Freude in Wetzlar über ersten Sieg in Hamburg seit zehn Jahren!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen gewinnen dank geschlossener Mannschaftsleistung mit 31:27 gegen HSV Handball – Taktische Maßnahme von Wandschneider „Schlüssel zum Erfolg“

Groß war die Freude der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar und den mitgereisten Fans nach dem hart umkämpften 31:27-Auswärtserfolg am Samstagnachmittag beim HSV Handball. Damit beendeten die Grün-Weißen eine knapp zehnjährige Niederlagenserie bei den Hanseaten. Den letzten Sieg beim HSV hatten die Mittelhessen Ende Dezember 2004 feiern können. Damals gelang ein 24:22-Erfolg in der Arena am Volkspark. Dazwischen gab es im Jahr 2007 gerade noch ein 33:33-Unentschieden an der Elbe. 

„Jede Serie geht einmal zu Ende und wir sind froh und stolz, dass wir hier heute gewinnen konnten“, so HSG-Coach Kai Wandschneider nach der Partie. Für Geschäftsführer Björn Seipp hatte der Coach Mitte der zweiten Halbzeit den „entscheidenden Schachzug zum am Ende verdienten Auswärtssieg“ gemacht. „Als wir etwa eine Viertelstunde vor Schluss mit drei Toren zurückgelegen haben, hat Kai in einer Auszeit auf eine offensive 3:3- bzw. 4:2-Deckung umgestellt. Damit hatten die HSV-Angreifer, die derzeit verständlicherweise nicht über allzu viel Selbstvertrauen verfügen, große Probleme! Diese taktische Maßnahme war der ‚Schlüssel zum Erfolg’! Dafür gebührt unserem Coach ein Kompliment und den Spielern ein großes Lob, denn sie haben diese Abwehrvariante toll umgesetzt.“ Nach der angesprochenen Auszeit (44. Spielminute) gelangen dem HSV gerade einmal noch fünf Treffer.

„Unsere Mannschaft hat einmal mehr eine tolle Moral gezeigt, eindrucksvoll gekämpft und nie aufgegeben“, so Wandschneider, der keinen Spieler aus dem Kollektiv herausheben wollte. „Wir wussten, dass wir hier in Hamburg eine große Chance haben, wenn wir die Partie lange ausgeglichen halten können. Das ist uns gelungen und ebenso, dass der Gegner von Minuten zu Minute mehr ins Nachdenken gekommen ist. Ich bin stolz auf die Jungs!“

Unter der Regie eines grandios aufgelegten Spielmachers Ivano Balic und ohne Nationalspieler Steffen Fäth (Bänderriss im Fuß) sowie Maximilian Holst (Kreuzbandriss) konnten die Gäste aus Mittelhessen somit einen Drei-Tore-Erfolg in der O2 World feiern und die Pluspunkte fünf und sechs feiern. Mit 6:4-Punkten stehen die Grün-Weißen somit auf Platz sechs der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga.

„Nachdem wir uns in den Partie zuvor gegen Göppingen und Kiel die Chancen auf einen Sieg zum Teil selbst genommen haben, bin ich froh, dass sich die Mannschaft in Hamburg für ihr couragiertes Auftreten belohnt hat“, so Björn Seipp. „Wir haben weniger unnötige Fehler gemacht und sind mit dem Sieg in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Tabellenplatz sechs ist schön, doch das ist nur eine Momentaufnahme. Wichtiger sind die Punkte, die uns auf dem Weg, unser Saisonziel zu erreichen, keiner mehr nehmen kann!" 

Ebenso schön, wie den Auswärtssieg in der Hansestadt fand der 40jährige, dass mit Jens Tiedtke und Adnan Harmandic zwei wichtige HSG-Akteure ihr „Comeback“ auf dem Spielfeld feiern konnten. „Für Jens war es einfach schön und wichtig, wieder dabei sein zu können und Bundesliga-Luft zu schnuppern. Er ist unser Kapitän, ein erfahrener Führungsspieler, der sicher schon bald wieder an seine tolle Form der Vorsaison anknüpfen wird. Adnan hat in der zweiten Halbzeit bereits wieder wichtige Akzente setzen können. Noch brauchen aber beide Spieler etwas Zeit, denn gesund ist nicht gleich hundertprozentig fit. Es war aber toll zu sehen, dass sie wieder im Trikot auf der Platte gestanden haben!“

Nunmehr steht für alle Bundesligisten die knapp zweiwöchige Ligapause wegen der DHB-Länderspiele gegen die Schweiz an. „Zeit für uns die Akkus aufzuladen und im Training weiter hart an Problemen und Lösungen zu arbeiten“, so Kai Wandschneider, der seiner Mannschaft bis Dienstag frei gegeben hat, „um den Sieg in Hamburg zu genießen und ein wenige abzuschalten.“