Fünf vergebene Strafwürfe

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30 Tore reichen HSG Wetzlar nicht zum Auswärtssieg Daniel Valo scheidet in Flensburg früh verletzt aus

Auch nach dem 15. Gastspiel an der Flensburger Förde musste Handball-Bundesligist HSG Wetzlar mit zwei Minuspunkten im Gepäck die Heimreise antreten. Dabei agierten die Mittelhessen bei der 30:36 (15:18)-Niederlage lange Zeit in der Campushalle mit der gastgebenden SG Flensburg-Handewitt auf Augenhöhe, ein besseres Abschneiden der Chalepo-Truppe scheiterte allerdings an den beiden SG-Torhütern Andersson und Rasmussen, die zusammen mit dem starken Nationalspieler Holger Glandorf letztlich für den dritten Flensburger Sieg im dritten Heimspiel der Saison sorgten.

 

Ärgerlich für die Lahnstädter, dass sie die Anfangsphase der Partie vor 5814 Zuschauern regelrecht verschliefen. Die Norddeutschen führten schnell mit 5:0, sodass HSG-Coach Gennadij Chalepo bereits in der sechsten (!) Minute seine Mannen zur Dienstbesprechung bitten musste. Und tatsächlich lief es nach der Auszeit bei den Gästen fortan besser. Alois Mraz sorgte nun anstelle des enttäuschenden Timo Salzer für den Wetzlarer Spielaufbau, was sich bis zum 6:3-Zwischenstand auch positiv bemerkbar machte. Doch als die HSG-Schützen Steffen Fäth und Peter Jungwirth erneut den überragenden Mattias Andersson im SG-Tor nicht überwinden konnten, zogen die Hausherren schnell auf 9:3 (Glandorf, 11.) davon.

SG Flensburg-Handewitt - HSG Wetzlar 36:30

Als dann noch Daniel Valo nach einem Zusammenprall mit Michael Knudsen mit einer Gehirnerschütterung das Feld verlassen musste, schienen den Wetzlarern die Felle endgültig davon zu schwimmen. „Selbstverständlich hat uns Daniel im Innenblock und im Angriff gefehlt, doch die Truppe hat für ihn mitgekämpft“, sagte später HSG-Trainer Chalepo, der lobend erwähnte, „dass sich die Mannschaft trotz des deutlichen 10:15 und 12:17-Rückstandes nie aufgegeben hat.“ Die Aufholjagd der Mittelhessen endete schließlich beim 18:15-Pausenstand.

Auch im zweiten Durchgang kamen die Gäste bis auf drei Tore (22:19, Chalkidis, 38.) heran, ehe bei den Grünhemden das große Zittern am Siebenmeterstrich begann. War bereits Kevin Schmidt in der fünften Minute an Andersson gescheitert, zog nun SG-Keeper-Nummer zwei, Sören Rasmussen, den Wetzlarer Schützen den Zahn. Gegen Lars Friedrich (42.), Adnan Harmandic (46.) und Alois Mraz (51.) blieb Rasmussen stets der Sieger, während zwischenzeitlich Andersson vor den Augen seiner schwedischen Nationaltrainer Ola Lindgren und Staffan Olsson weiter seine großartige Form zeigte, sodass am Ende 22 Paraden bei ihm zu Buche standen.

Starker Holger Glandorf

Kein Wunder, dass die Flensburger ihren Vorsprung kontinuierlich ausbauten und auch davon profitierten, dass die HSG-Deckung den Flensburger Linkshänder Holger Glandorf nie in den Griff bekam. Auf der anderen Angriffseite der Flensburger blieb der Ex-Wetzlarer Lars Kaufmann relativ blass. Dafür trumpfte das ehemalige HSG-Talent Petar Djordjic in der Schlussphase mächtig auf. Mit vier Erfolgen in den letzten acht Minuten sorgte der junge Serbe fast allein dafür, dass der Flensburger Vorsprung über die Stationen 32:25 (54.), 34:27 und 36:29 (60.) Bestand hatte, ehe Tobias Hahn der letzte Treffer zum 36:30-Endstand gelang.

„Normal reichen 30 Treffer zu einem Auswärtssieg“, hieß es später im Lager der Wetzlarer, für die es ein schwacher Trost war, neben den Spitzenteams der vergangenen Saison wie der HSV, THW Kiel und den Rhein-Neckar Löwen in der Campushalle die 30-Tore-Grenze geknackt zu haben. Während Gennadij Chalepo die Abstimmungsprobleme zwischen seiner Defensive und den Torhütern vornehm umschrieb „Eine Abwehrschlacht war das heute nicht“, zeigte sich sein SG-Kollege Ljubomir Vranjes mit der Leistung seines Teams hochzufrieden: „Heute ist alles in Erfüllung gegangen, was wir uns vorgenommen hatten.“

Bei der HSG Wetzlar präsentierten sich über dem Schnitt Philipp Müller und Kari Kristjan Kristjansson sowie Giorgios Chalkidis.

(uc)