Fünfter Sieg im sechsten Test: HSG Wetzlar schlägt dezimierten ASV Hamm-Westfalen

Bildquelle: Oliver Vogler

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen bezwingen engagierten Zweitligisten vor 250 Zuschauern in Dutenhofen mit 34:23 (19:12) – Neuzugang Jannik Kohlbacher trifft acht Mal vom Kreis

Die Erstliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am gestrigen Abend erneut ihre Form getestet. In der Sporthalle Dutenhofen empfingen die Grün-Weißen den Zweitligisten ASV Hamm-Westfalen vor 250 Zuschauern, die in der ersten Halbzeit ein temporeiches und unterhaltsames Spiel geboten bekamen. Während die Gastgeber ohne die angeschlagenen Sebastian Weber (Entzündung am Fuß) und Guillaume Joli (Muskelfaserriss in der Wade) aufliefen, musste ASV-Trainer Niels Pfannenschmidt auf eine Reihe von Leistungsträgern verzichten. So standen dem neuen Coach unter anderem die beiden erfahrenen Spielmacher Ondrej Zdrahala und Stephan Just nicht zur Verfügung. Trotzdem ging die junge Gästetruppe mit viel Tempo und Spielwitz zu Werke.

Wetzlar lag von Beginn an in Front, was allen voran an starken Paraden von Neuzugang Nikolai Weber lag, die unter anderem Linksaußen Christian Rompf, der am Ende sechs Treffer auf seinem Konto stehen hatte, zu einfachen Gegenstoßtoren nutzen konnte. Doch in der Abwehr der Grün-Weißen taten sich danach mehr und mehr Lücken auf, die Hamm oftmals über den bulligen Kreisläufer Jan Brosch geschickt nutzte, um in der 23. Spielminute durch den gerade mit einer Bronzemedaille von der Junioren-WM zurückgekehrten Joscha Ritterbach auf 10:13 zu verkürzen. Letztlich ging es dann aber mit einer 19:12-Führung der Gastgeber in die Pause.

„Ich bin zufrieden mit den ersten 20 Minuten und mit den ersten 16 Minuten der zweiten Hälfte, wo wir auf 25:20 herangekommen sind“, bilanzierte Gästetrainer Pfannenschmidt nach dem Spiel. „Dann haben sich jeweils fehlende Kraft und Wechselmöglichkeiten im zweiten Teil der Halbzeiten bemerkbar gemacht.“

Die Anfangsphase nach der Pause gehörte zunächst den Gästen, da die Wetzlarer Angreifer immer wieder überhastet an ASV-Torhüter Dennis Doden scheiterten. Doch danach spielte sich bei den Grün-Weißen der Youngster in den Mittelpunkt. Neuzugang Jannik Kohlbacher (Bild) traf ein ums andere Mal frei vom Kreis und letztlich sogar von Rechtsaußen. Am Ende standen für den Junioren-Nationalspieler acht Treffer zu buche. Bis zum 25:20 (46.) konnte der Zweitligist die Partie noch einigermaßen offen gestalten, doch danach schwanden dem jungen Team aus Westfalen mehr und mehr die Kräfte, was die Gastgeber am Ende zu einem standesgemäßen 34:23-Heimsieg nutzten.

„Das Spiel war ein guter Test für uns, um weiter an den Abläufen zu arbeiten“, so Kai Wandschneider, der mit der Leistung seiner Mannschaft jedoch nicht vollends zufrieden war. „Unserer rechten Angriffsseite fehlt noch das Timing und somit die Bindung zu Spiel. Von dort strahlen wir noch zu wenig Torgefahr aus. Beim Heide-Cup am Wochenende müssen sich einige unsere Spieler steigern und konzentrierter als heute zu Werke gehen. Bis zum Saisonstart haben wir noch einiges an Arbeit vor uns, aber wir haben auch heute wieder gute Ansätze gesehen. Kompliment an den ASV Hamm! Die Mannschaft hat sich trotz der Personalprobleme hier sehr gut verkauft und ansehnlichen Handball gespielt.“

Für das Team von Kai Wandschneider stehen heute zwei Trainingseinheiten auf dem Programm, ehe es nach einer weiteren Übungseinheit morgen Mittag in Richtung Norden geht. In Schneverdingen treten die Grün-Weißen als Titelverteidiger beim „Heide-Cup“ an und bekommen es im ersten Turnierspiel am Freitagabend mit dem Schweizer Topteam Kadetten Schaffhausen zu tun. „Nach diesem Turnier wissen wir definitiv, wo wir stehen“, so Wandschneider, der in Schneverdingen auch wieder auf Kreisläufer Sebastian Weber bauen kann.  

HSG Wetzlar: Nikolai Weber, Wolff (ab 31.) - Fäth (3), Hahn (1), Rompf (6/3), Ferraz (4), Klesniks (2), Kohlbacher (8), Mirkulovski (1), Lipovina (1), Prieto (2), Holst (6/1), Vujovic, Bliznac.