Hessenderby mobilisiert die Fans!

DKB Handball-Bundesliga

Nur noch wenige Stehplätze im Vorverkauf und an der Abholkasse erhältlich – Sport1 überträgt live aus Rittal Arena

Das anstehende Hessenderby in der DKB Handball-Bundesliga zwischen der HSG Wetzlar und der MT Melsungen (Anwurf: So., 17.30 Uhr, Rittal Arena) mobilisiert die Fans. Schon heute sind nur noch knapp 50 Stehplatzkarten im Vorverkauf erhältlich, so dass sich die Grün-Weißen zum Anpfiff der Partie, die von Sport1 live im Free-TV übertragen wird, sicherlich über ein ausverkauftes Haus freuen dürfen. 

„Das zeigt, dass die Handballeuphorie in unserer sportbegeisterten Region ungebrochen ist“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der die fünf Niederlagen der Domstädter in Serie nicht als Abwärtsspirale bezeichnet sehen möchte. „Da waren in Hamburg und gegen Kiel auch zwei ganz starke Leistungen gegen Spitzenteams dabei“, erinnert der 39jährige an die Phase vor Weihnachten und ist davon überzeugt, mithilfe der Zuschauer bald wieder aus dem kleinen, nicht ganz unerwarteten Leistungsloch herauszukommen.

Das fordert HSG-Trainer Kai Wandschneider von seiner Mannschaft, derzeit von einer Grippe heimgesucht. „Melsungen und wir sind jeweils mit einer Niederlage gestartet. Das hatten wir uns beide sicher anders vorgestellt“, erinnert der 52-Jährige an das 26:28 der HSG Wetzlar beim TV Großwallstadt sowie das 29:34-Niederlage der Nordhessen gegen den TBV Lemgo, „für uns gilt es von daher, über ein Erfolgserlebnis wieder den Fuß in die Tür zu bekommen.“

Trainer Kai Wandschneider hat in dieser Woche noch einmal die Probleme angesprochen, die beim TVG zur erneuten Niederlage geführt haben: Technische Fehler, nicht vorhandene Kompaktheit der 6:0-Abwehr, unnötige Zeitstrafen wegen zu geringem Abstand, Klammern und Reklamieren. Dazu sei ein besseres Umschaltverhalten der Gastgeber sowie ein deutlicher Leistungsunterschied auf der Torhüter-Position gekommen. Für den Sonntag gegen den „Final Four“-Teilnehmer fordert Wandschneider deshalb wieder mehr Disziplin und eine totale Fokussierung auf die Aufgabe. „Es muss jeder von uns beweisen, dass er für Wetzlar und unsere tollen Zuschauerspielt«, lässt der Trainer in seiner Aussage keinen Interpretationsspielraum. Zumal er nochmals an seine Aussage vor dem ersten Saisonspieltag im vergangenen August erinnerte. „Wenn wir keine 100 Prozent abrufen können, wird es schwer für uns, eine Partie zu gewinnen.“

Für Wandschneider heißt das Schlagwort für das Hessenderby „kontrollierte Aggressivität“. Unabhängig davon, in welcher Besetzung die Melsunger, die im Torhüterbereich (Appelgren, Sandström), auf der Spielmacherposition (Fahlgren, Vuckovic) oder im zentralen Deckungsbereich (Kubes, Mansson, Danner) herausragend besetzt sind, antreten werden, stellt Trainer Wandschneider unmissverständlich klar: „Wir wollen die Punkte!“

Die Gäste aus Melsungen hatten aufgrund einer „Grippewelle“ bei der HBL und einen Tag später bei der HSG Wetzlar um eine kurzfristige Verlegung des Spiels gebeten. Jedoch weder die Regularien der Spielordnung von HBL und DHB sehen eine entsprechende Möglichkeit aufgrund solcher Gegebenheiten vor, noch konnte die HSG Wetzlar diesem „Wunsch“ zustimmen. 

„Natürlich verschließen wir vor der Problematik der MT nicht die Augen! Aber auch wir haben derzeit einige Verletzte und Kranke im Kader, so dass das aus Melsunger Sicht vermutete sportliche Ungleichgewicht eventuell gar nicht zu Stande kommt“, so Björn Seipp. „Dazu ist die Partie mit über 4.400 Zuschauern annähernd ausverkauft und Sport 1 überträgt live! Es gibt Verträge, die die Austragung des Spiels am Sonntag bedingen und wir haben eine wirtschaftliche und organisatorische Verantwortung gegenüber der HSG Wetzlar, unseren Sponsoren und unseren Fans!“ Für Aufsichtsrat und Geschäftsführung der HSG Wetzlar stehe eine termingerechte Austragung des Prestigeduells somit außer Frage. „An der HSG Wetzlar würde bei einer Verlegung ein enormer wirtschaftlicher Schaden hängen bleiben. Die Partie muss also stattfinden!“