Grün-Weißen verlieren Auftaktpartie!

DKB Handball-Bundesliga

26:28-Niederlage gegen den TBV Lemgo vor 4.218 Zuschauern in der Rittal Arena

Die HSG Wetzlar ist vor 4218 Zuschauern in der Rittal Arena mit einer 26:28-Niederlage (15:15) gegen den TBV Lemgo in die Saison 2013/2014 gestartet. Trotz einer engagierten Leistung schafften es die Grün-Weißen nicht über die komplette Spielzeit Konstanz in ihr Spiel zu bringen. Der TBV Lemgo indes spielte seine Konzeptionen zumeist routiniert zu Ende und erlaubte sich kaum Schwächephasen gegen das neu formierte Team von Kai Wandschneider. Wetzlars Neuzugang Ivano Balic setzte bei seinem Debüt im HSG-Trikot punktuell Akzente und ließ in einzelnen Situationen seine Klasse aufblitzen. „Die größten Defizite sah ich heute in unserem Angriffsspiel“, so Kai Wandschneider und hob die schwächelnde Offensivleistung als wichtigen Faktor für die Niederlage hervor.

Starkes Ende nach schwachem Start

Ab der ersten Spielsekunde zeichnete sich eine erwartet enge Partie zwischen der HSG Wetzlar und dem TBV Lemgo ab. Mit zwei Treffern feierte Neuzugang Evars Klesniks einen starken Einstand, so dass es nach fünf gespielten Minuten 2:2-Unentschieden stand. Sein Gegenüber auf der halbrechten Position Rolf Hermann stand ihm jedoch in nichts nach und konnte in den ersten Minuten gleich drei Mal einnetzen. Lemgo präsentierte sich in der Anfangsphase in der Defensive sattelfest, so dass sich die Mannen aus dem Lipperland mit ihrem gefährlichen Tempospiel schnell auf 2:6 absetzen konnten, was HSG-Übungsleiter Kai Wandschneider zu einer frühen Auszeit zwang. Die Abwehr der Heimherren agierte hingegen ein wenig zu zaghaft, woraufhin der Vier-Tore-Rückstand beim Stand von 6:10 (13.) Bestand hielt. Im Offensivspiel der Domstädter übernahm nun Nationalspieler Steffen Fäth die Verantwortung und traf immer häufiger aus der zweiten Reihe.

In der 19. Minute musste HSG-Spielmacher Florian Laudt auf der Bank Platz nehmen und wurde von Ivano Balic ersetzt, der gleich im ersten Angriff einen lupenreinen Schirm für Kent Robin Tönnesen stellte, so dass dieser frei aus dem Rückraum zum Wurf kam und traf. Im Abwehrspiel stellte Kai Wandschneider um und ließ seine Schützlinge mit einer 5:1-Deckung agieren, was schnell Früchte trug. Tor um Tor schmolz der Vorsprung der Gäste und eine Minute vor der Halbzeitsirene glich Ivano Balic mit seinem ersten Treffer im HSG-Dress zum 14:14 aus. Auch sein Trainer Kai Wandschneider sah in Balic einen wichtigen mentalen Faktor für die Aufholjagd: „Ivano hat in den Köpfen der Spieler was bewirkt, woraufhin wir aggressiver aufgetreten sind und uns zur Halbzeit ein Unentschieden herausspielen konnten.“ Ebenfalls trugen Kristian Bliznac und Magnus Dahl zur Aufholjagd bei. Erstgenannter spielte seine Wurfgewalt aus und der Norweger im Tor der Grün-Weißen hielt fünf Bälle hintereinander.

Zu viele technische Fehler im zweiten Durchgang

Die zweite Hälfte begann, wie die erste aufgehört hatte. Beide Teams begegneten sich auf Augenhöhe, so dass sich keines abzusetzen vermochte. In der 38. Minute gerieten die Gastgeber dann wieder ins Hintertreffen, da der Ex-Wetzlerer Timm Schneider immer besser ins Spiel fand und seine Mannen kurz später auf 20:17 in Front brachte. Nicht nur in dieser Phase offenbarte sich das treue Publikum in der Rittal Arena wie gewohnt als „achter Mann“ und unterstützte ihr Team mit Anfeuerungsrufen und lautstarken Trommelwirbel. Der Funke sprang jedoch nicht auf das Spielfeld über. Im Angriff unterliefen den Grün-Weißen Mitte der zweiten Hälfte zu viele individuelle Fehler, die Lemgo weiterhin in Führung hielten. Der TBV spielte im Gegensatz seine Angriffe geduldig aus und fand immer wieder den Weg über ihren Kreisläufer. Die Florian Kehrmann & Co. diktierten das Geschehen und lagen acht Minuten vor Ende schon mit 27:22 vorne. „Lemgo war in der zweiten Hälfte deutlich stärker als wir“, ließ auch HSG-Trainer Kai Wandschneider verlauten. Auch der gut aufgelegte Steffen Fäth konnte mit seinen acht Toren die HSG Wetzlar nicht mehr auf die Siegerstraße führen. „Die Leistung von Steffen möchte ich heute hervorheben, da er sich sehr gut präsentiert hat.“ Die Hausherren zeigten jedoch in der Endphase nochmal Moral und gaben sich zu keinem Zeitpunkt geschlagen. 

Trotz einer kämpferisch starken Leistung verloren die Mittelhessen im ersten Saisonspiel 2013/2014 mit 26:28 gegen den TBV Lemgo und konnten somit keinen erfolgreichen Saisonstart bejubeln. „Es gibt noch viel zu tun“, fühlte sich Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff in seiner Meinung bestätigt, dass sein Team noch einige Zeit brauche, um die insgesamt neun Neuzugänge vollends zu integrieren. „Es fehlt noch an der Feinabstimmung, aber das bekommen wir nach und nach hin!“

HSG Wetzlar: Wolff, Dahl; Schmidt, Laudt (1), Tiedtke (4), Tönnesen (1), Balic (1), Bliznac (5), Reichmann (4), Fäth (8/1), Klesniks (2), Rompf, Hahn, Krause.

TBV Lemgo: Dresrüsse, Bauer; Lönn (2), Bechtloff (3/1) , Kehrmann (2), Possehl, Schneider (3), Hermann (6), Pekeler (5), Lemke (2), Herth (4), Haenen (1), Niemeyer, Zieker.

Zeitstrafen: 8:10 Minuten: HSG (Krause 2x, Tiedtke, Klesniks) – TBV Lemgo (Schneider 2x, Hermann, Pekeler 2x,) – Strafwürfe: 1:3/1:2 – Schiedsrichter: Schultze/Tönnies – Zuschauer: 4218.

Kai Wandschneider: „Heute hatten wir einfach zu viel Sand im Getriebe. Lemgo hat verdient gewonnen und war vor allem in der zweiten Halbzeit stärker als wir. Unser Hauptproblem war der Angriff. Da haben sich viele Probleme offenbart. Die Abläufe stimmten noch nicht und beim Weiterspielen haben wir einige Fehler begangen. Zudem haben wir nur fünf Gegenstoß-Tore geworfen, was einfach zu wenig ist. Zum Ende hin hatten wir einen Tunnelblick, so dass wir gar nicht registriert haben, dass zwischenzeitlich kein Torhüter im Lemgoer Tor stand. Meine Jungs haben jedoch bis zum Ende Moral bewiesen. Wir haben noch ganz viel Arbeit vor uns.“

Evars Klesniks: „Lemgo hat heute vor allem eine bessere Abwehr auf die Beine gestellt. Wir haben in der zweiten Hälfte zudem noch viele technische Fehler fabriziert, was ebenfalls Lemgo in die Karten spielte. Wir müssen uns noch finden und ich hoffe, dass wir das schnell schaffen. Am besten schon zum nächsten Punktspiel.“

Nils Pfannenschmidt: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir heute gewonnen haben. Das ist natürlich ein perfekter Einstand für mich. Ich wusste schon die ganze Zeit, dass wir eine vernünftige Deckung spielen können, was wir heute auch unter Beweis gestellt haben. Dieser Sieg gibt uns Kraft für die nächsten schweren Aufgaben, die uns bevor stehen.“

Rolf Hermann: „Wir haben heute konstant unsere Leistung abgerufen und uns zu keinem Zeitpunkt beirren lassen. Wir haben im Kollektiv gekämpft und haben unsere tolle Leistung dann auch mit zwei Punkten belohnt. Ich freue mich vor allem sehr für die Mannschaft, da wir eine ähnliche Situation durchmachen, wie es Wetzlar im Moment erlebt mit einigen neuen Spielern.“