Heimderby gegen Melsungen für HSG Wetzlar „Spiel des Jahres“!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Rittal Arena Wetzlar seit Wochen ausverkauft – Hessenschau.de überträgt Partie am Freitagabend per Livestream im Internet

Wenn am Freitagabend das mit Spannung erwartete Hessenderby der DKB Handball-Bundesliga steigt, wird die Rittal Arena Wetzlar zum dritten Mal in Folge ausverkauft sein. 4.421 Zuschauer wollen dann mit dabei sein, wenn die HSG Wetzlar die MT Melsungen empfängt, die mit zahlreichen Spielern und Funktionären anreist, die eine Wetzlarer Vergangenheit haben. Die Eintrittskarten für das Spiel, das von den Unparteiischen Sebastian Grobe und Adrian Kinzel geleitet wird, sind bereits seit Wochen ausverkauft. Nicht nur für die Fans der Grün-Weißen auch für HSG-Trainer Kai Wandschneider ist es das „Spiel des Jahres“! 

„Ich bin jetzt seit knapp fünf Jahren hier in Wetzlar und weiß, welche Bedeutung dieser Partie zukommt! Bei mir und meiner Mannschaft kribbelt es gewaltig und wir brennen auf das Duell. Es ist ohne Zweifel ein ganz besonderes Spiel, nicht nur für unsere Fans“, so der 56-jährige. „Zudem haben wir es uns in den vergangenen Wochen erarbeitet, dass die Partie ein Topspiel der Liga ist!“ Der aktuelle Tabellensiebte empfängt den Vierten der DKB Handball-Bundesliga. Trotz deutlich unterschiedlicher Etats und Saisonziele trennen die beiden hessischen Club am letzten Spieltag der Hinrunde gerade einmal vier Punkte voneinander. Für Wandschneider steht die Partie unter der plakativen Überschrift „Arm gegen Reich“!

Beide Mannschaften verbindet, dass sie zuletzt zwei Niederlagen gegen den THW Kiel und den HSV Hamburg hinnehmen mussten. Während die Nordhessen mit den beiden Negativerlebnissenn in der Rittal Arena anreisen, konnte sich die HSG Wetzlar mit dem 22:22-Unentschieden am vergangenen Wochenende beim starken Aufsteiger SC DHfK Leipzig rehabilitieren. „Vor allem im letzten Heimspiel gegen Hamburg haben wir etwas die Galligkeit vermissen lassen! Das war in Leipzig schon wieder ganz anders“, weiß Kai Wandschneider, der verspricht, dass sich sein Team gegen den hessischen Rivalen „zerreißen“ wird. „Wir müssen die Positionsduelle mehrheitlich für uns entscheiden, dann haben wir mit unseren sensationellen Zuschauern im Rücken eine echte Chance, das Derby für uns zu entschieden“, strahlt der Wetzlarer Coach Optimismus und Kampfbereitschaft aus. „Die MT Melsungen ist eine robuste Mannschaft, die eine physisch starke Abwehr stellt, die zum Teil bis an die Grenzen geht. Darauf werden wir eingestellt sein und über Lösungen verfügen. Es gilt geduldig zu bleiben, konzentriert und zielstrebig zu spielen, um nicht in ein Gegenstoß-Gewitter der MT zu laufen“, gibt Wandschneider klar die Richtung vor. „Hinten brauchen wir überragende Torhüter und ein Abwehr, die beweglich und aggressiv zu Werke, so wie wir das wieder in Leipzig hinbekommen haben!“

Während bei der MT Melsungen der routinierte Spielmacher Patrik Fahlgren nach einem Kreuzbandriss sein Comeback feiern könnte, müssen die Grün-Weißen aller Voraussicht nach auf Nationalspieler Jannik Kohlbacher verzichten. Der Kreisläufer liegt mit einer fiebrigen Grippe im Bett. Ansonsten hat Trainer Kai Wandschneider nach aktuellem Stand alle Mann an Bord und freut sich, dass seine sportlichen Eckpfeiler Andreas Wolff und Steffen Fäth in Topform sind. „Andy ist nach einem kleinen Durchhänger wieder in einer super Verfassung und Steffen spielt für mich die beste Saison, seitdem er bei der HSG Wetzlar ist. Beide sind Garanten unseres aktuellen sportlichen Erfolgs und müssen am Freitagabend mit ihrer Leistung vorangehen!“

In der ausverkauften Rittal Arena wartet also ein emotionales Handball-Spektakel auf die Zuschauer, geprägt von der Rivalität der beiden hessischen Kontrahenten. Dafür sorgt auch die von Spieler- und Trainertransfers gen Nordhessen geprägte Vergangenheit zwischen beiden Clubs. Bei aller Rivalität der beiden Fan-Lager ist man bei beiden Vereinen jedoch stolz darauf, dass die bisherigen Duelle immer friedlich und fair verlaufen sind. Auf Funktionärsebene sieht man die Situation entspannt. „Der Kontakt ist respektvoll und total umgänglich“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, dem allerdings die jüngste Aussage seines Melsunger Kollegen Axel Geerken sauer aufgestoßen ist. Dieser wurde in der Presse mit den Worten zitiert, dass beide Vereine in Sachen Personaletat „gar nicht so weit auseinanderliegen“. „Das ist aber sehr weit weg von der Realität“, so Seipp. „Bei allem Respekt vor der wirklich tollen Arbeit, die von den MT-Verantwortlichen seit einigen Jahren geleitet wird, glaube ich kaum, dass unsere ehemaligen Trainer und Spieler wegen der guten Luft in Nordhessen oder der schönen Halle in Kassel nach Melsungen gewechselt sind.“ Und HSG-Trainer Kai Wandschneider wettert: "Wenn ich aus Melsungen erneut hören muss, dass wir mit ähnlichen Spieleretats operieren, dann ist das für mich Verhöhnung unserer Arbeit.“

Für die hessischen Handballfans, die kein Ticket für das Derby mehr ergattern konnten gibt es eine gute Nachricht: Hessenschau.de überträgt das Spiel ab 19.40 Uhr per Livestream im Internet.