Heide-Cup: Titelträger Wetzlar ringt Schaffhausen nieder

DKB Handball-Bundesliga

Ferraz mit Platzwunde im Krankenhaus - 26:23 (13:14)-Sieg

Die HSG Wetzlar hat beim Internationalen Heide-Cup in Schneverdingen den ersten Sieg gefeiert. Am Freitagnachmittag rang der Vorjahressieger die Kadetten Schaffhausen mit 26:23 (13:14) nieder. Es war ein hart erkämpfter Sieg, beide Mannschaften schenkten sich über 60 Minuten nichts. Entsprechend ruppig war die Partie, was Wetzlar den Einsatz von Joao Ferraz kostete. Der Neuzugang zog sich in der ersten Halbzeit eine Platzwunde am Kopf zu und wurde zur Kontrolle ins Krankenhaus gebracht. 

In den ersten Minuten taten sich die HSG Wetzlar und die Kadetten Schaffhausen in der Defensive noch schwer. Die Abstimmung in den Abwehrreihen war noch mangelhaft und so taten sich immer wieder Lücken auf. Nationalkeeper Andreas Wolff konnte erst nach gut sechs Minuten seinen ersten Ball parieren, auch Gegenüber Nikola Marinovic fand nur schwer ins Spiel. 

Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch und hielten auch den Spielstand ausgeglichen: Über 4:4 (7.) blieb es bis zum 7:7 (15.) beim Unentschieden. Während die Schweizer von Markus Baur in Christoffer Brännberger und Johan Koch zwei neue Kreisläufer zu integrieren haben, stellte bei der HSG vor allem der Rückraum die Baustelle dar. Filip Mirkulovski hatte die Nachfolge von Ivano Balic angetreten, hinzu kam in JoaoFerraz ein neuer Linkshänder im rechten Rückraum. Das Team von Kai Wandschneider probierte viel und streute immer wieder Abläufe ein, doch es war deutlich zu sehen, dass die Automatismen noch fehlen - kein Wunder nach gerade einmal drei Wochen Vorbereitung.

Nichtsdestotrotz war es ein munteres Spiel, dass sich die beiden Teams lieferten. Mirkulovski brachte seine HSG mit 8:7 in Front, doch beim 9:9 (20.) waren die Kadetten wieder dran. Kurz darauf gab es die erste Zeitstrafe für die Schweizer: Brännberger musste auf die Bank, nachdem er Mirkulovski im Gesicht erwischt hatte. Wetzlar nutzte die Überzahl und spielte Tobias Hahn auf Rechtsaußen frei, der zur erneuten Wetzlarer Führung einnetzte. Die Zeitstrafe von Brännberger war jedoch keineswegs die einzige: Gerade die Kreisläufer Johan Koch und Sebastian Weber mussten viel einstecken, beide Mannschaften gingen kompromisslos zur Sache.

Die Kadetten bemühten sich in der Folge um ein schnelles Spiel, doch die Laufwege waren noch suboptimal. So konnten die Schweizer den Angriff-Abwehr-Wechsel zwischen Mirkulovski und Evas Klesniks nicht ausnutzen. Doch immerhin gelang es der Baur-Truppe, den Spielstand zu drehen und mit einer 14:13-Führung in die Kabine zu gehen. Für die HSG gab es noch einen weiteren Rückschlag: Neuzugang Ferraz zog sich in der letzten Aktion eine Platzwunde am Kopf zu und wurde ins Krankenhaus gefahren. Für ihn kam Vladan Lipovina nach Wiederanpfiff in die Partie.

Das erste Tor nach der Pause gehörte Wetzlar: Steffen Fäth glich zum 14:14 aus. Doch im unmittelbar darauffolgenden Angriff musste auch der neu ins Spiel gekommene Nikolai Weber das erste Mal hinter sich greifen. Das Spiel blieb auch weiterhin ausgeglichen und keine Mannschaft konnte sich absetzen. Auch die zahlreichen Zeitstrafen brachten keinen Vorteil - gab es sie doch auf beiden Seiten, da sich die Teams nichts schenkten. Gabor Csaszar nutzte die Suspendierung von Jannik Kohlbacher zwar zum 19:18 (43.), doch Wetzlar glich umgehend wieder aus und konnte mit 21:20 (47.) selbst in Führung gehen.

Es war indes trotz der Spannung kein Spiel für die Zuschauer. Die Partie wurde immer wieder durch Wischen, Zeitstrafen und Behandlungspausen unterbrochen, sodass kein rechter Spielfluss aufkommen wollte. Zudem leisteten sich auch die Mannschaften immer einfache Fehler - so wie Maximilian Holst, der den Ball vom Siebenmeterpunkt am Tor vorbei setzte. So gelang es erst mit dem nächsten Gegenstoß, die Führung auf 22:20 auszubauen - der erste Zwei-Tore-Vorsprung der Partie. Neun Minuten vor dem Ende legte Baur beim Stand von 23:21 die Auszeit. Doch gegen den im zweiten Durchgang besser arbeitenden Mittelblock der HSG um Klesniks und Carlos Prieto taten sich die körperlich unterlegenen Schweizer nun zu schwer und Wetzlar siegte mit 26:23.

Quelle: handball-world.com