„Heute Training anstatt frei"

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlars Coach Kai Wandschneider lässt Zügel nicht schleifen!

Die Wetzlarer Bundesliga-Handballer befinden sich derzeit auf einem Höhenflug, sorgen für jede Menge Euphorie in der sowieso schon handballverrückten Region Mittelhessen. Nicht zuletzt das überraschende 31:31-Heim-Unentschieden gegen den letztjährigen Vizemeister und Champions League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt am Mittwoch lässt die Fans von einer erfolgreichen grün-weißen Saison träumen.

„Unsere Zuschauer dürfen das natürlich und auch wir sollten die aktuellen Erfolge über das spielfreie Wochenende genießen“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der aber umgehend einlenkt. „Träumereien sind für Mannschaft und Verantwortliche der HSG Wetzlar jedoch fehl` am Platz, dafür haben wir in der abgelaufenen Spielzeit zu viel durchmachen müssen. Ich denke daraus haben alle hier gelernt und werden hart für den Erfolg und das Ziel frühzeitiger Klassenerhalt weiterarbeiten.“

Bei Kai Wandschneider muss sich der Geschäftsführer da keine Gedanken machen. Der Coach des aktuellen Tabellenfünften hat für heute zwei Trainingseinheiten angesetzt. "Manche Spieler haben gehofft, dass wir nach dem Flensburg-Spiel bis Montag Pause machen", so der 52-Jährige. Doch auf eine solche Diskussion ließ sich der Trainer trotz des momentanen Höheflugs nicht ein. „Es gilt noch einiges in unserem Spiel zu verbessern und da müssen wir im Training dran bleiben, dürfen nichts schleifen lassen!“

Wandschneider, als akribischer Arbeiter bekannt, hält aber auch mit seiner Freude über den „Coup“ seiner Mannschaft am Tag der deutschen Einheit nicht hinter den Berg: „Das war sensationell, erneut eine faustdicke Überraschung. Wir waren mit einer Weltklasse-Truppe auf Augenhöhe! Was unsere Mannschaft und auch unsere Zuschauer an diesem Abend geleistet haben, dafür meine Hochachtung“, so der gebürtige Hamburger.

Am Mittwochabend rückte vor der Wetzlarer Saison-Rekordkulisse von 4.113 Zuschauern still, heimlich und leise ein Wetzlarer Neuzugang in den Mittelpunkt, der bislang weniger für Schlagzeilen gesorgt hatte: Fannar Thor Fridgeirsson (Bild). Als „zentrale Figur“ in der aggressiven 3:3-Deckung klaute der Isländer den Flensburger Angreifern zum Ende der Partie gleich zwei wichtige Bälle, um sie kurz später im Tor der Norddeutschen zu versenken. "Ich habe eigentlich nichts gemacht. Die Pässe habe ich geschenkt bekommen", zeigte sich Fridgeirsson nach dem Abpfiff bescheiden. Nach seinen beiden Treffern in der 55. Minute zum 29:28 schnupperten die Hausherren sogar am Sieg. Doch die Gäste zeigten ihre ganze Klasse und gingen in der an Spannung und Dramatik nicht zu überbietenden Schlussphase wieder in Führung. Dass es am Mittwoch zum verdienten Punktgewinn reichte, lag an der Nervenstärke von Kevin Schmidt, der einen Siebenmeter acht Sekunden vor dem Abpfiff verwandelte.

Tobias Hahn steht kurz vor seinem Comeback

Gute Nachrichten gab es für die HSG Wetzlar dieser Tage auch von Seiten der medizinischen Abteilung des Clubs. Rechtsaußen Tobias Hahn, der sich im März dieses Jahres im Auswärtsspiel in Balingen das Kreuzband im linken Knie gerissen hatte, kann Mitte des Monates wieder komplett ins Mannschaftstraining einsteigen. „Das freut mich natürlich sehr für Tobias, dass diese lange und harte Zeit der Verletzungspause und Reha nun langsam zu Ende geht“, so Geschäftsführer Björn Seipp. „Klar ist aber auch, dass Tobi auch jetzt noch Zeit braucht, um sein altes Leistungsniveau wieder zu erreichen. Ich denke, dass er aber schon bald für Entlastung von Tobias Reichmann auf Rechtsaußen sorgen wird.“