Frisch Auf Göppingen ist diesmal erreichbar

DKB Handball-Bundesliga created by webmaster@hsg-wetzlar.de (Wolfgang Fischer)

Klimovets-Einstand heute um 20.15 Uhr gegen Team von Trainer Velimir Petkovic Giorgios Chalkidis hinter der Bank

Die Gewichte in der Handball-Bundesliga der Männer haben sich zwischen dem zweiten und dritten Teil der Tabelle leicht verschoben. Wenn die HSG Wetzlar heute Abend um 20.15 Uhr in der Rittal-Arena die Bundesliga-Spielzeit 2011/2012 gegen Frisch Auf Göppingen fortsetzt, sind die Schwaben leistungsmäßig nicht mehr so unerreichbar für die Grün-Weißen. Bei einem Sieg mit vier Toren Unterschied würde die HSG im Gegenteil in der Tabelle sogar an der Mannschaft ihres früheren Trainers Velimir Petkovic vorbeiziehen und damit einiges Selbstvertrauen für die wichtigen Aufgaben im Februar und März aufbauen.

 

Gespannt sein dürfen die zu erwartenden 3750 Zuschauer auf den Einsatz von Kreisläufer Andrej Klimovets. Der Weltmeister von 2007 hat am Montag einen Vertrag bei der HSG Wetzlar bis Saisonende unterschrieben und wird von Trainer Ghennadij Chalepo sofort neben Daniel Valo in das Deckungszentrum beordert. »Dort hat er seine Stärken«, kennt der Wetzlarer Trainer die Qualität seines weißrussischen Landsmannes genau. Zur Erinnerung: Bei der Handball-WM 2007 bildete der heute 37-Jährige zusammen mit Oliver Roggisch im Innenblock das deutsche Abwehrbollwerk; am gegnerischen Kreis entlastete er den seinerzeit reaktivierten Christian Schwarzer.

Die Partie heute Abend auf die Personalie Klimovets zu reduzieren, wäre - so Chalepo - aber fatal. »›Petko‹ gefällt sicher nicht, wo er mit seinem Team steht«, blickt er auf die Tabelle, »mit einem Sieg in Wetzlar kann er einiges reparieren.« Kari Kristjan Kristjansson und Giorgios Chalkidis haben sich nach Erkrankung bzw. Verletzung am Montag im Training zurückgemeldet, einer von beiden wird neben dem noch angeschlagenen Peter Jungwirth aber hinter der Bank Platz nehmen müssen.

Ohnehin warnt der HSG-Trainer davor, bei all den gegenwärtig geführten Personaldiskussionen um Kristjansson, Salzer oder weitere Neuzugänge, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. »Es gibt noch ein paar schwere Spiele für uns, in denen wir im Hinblick auf den Klassenerhalt punkten müssen«, konzentriert sich Chalepo lieber auf Göppingen, Hüttenberg oder den Bergischen HC. Aufsichtratssprecher Manfred Thielmann stimmt dem zu: »Wir haben strikte Aufgabenteilung. Ghennadij holt die Punkte, ich die Spieler.«

»Wir hatten keine optimale Vorbereitung und müssen nach so einer langen Pause erst wieder unseren Rhythmus finden«, beugt Chalepo Startschwierigkeiten vor, »aber das gilt ja für alle Teams. Da weiß keiner genau, wo er steht.« Das Umschalten vonAbwehr auf Angriff und umgekehrt, die Chancenverwertung und das Agieren gegen die »offensiv-aggressive 6:0 von Göppingen« bilden zunächst die Schwerpunkte. Helfen soll dabei B-Nationalspieler Steffen Fäth, von dem Chalepo in der Vorbereitung »viele positive Signale erhalten« hat: »Das muss er endlich aber auch im Spiel umsetzen.«

Als Rangneunter mit gerade Mal 16:20 Punkten sind die Göppinger bislang zwar hinter den Saisonerwartungen zurückgeblieben, nervös machen lässt man sich im Schwäbischen davon aber keineswegs. »Wir haben die Seuche«, erinnert Trainer Velimir Petkovic, der die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen von 1998 bis 2004 im Oberhaus hielt, an das enorme Verletzungspech vom ersten Tag der Vorbereitung an, »ich habe nicht einmal mit meiner Wunschformation spielen können.« Nimmt man die steten Abgänge von Leistungsträgern hinzu, die Frisch Auf - wie zuletzt Lars Kaufmann - Jahr für Jahr zu verkraften hat, so ist es die logische Folge, dass sich diese in solchen Situationen in der Tabelle niederschlagen.

So hart wie derzeit hat es den Traditionsklub aber selten getroffen. Mit dem bei der EM verletzten Nationalspieler Michael Haaß sowie Tim Kneule fehlen Petkovic beide etatmäßigen Mittelmänner, weshalb vor wenigen Tagen der serbische Nationalspieler Bozidar Markicevic für diese Position vom spanischen Erstligisten BM Antequera losgeeist wurde. »Auch wenn wir jetzt Bozidar Markicevic im Team haben, so ist Michael Haaß, der bei uns 60 Minuten in Angriff und Abwehr gespielt hat, nicht zu ersetzen«, weiß Petkovic um den Qualitätsverlust. »Das wird schwer für uns in Wetzlar«, kommt der 55-jährige Coach als amtierender Europapokalsieger zwar gerne an seine frühere Wirkungsstätte zurück, aber nicht, um die Punkte dort zulassen. Der 55-Jährige: »Wetzlar hat sich enorm entwickelt und uns schon im Hinspiel einen heißen Tanz bereitet und bis zur 40. Minute noch mit fünf Toren geführt. Da müssen wir 60 Minuten voll dagegenhalten.«

So wollen Sie spielen:

HSG WetzlarTor: 21 Marinovic, 98 Weber. - Rückraum: 8 Salzer, 9 Valo, 15 Mraz, 18 Müller, 23 Fäth, 28 Harmandic, 29 Friedrich. - Außen: 2 Schmidt, 7 Rompf, 26 Hahn. - Kreis: 46 Kristjansson, Klimovets

FA GöppingenTor: 1. Tahirovic, 23 Rutschman. - Rückraum: 6 Thiede, 11 Mrvalevic, 12 Lobedank, 22 Rnic, 27 Markicevic, 28 Horak. - Außen: 5 Oprea, 7 Schöne, 13 Markez, 24 Schubert. - Kreis: 9 Spät, 14 Anusic.

(ra)