Ganz Wetzlar nach Sensationssieg über Flensburg „immer noch geflasht“!

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DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar bringt Meisterschaftsanwärter SG Flensburg-Handewitt schmerzhafte Niederlage bei – Kai Wandschneider: „Es macht riesigen Spaß mit dieser Mannschaft zu arbeiten!“

Die mittelhessische Handballmetropole Wetzlar hat am gestrigen Abend einmal mehr ein Handballfest in der Rittal Arena gefeiert. Vor 3.568 Zuschauern gelang der heimischen HSG Wetzlar ein „Paukenschlag“ gegen den Meisterschaftsanwärter SG Flensburg-Handewitt. Mit 24:21 (10:10) siegten die Grün-Weißen über den amtierenden DHB-Pokalsieger und brachten den ambitionierten Gästen eine schmerzhafte Niederlage bei. Für Wetzlar war es nach 2001 erst der zweite Sieg über das Topteam der DKB Handball-Bundesliga. Vieles erinnerte an diesem Abend an den Überraschungssieg gegen die Rhein-Neckar Löwen in der abgelaufenen Saison, der letztlich den letztjährigen Meisterschaftskampf entschied.

„Ich habe heute Nacht sehr gut geschlafen“, verriet Wetzlars Trainer Kai Wandschneider am heutigen Morgen. „Wir sind alle immer noch total geflasht, was da gestern Abend in der Rittal Arena abgegangen ist“, fügte Geschäftsführer Björn Seipp an, der dem gesamten Team und den enthusiastischen Zuschauern ein großes Kompliment aussprach. „Wie die Jungs gekämpft haben, hat richtig Eindruck hinterlassen! Nicht nur bei uns und unseren Zuschauern, sondern ganz sicher auch bei Flensburg. Es war das vierte Spiel in elf Tagen für unsere Mannschaft und es ist beachtlich, welche Energieleistung die Spieler noch einmal aufs Parkett gelegt haben.“

Auch Kai Wandschneider zollte seiner Mannschaft in der Pressekonferenz nach dem Spiel ein großes Kompliment. „„Diese Mannschaft ist eine echte Einheit! Es macht Riesenspaß, mit diesem Team zusammenzuarbeiten", so der 55-jährige. „Ich bin hochzufrieden. Alles hat geklappt. Die Jungs sind sehr lernwillig und unheimlich ehrgeizig, anders wäre es solches Ergebnis auch am sechsten Spieltag nicht zu erreichen gewesen.“ Nur die Nachfrage, ob man denn nunmehr die Saisonziele neu stecken müsse, ließ den Coach widerwillig den Kopf schütteln. „Wir wissen, dass wir heute feiern dürfen, aber es wartet noch viel harte Arbeit auf uns. Die Rückschläge werden kommen, mit ziemlicher Sicherheit. Ich bin nur froh, dass wir heute den Zweiflern, die vor wenigen Tagen noch lautstark Gehör gefunden haben, den Wind aus den Segeln genommen haben. Viel wichtiger ist aber, dass wir uns selbst bewiesen haben, zu was wir als Kollektiv im Stande sein können!“

Nämlich zu einem echten Paukenschlag! „Mann des Abends“ war dabei ganz sicher Nationaltorhüter Andreas Wolff, der am Ende über 20 Paraden aufweisen konnte. „Es war eine unglaubliche Mannschaftsleistung“, feierte der 24-jährige nach dem Abpfiff vor allem seine Vorderleute, die eine sichere Abwehr gestellt und ein glänzendes Rückzugverhalten an den Tag gelegt hatten. „Ich hatte von Anfang an ein richtig gutes Gefühl und habe irgendwie nie daran gedacht, dass wir das Spiel verlieren könnten“, so der überragende Keeper. 

Junioren-Nationalspieler Jannik Kohlbacher, der mit sechs Treffern bester Torschütze der Wetzlarer und von der Flensburg Abwehr kaum zu stoppen war, sprach im Sport1-Interview von „zwei hart erarbeiteten Bonuspunkten“. „Es ist ein überragendes Gefühl, dass wir das Heimremis gegen Flensburg aus der vergangenen Saison heute mit einem Sieg noch einmal getoppt haben“, so der 20-jährige Kreisläufer. Rechtsaußen Tobias Hahn beschrieb deutlich, wie die Grün-Weißen in die Partie gegangen waren: „Wir haben uns heute viel vorgenommen und uns alle zusammengerauft! Jeder hat sich für jeden zerrissen und mit einem bombenstarken Andreas Wolff im Tor war das letztlich der Schlüssel zum Erfolg.“

Neben zwei Überraschungszählern auf der Habenseite gab´s auch Belohnungen von Trainer und den Vereinsverantwortlichen der Mittelhessen. Am Donnerstagabend ist die gesamte Mannschaft zum Essen eingeladen und das Wochenende ist komplett trainingsfrei. „Das haben sich die Jungs einfach verdient, um diesen Erfolg ordentlich auszukosten, aber allen voran um die Akkus wieder aufzuladen und die Verletzungen auszukurieren“, so Coach Wandschneider. „Es ist einfach klasse, dass wir so gut in die Saison reingekommen sind und jetzt schon sieben Punkte auf dem Konto haben!“

Damit stehen die Domstädter aktuell auf Tabellenplatz 5 in der DKB Handball-Bundesliga. Den Steffen Fäth & Co. bleiben nunmehr elf Tage Zeit, um sich auf das nächste Ligaspiel beim TuS N-Lübbecke vorzubereiten. „Das wird ein ganz anderes Spiel“, weiß Kai Wandschneider schon heute. „Vom Kopf her war die Partie gegen Flensburg ein ganz einfaches Spiel, denn wir hatten nichts zu verlieren. In Lübbecke wird das ganz anders sein - auch wenn der TuS natürlich deutlich mehr unter Druck stehen wird als wir. Trotzdem ist es ein Vier-Punkte-Spiel, dass wir gewinnen wollen!“