Großartige Arbeit

Talkrunde mit (v. l.) Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, Moderatorin Julia Nestle und Handball-Ikone Stefan Kretzschmar.

DKB Handball-Bundesliga

Neujahrsempfang der HSG Wetzlar mit Handball-Ikone Kretzschmar

 

 

Es war ein gelungener Abend der grün-weißen Handball-Familie. Rund 250 geladene Gäste fanden sich am Freitagabend zum 3. Neujahrsempfang der HSG Wetzlar ein. In der stimmungsvoll geschmückten Ausstellungshalle des Autohauses Schäfer in Mittenaar-Offenbach wurde vor allem eines geboten: Ungezwungenes Beisammensein von Freunden und Förderern des Bundesligisten, der sich anschickt, in der nächsten Saison die 20. in Folge in der »stärksten Liga der Welt« zu bestreiten.

Empfangen wurden die Gäste von Spielern der HSG, die sich mit Sektgläsern bewaffnet unter das Volk mischten. Wer vorher bezweifelt hatte, ob die Location für so ein Event herhalten kann, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Mitarbeiter des Autohauses hatten ganze Arbeit geleistet. »Vor ein paar Stunden standen hier noch Autos drin«, lobte Gastgeber Martin Schäfer. Er und sein Bruder Gerhard hatten auch mit dem Catering ein glückliches Händchen bewiesen. Gefüllter Spießbraten, Wildgulasch, Spaghetti aus dem Parmesanlaib und etliche Beilagen ließen sich die Gäste schmecken.

Als Ehrengast boten die Verantwortlichen der HSG Wetzlar den ehemaligen Weltklasse-Linksaußen Stefan Kretzschmar auf. Gewohnt locker und mit klaren Worten stand er »Hit Radio FFH«-Moderatorin Julia Nestle Rede und Antwort und warf sich mit HSG-Trainer Kai Wandschneider die verbalen Bälle zu. So konnte sich »Kretzsche« gleich zu Beginn in Anspielung auf das TV-Desaster den Seitenhieb nicht verkneifen, dass viele Leute gar nicht wüssten, dass momentan die Handball-Weltmeisterschaft stattfände.

Im Urlaub in den Vereinigten Staaten hatte sich der Sport1-Experte sportliche Highlights der amerikanischen Sportarten gegönnt und vor allem die Sonne genossen. Ein Leben in den USA kommt für den 43-Jährigen aber nicht in Frage. »Ich kann diese Leichtigkeit und Oberflächlichkeit mal für zwei Wochen ertragen, aber wenn ich qualitativ hochwertig leben möchte, bevorzuge ich dann doch Deutschland.«

Die Handball-Ikone plauderte über ihre Aufgabe im Aufsichtsrat des SC DHfK Leipzig und die Entwicklung des Vereins. Dabei hob er die generelle Wichtigkeit des Trainers eines Clubs hervor, womit er nicht nur viel Applaus erntete, sondern auch das eine oder andere wissende Lächeln provozierte. Auf Wetzlars Coach Kai Wandschneider angesprochen, brachte er seine enorme Wertschätzung zum Ausdruck. »Es ist ganz offensichtlich, dass Kai Wandschneider sehr große Qualitäten im psychologischen Bereich hat. Jeder Spieler der HSG Wetzlar denkt und hat das Gefühl, dass er der beste Spieler der Welt ist. Was er aus den Spielern macht, welches Selbstvertrauen er ihnen gibt und welches taktische Rüstzeug er der Mannschaft mitgibt, ist beachtlich.«

Nach launigen fast 45 Minuten und des Dankes von HSG-Geschäftsführer Björn Seipp war es Kretzschmar ein Anliegen, das Wort an die versammelten Sponsoren zu richten. Er mahnte, den Blick für die Realität nie zu verlieren und zu genießen, was man habe. »In Wetzlar wird großartige Arbeit geleistet.« Eine Arbeit die, nach »Kretzsches« Dafürhalten, höher einzuschätzen ist, als mit dem THW Kiel die Meisterschaft einzufahren.

Quelle: Daniela Pieth/Gießener Allgemeine