Gast verteilt Geschenke

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Wichtiger Heimsieg gegen enttäuschenden VfL Kristjansson spielt stark auf

An Heiligabend wird es flutschen. Denn Geschenke annehmen und auspacken, das hat die HSG Wetzlar bereits gestern üben können. Im Heimspiel gegen den VfL Gummersbach wurden die Bundesliga-Handballer von den Gästen mit technischen Fehlern und Fehlwürfen üppig beschenkt, nahmen diese dankend an und verwerteten die daraus resultierenden Möglichkeiten zum 35:27 (18:12)-Heimsieg.

 

»Es war ein sehr wichtiger Sieg. So leicht habe ich mir das nicht vorgestellt«, sagte Wetzlars Trainer Gennadij Chalepo nach der Partie, die sein Team gegen enttäuschende Gummersbacher beherrscht hatte. Deutliche Worte fand VfL-Geschäftsführer Axel Geerken nach der Pleite des abstiegsbedrohten Tabellen-16. »Das war eines VfL Gummersbach unwürdig. So darf man sich nicht vorführen lassen. Bei uns hat nicht einmal die kämpferische Einstellung gestimmt«, schimpfte der ehemalige Wetzlarer nach der Acht-Tore-Niederlage. Zwischenzeitlich hatten die Gäste aus Gummersbach sogar mit elf Treffern zurückgelegen.

Von Beginn an war die HSG tonangebend. Nach dem 3:3 (7.) durch Timo Salzer, der zunächst hervorragende Angriffe eingeleitet hatte, wunderschöne Pässe spielte und selbst für Torgefahr sorgte, bauten die Hausherren ihre Führung in Unterzahl aus. Nach einem haarsträubenden Pass von Adrian Pfahl ins Seitenaus traf Philipp Müller zum 5:3 (9.). Nach einem weiteren technischen Fehler, dieses Mal von VfL-Regisseur Kentin Mahé, erzielte Peter Jungwirth (20.) das 12:7, Daniel Valo traf wenig später zum 13:7 für die Hausherren . Bis zur Pause hatte die HSG weiterhin eine Sechs-Tore-Führung inne (18:12/Salzer).

Während Chalepo mit dem Auftritt seiner Mannschaft bis dahin zufrieden sein konnte, dürfte sein Gegenüber Emir Kurtagic in der Kabine so einige Fehler angesprochen haben. Seine Mannschaft hatte den Kampf nicht angenommen, war ohne Schwung in die Angriffe gegangen und ließ in der Abwehr jede Bereitschaft vermissen, es den Gastgebern schwerzumachen. »Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe wirklich geglaubt, wir würden dieses Spiel offenhalten können. Das war nicht der Fall. Wir haben 35 Gegentore bekommen, und unsere Keeper waren noch die Besten«, ärgerte sich Kurtagic hinterher. Als Lob sollten Vjenceslav Somic und Aljosa Reza seine Worte besser nicht auffassen. Sie waren allenfalls die Einäugigen unter den Blinden gewesen.

Obwohl die Schwächen des VfL Gummersbach eklatant waren, gehören zu einem überzeugenden Heimsieg natürlich auch starke Gastgeber. Mit einer aggressiven Abwehr, bei der Tobias Hahn auf der Halben gefallen konnte, einem guten Niko Weber dahinter und flexiblen Angriffen hatte sich Wetzlar diese Punkte verdient, an denen beim 29:18 durch Peter Jungwirth (47.) niemand mehr zweifelte.

»Wir waren in allen Bereichen überlegen«, lobte Salzer seine Truppe, bei der Kari K. Kristjansson am Kreis bärenstark agiert hatte und sich beim Auspacken der Geschenke keine Blöße gab.

»Besser kann ein Jahr nicht zu Ende gehen. Das war ein souveräner Sieg vor einer vollen Halle«, jubelte Geschäftsführer Björn Seipp, während Spieler und Fans gemeinsam feierten, wohl wissend, dass die Mannschaft am 27. Dezember noch beim SC Magdeburg anzutreten hat.

HSG Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt (n.e.), Rompf (2), Salzer (5), Valo (5), Jungwirth (6), Müller (6), Chalkidis (n.e.), Fäth, Hahn, Harmandic, Friedrich (3/1), Kristjansson (8/1)

VfL Gummersbach: Somic, Rezar; Schindler (1) Anic, Krause (1), Putics (2), Wiencek (1), Lützelberger (4), Eisenkrätzer, Mahé (4), Pfahl (9/3), Gaubatz (1), Sprem (1), Zrnic (3)

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Magdeburg)
Zuschauer: 4212
Zeitstrafen: 10:12 Minuten
Siebenmeter: 2/3:3/4

(mac)