"Gezeigt, wer der ältere Bruder ist"

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Nach dem Sieg flüchteten die Sieger in die Kabine. Als die Handballer der HSG Wetzlar eine halbe Minute später die Stätte des Triumphs wieder betraten, ließen sie sich von ihren Fans feiern. Während im Hüttenberger Lager die Enttäuschung zu greifen war.

 

Gegenüber dieser Zeitung blieben die Helden des Abends - bis auf eine Ausnahme - sprachlos. Die HSG-Profis hatten einen Presseboykott verhängt. Hier die Stimmen zum Derby in Gießen:

Andreas Lex (Linksaußen TV Hüttenberg): "Timo Salzer hat heute gezeigt, dass er sehr wohl ein Erstligaspieler ist. Er hätte in Wetzlar einen ordentlichen Abgang verdient. Wir wollten kämpfen und gewinnen. Am Ende machen viele Kleinigkeiten die vier Tore Differenz aus. Wetzlar hat verdient gewonnen. Wir haben zwar nicht zu früh aufgegeben, aber irgendwann zu viele Zeitstrafen kassiert. Die Wetzlarer haben ihre Überzahlspiele genutzt, wir in der ersten Halbzeit nicht. Das macht eben den Unterschied."

Martin Volk, Marketing-Mitglied des TV Hüttenberg): "Was wir gezeigt haben, war kein Mannschaftsspiel, sondern Einzelspiel."

Sebastian Weber (Kreisläufer TV Hüttenberg): "Wir haben uns zu viele technische Fehler geleistet, Wetzlar hatte dazu noch den besseren Torhüter. Wir waren zu ungefährlich aus der zweiten Reihe. 26 Gegentore sind in Ordnung, 22 eigene Treffer vorne zu wenig. Wir konnten unsere gute Phase in der ersten Hälfte nicht ausnutzen, weil wir an Niko Weber gescheitert sind."

Hugo Sattler (ehemaliger Vizepräsident des Hessischen Handballverbands und jetziger Teilzeitmitarbeiter der TVH-Geschäftsstelle aus Ehringshausen-Daubhausen): "Ich habe hier so viel zu tun und deshalb vom Spiel kaum etwas mitbekommen. Aber die Atmosphäre ist super, die Fans beider Lager mit Begeisterung dabei und erfreulich fair. Eine tolle Sache für den heimischen Handball."

Timo Salzer (Matchwinner der HSG Wetzlar): "Ich sagen heute niemandem was."

Philipp Müller (Rückraumspieler der HSG Wetzlar): "Wir haben beschlossen, Ihrer Zeitung nichts zu sagen. Was zuletzt passiert ist, ging gar nicht."

Nikolai Weber (Torhüter der HSG Wetzlar): "Heute kein Kommentar für Sie. Das müssen Sie verstehen."

Adnan Harmandic (Rückraumspieler der HSG Wetzlar, der den Presseboykott seiner Mitspieler offenbar unbewusst brach): "Bei uns in Bosnien sagt man: Wir haben heute gezeigt, wer der ältere Bruder ist. Hüttenberg hat nicht schlecht gespielt, aber wir waren am Ende einfach cleverer."

Rainer Dotzauer (ehemaliger HSG-Manager): "Das war die richtige Antwort auf den Fall Klimovets."

Thomas Hainund Wendelin Müller