Heimsieg über SC Magdeburg sorgt für „Sprachlosigkeit“ in Wetzlar!

Bildquelle: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen bezwingen ambitionierte Bördeländer mit 27:23 (11:9) – Nationaltorhüter Andreas Wolff und Neuzugang Joao Ferraz führen Grün-Weiße zum dritten Sieg im vierten Heimspiel

9:1-Punkte aus den vergangenen fünf Ligaspielen! Das ist die stolze Bilanz des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar, der sich nach dem 27:23-Heimsieg über den SC Magdeburg auf Tabellenplatz 5 der DKB Handball-Bundesliga wiederfindet.

„So wird es langsam unheimlich“, zeigte sich HSG-Coach Kai Wandschneider nach dem Spiel begeistert von der Leistung seiner zu Saisonbeginn neuformierten Mannschaft. „Was die Jungs derzeit leisten, machten mich tatsächlich sprachlos! Ich bin stolz auf dieses Team, das heute wieder bis zum Umfallen gekämpft und einer Spitzenmannschaft der Liga ein Bein gestellt hat. Heute können wir feiern, aber wir müssen weiter von Spiel zu Spiel denken“, kam der 55jährige dann jedoch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Kurz nach dem Abpfiff der hart umkämpften Partie bebte die Rittal Arena schier. Die Spieler tanzten auf dem Feld und aus 4.223 Kehlen johlte es: „Oh, wie ist das schön!“

Dabei sah es zu Beginn der Partie gar nicht nach einem klaren Erfolg der Gastgeber aus. Gegen eine kompakte Magdeburger Deckung fanden die Grün-Weißen zunächst kaum eine Lücke und lagen in der 9. Spielminute mit 1:4 zurück. Doch dann kämpfte sich Wetzlar in die Partie, spielte im Angriff geduldiger und hatte in dem portugiesischen Neuzugang Joao Ferraz einen treffsicheren Schützen. Der Linkshänder war es dann auch, der in der 20 Minute zum 6:6-Ausgleich traf und somit die Wende in der Partie einläutete.

Nationalspieler Steffen Fäth und Kreisläufer Sebastian Weber trafen kurz später zur 8:6-Führung und diesen Zwei-Tore-Vorsprung transportierten die Mittelhessen auch in die Halbzeitpause, in der beide Teams aufgrund der körperbetonten Duells, das aber jederzeit fair blieb, sicherlich kräftig durchschnaufen mussten.

In der zweiten Halbzeit brachte Gästetrainer Geir Sveinsson dann Jannick Green für Dario Quenstedt zwischen die Pfosten und der dänische Nationalkeeper zog zu Beginn den Wetzlarer Angreifern ein ums andere Mal den Zahl, parierte unter anderem auch einen Strafwurf von Maximilian Holst. Magdeburg roch Lunte und kam nach und nach näher heran. In der 44. Spielminute war es dann SCM-Linkshänder Alexander Saul, dem der 15:15-Ausgleich gelang.

Doch das Wetzlarer Kollektiv stemmte sich gegen eine erneute Wende im Spiel. Allen voran Torhüter Andreas Wolff entschärfte nun zahlreiche freie Einwurfmöglichkeiten und führte sein Team somit letztlich auf die Siegerstraße. Zwar konnte Magdeburg in der 52. Spielminute durch den stark aufgelegten Rückraumshooter Michael Damgaard noch einmal zum 19:19 ausgleichen. Doch einige Zeitstrafen brachten die Ostdeutschen danach aus dem Konzept und in den entscheidenden Nachteil gegenüber den nunmehr konzentriert spielenden Hausherren.

Als Keeper Andreas Wolff zwei freie Würfe der Gäste parierte und  Rechtsaußen Guillaume Joli per Siebenmeter sowie Spielmacher Florian Laudt ins „Schwarze“ trafen, kannte der Jubel in der stimmungsgewaltigen Rittal Arena keine Grenzen mehr.

Wetzlar feierte den dritten Sieg im vierten Heimspiel ausgelassen mit den Fans und geschlagene Magdeburger schlichen mit hängenden Köpfen in die Kabine.  

„Wir haben ein überragendes Publikum“, zollte HSG-Trainer Kai Wandschneider den Zuschauern ein Extralob und genoss den nächsten Überraschungserfolg, genau wie seine Spieler, in vollen Zügen.

Während sich bei Magdeburg Michael Damgaard (7 Treffer) und Spielmacher Marko Bazjak die Bestnoten verdienten, ragten bei der HSG Wetzlar, die mit dem Sieg einen neuen Startrekord seit Zugehörigkeit zur 1. Liga aufstellte, Joao Ferraz (9 Tore) und Keeper Andreas Wolff aus einem geschlossenen Team heraus.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, Nikolai Weber (n.e.) – Prieto (n.e.), Ferraz (9), Sebastian Weber (1), Laudt (2), Holst (3/1), Fäth (4), Bliznac (1), Joli (3/2), Klesniks (1), Kohlbacher (2), Mirkulovski (1), Lipovina.

SC Magdeburg: Green (ab 34.), Quenstedt – Musa, Musche (1), van Olphen (1), Natek (1), Bagersted (2), Haaß, Bezjak (4), Robert Weber (3/2), Saul (1), Sohmann (1), Damgaard (7), Lemke (2) 

Schiedsrichter: Immel/Klein (Ratingen/Tönisvorst) – Zuschauer: 4223 – Zeitstrafen: Wetzlar zwei (Fäth, Klesniks); Magdeburg drei (Musa, Bezjak, Sohmann) – Verworfener Siebenmeter:  Holst (Wetzlar) scheitert an Green (37.).