" des jungen Rückraumspielers folgten vier weitere Versuche von Daniel Valo, Peter Jungwirth, Giorgos Chalkidis sowie erneut Fäth - allesamt wurden sie eine Beute des Tausendsassas im Kasten der Gastgeber. Andersson schien die Anwesenheit der schwedischen Nationaltrainer Staffan Olsson und Ola Lindgren so zu beflügeln, dass der ehemalige Großwallstädter am Ende der Partie sogar 22 Paraden auf seinem persönlichen Konto verbuchte.

Chalepo versuchte analog zur knapp gescheiterten Aufholjagd vor zwei Wochen in Berlin erneut, seine Mannen in einer Auszeit in die Spur zu bringen. Und tatsächlich fand der gebürtige Weißrusse die passenden Worte, um für Wetzlarer Aufwind zu sorgen. Nachdem Chalkidis (7.) mit dem 1:5 den Bann gebrochen hatte, entwickelte sich ein munteres Scheibenschießen. Beim 9:3 (11.) durch den überragenden Holger Glandorf war der Meister von 2004 enteilt, die HSG nach Lars Friedrichs Tor zum 10:12 (19.) wieder dran.

Daniel Valo muss früh raus

Zu diesem Zeitpunkt saß Daniel Valo bereits mit brummendem Schädel auf der Bank. Nach einem Zusammenprall mit Michael V. Knudsen musste der Slowake in Diensten der Gäste ab der elften Minute passen und wurde am späten Abend noch in einem Flensburger Krankenhaus näher untersucht, konnte aber die Heimreise nach Mittelhessen trotz einer Gehirnerschütterung mit der Mannschaft antreten. "Daniel hat uns auf dem Feld gefehlt", stellte Chalepo später fest. Zumal ihm im Rückraum auch die Impulse von Timo Salzer fehlten, der schwach begann und nach sechs Minuten durch Alois Mraz als Spielgestalter ersetzt wurde. Gefallen konnte dagegen Philipp Müller, der das Duell mit dem ehemaligen Wetzlarer Lars Kaufmann auf der Gegenseite für sich entschied, sowie Kari Kristjan Kristjansson und Chalkidis, die am Kreis zusammen elf Mal trafen.

Eingestehen musste der Wetzlarer Coach allerdings auch, dass seine beiden Torhüter gestern Abend deutlich im Schatten des gegnerischen Keeper-Duos standen. Während Nikolai Weber und Nikola Marinovic zusammen gerade Mal elf Bälle parierten, hatte Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes ein Luxusproblem. Andersson machte fast immer dann Platz für Kollege Sören Rasmussen, wenn die HSG an die Siebenmeterlinie ging. Die Nummer 16 der Gastgeber entschärfte sechs Strafwürfe und trug maßgeblich dazu bei, dass der Vorsprung des Favoriten nie richtig zusammenschmolz, am knappsten war es beim 23:20 (40.). Mit vier Toren in den letzten acht Minuten setzte dann auch noch Ex-HSG-Spieler Petar Djordjic ein Ausrufezeichen, während die Wetzlarer trotz guter Leistung erneut einen Haken ohne Punkte an die Reise nach Flensburg machen mussten.

Flensburg-Handewitt: Andersson, Rasmussen - Bastian, Karlsson, Eggert (8/6), Glandorf (10), Mogensen (4), Svan Hansen (2), Voigt, Djordjic (5), Mocsai, Heinl, Kaufmann (2), Knudsen (5)

Wetzlar: Weber, Marinovic - Schmidt (2), Salzer, Valo, Jungwirth (2), Mraz (2), Müller (6), Chalkidis (4), Fäth, Hahn (1), Harmandic, Friedrich (6), Kristjansson (7)

Schiedsrichter: Baumgart/ Wild (Altenheim/Elgersweier)
Zuschauer: 5814
Zeitstrafen: Flensburg-Handewitt sechs (Karlsson, Glandorf, Djordjic, Heinl, Knudsen zwei), Wetzlar drei (Salzer, Müller zwei)
verworfene Siebenmeter: Schmidt (Wetzlar) scheitert an Andersson (5.), Friedrich (Wetzlar) scheitert zwei Mal an Rasmussen (27., 42.), Harmandic (Wetzlar) wirft am Tor vorbei (46.), Kristjansson (Wetzlar) scheitert an Rasmussen (48.), Mraz (Wetzlar) scheitert an Rasmussen (51.)

(vs/red)