Fuchsjagd missglückt

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HSG Wetzlar fehlt gegen Berliner Füchse in der Schlussphase die Qualität

Bereits in der Vorrunde der Handball-Bundesligasaison 2011/2012 hatte die HSG Wetzlar in der Berliner Max-Schmeling-Halle trotz einer 23:25-Niederlage gezeigt, dass sie den Berliner Füchsen Paroli bieten kann. Auf eigenem Parkett knüpften die Lahnstädter an die Leistung des Hinspiels an, präsentierten sich über weite Strecken mit dem Tabellenzweiten auf Augenhöhe, um dann doch aufgrund einer zerfahrenen Schlussphase dem Champions-League-Teilnehmer mit 26:29 (15:18) zu unterliegen.

 

Die Überraschung war möglich, der Wille war zu spüren, einem der Großen der Handball-Bundesligisten ein Bein zu stellen, doch in der packenden Partie wurde der Truppe von HSG-Coach Gennadij Chalepo gegen Ende des Spiels das Pulver nass, um die Fuchsjagd zu einem erfolgreichen Ende zu bringen.

„Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Die Jungs haben ausgezeichnet gekämpft. Wenn wir Mitte der zweiten Halbzeit den Ausgleich geschafft hätten, wäre heute vielleicht mehr drin gewesen“, trauerte Chalepo der Gelegenheit nach, die Berliner mit einem Punktverlust auf die Heimreise zu schicken. Eng ging es in den ersten 20 Minuten zwischen den beiden Kontrahenten zu. Über die Stationen 4:4 (8.), 6:6 und 10:10 (20.) hielten die Mittelhessen prächtig mit. Obwohl Gennadij Chalepo zwischen Angriff und Abwehr meist zwei oder gar drei Akteure wechselte, wussten die Berliner zunächst mit dieser Taktik nichts anzufangen.

HSG Wetzlar - Füchse Berlin 26:29

Erst als Füchse-Spielmacher Bartolmiej Jaszka über die schnelle Mitte das Wetzlarer Wechselspiel konterte, fielen prompt Berliner Tore. Auf der Gegenseite imponierte die Vorstellung von „HSG-Shooter“ Steffen Fäth mit vier sehenswerten Treffern vor der Pause. Auch die Achse Adnan Harmandic/Kari Kristjansson knackte des Öfteren den Berliner Abwehrriegel, sodass bis zum 12:12 (23.) die Wetzlarer stets auf Tuchfühlung blieben. Hatte bislang Nationaltorhüter Silvio Heinevetter im Gehäuse der Gäste keine Wunderdinge vollbracht, entschärfte er dann einen Ball nach dem anderen, während im Füchse-Angriff ab der 24. Minute Iker Romero die Regie übernahm. Plötzlich führten die Berliner 15:12, und als Romero in Unterzahl spielend mit einem Hüftwurf den eingewechselten Nikola Marinovic im HSG-Tor zum 12:16 überwand (28.), schien alles seinen Lauf zu nehmen. Die Domstädter kamen zwar noch einmal - 20 Sekunden vor der Pause - durch Kristjansson auf 15:17 heran, doch im Gegenzug bewies der 31-jährige Spanier erneut seine internationale Klasse und nutze die Lücke in der HSG-Abwehr zum 15:18-Pausenstand.

Neben Romero setzte besonders der Ex-Wetzlarer Sven Sören Christophersen der HSG-Defensive zu. Bestechend die Wurfvarianten des Nationalspielers, der mit acht Treffern kaum zu stoppen war. Sieben Minuten nach der Pause (17:22, Christophersen) schienen die Füchse auf der Siegerstraße. Doch die Berliner hatten Moral und Einsatzbereitschaft der Gastgeber unterschätzt. Niko Weber fand im HSG-Tor zu alter Stärke zurück, sodass beim 23:24 (44.) der Geräuschpegel in der Rittal-Arena deutlich zunahm. Bis vier Minuten vor dem Ende schnupperte die HSG an einem Teilerfolg. Doch um die Fuchsjagd erfolgreich abzuschließen, hätte eben in diesen letzten vier Minuten das „Schießpulver“ der HSG oder auch die Hände der Schützen nicht nass werden dürfen. Zunächst nahm sich Kevin Schmidt nach dem 26:28 einen Wurf ohne Vorbereitung, ehe wenig später ebenfalls Timo Salzer überhastet abschloss. 66 Sekunden waren noch zu spielen. Pech, dass Steffen Fäth Heinevetter nicht überwinden konnte, sodass Christophersen mit der Schlusssirene den 26:29-Endstand markierte.

„Über diesen Sieg bin ich sehr glücklich. Wir mussten hart kämpfen, um zum Erfolg zu kommen. Das war für uns heute keine leichte Aufgabe, aber wir haben sie letzten Endes gut gelöst“, meinte Füchse-Coach Dagur Sigurdsson nach dem Schlusspfiff.

Ulrich G. Monz