HSG begrüßt Alt und Neu

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Wetzlar startet mit Klimovets heute gegen "Petkos" Göppinger ins Jahr 2012

Am Montagabend hatte Trainer Gennadij Chalepo seine "Schäfchen" erstmals nach der Europameisterschaft wieder zusammen. Heute (Anwurf: 20.15 Uhr) braucht Handball-Bundesligist HSG Wetzlar in der Rittal-Arena neben den erwarteten 3800 Zuschauern auch auf dem Feld alle Mann, um Frisch Auf Göppingen ernsthaft in Gefahr zu bringen.

 

Zumal auf der Bank der Schwaben ein ausgemachter Kenner der Grün-Weißen sitzt: Velimir Petkovic. Der 55-jährige Coach, der 2004 von der HSG nach Göppingen wechselte, freut sich auf den heutigen Start ins neue Pflichtspiel-Jahr, weiß aber auch: "Zwei Punkte im ersten Spiel nach der Pause sind enorm wichtig. Aber das gilt ja auch für unseren Gegner. Es wird eine ganz enge Kiste. Wetzlar ist mit Sicherheit heiß auf ,Petko und Frisch Auf", sagt der gebürtige Bosnier vor dem Wiedersehen mit seinem Ex-Club.

Neben dem alten Bekannten an der Seitenlinie muss sich die HSG auch auf einen neuen Spielmacher der Göppinger einstellen. Nachdem sich Michael Haaß in der Schlussphase des letzten EM-Auftritts der deutschen Nationalmannschaft gegen Polen das rechte Fußgelenk gebrochen hatte (Petkovic: "Wir haben das Spiel mit der ganzen Mannschaft am Fernsehen geschaut und wussten sofort, was passiert war") und monatelang ausfällt, reagierten die Verantwortlichen. Der Tabellenneunte verpflichtete den 28-jährigen Bozidar Markicevic vom finanziell angeschlagenen spanischen Erstligisten BM Antequera. "Wir sollten aber in Wetzlar nicht zu viel von ihm erwarten, sondern müssen schauen, wie er sich in der neuen Bundesliga-Welt zurechtfindet", setzt Petkovic zunächst auf Drasko Mrvaljevic im Spielaufbau. Daneben präsentiert Frisch Auf mit Momir Rnic und vor allem mit Pavel Horak (der ärgerte die HSG beim 33:27 für Göppingen im Hinspiel gewaltig) gestandene internationale Kräfte. Gleiches gilt für Torhüter Enid Tahirovic sowie die deutschen Nationalspieler Dragos Oprea (Linksaußen), Manuel Späth (Kreis) und Christian Schöne (Rechtsaußen).

Die Wetzlarer müssen sich aber keineswegs vor dem heutigen Gegner verstecken. Da wäre zum einen die Erinnerung an den 13. Oktober 2010, als die HSG beim letzten Gastspiel der Göppinger in der Rittal-Arena einen 23:22-Erfolg feierte. Zum anderen verstärkt Andrej Klimovets heute Abend erstmals die Grün-Weißen in einem Punktspiel. Velimir Petkovic wird zwar sicherlich gut vorbereitet auf den Weltmeister von 2007 sein, zumal er "Klimo" beim Handball-Silvesterturnier in New York sogar höchstpersönlich in einer von ihm gecoachten Mannschaft hatte. Aber der 37-jährige Kreisläufer kann und wird speziell der Wetzlarer Defensive noch mehr Stabilität verleihen. "Davon sind Gennadij und ich überzeugt", hatte Aufsichtsratssprecher Manfred Thielmann am Montag bei der Präsentation des prominenten Neuzugangs verkündet.

Da Lars Friedrich bleibt, muss Daniel Valo die Grün-Weißen verlassen

Während sich Klimovets keine Sorgen um eine schnelle Eingewöhnung auf der Bundesliga-Bühne macht, bangt sein ehemaliger Mitspieler und jetziger Trainer um einige angeschlagene Akteure. Peter Jungwirth hat aufgrund seines Bänderrisses nahezu in der kompletten Vorbereitung gefehlt. Die Kreisläufer Giorgos Chalkidis (muskuläre Probleme) und Kari Kristjan Kristjansson (nimmt wegen einer Erkältung Antibiotika) trainierten zwar am Montag erstmals wieder mit der Mannschaft und sind laut Chalepo heute Abend auf jeden Fall dabei. Aber inwieweit alle drei volle Pulle geben können, ist fraglich.

Umso wichtiger, dass Kevin Schmidt (stand in einer internationalen Auswahl gegen die deutsche Nationalmannschaft) und vor allem Steffen Fäth (warf vier Tore für ein deutsches B-Team gegen Aue) mit viel Selbstvertrauen vom All-Star-Spiel am Wochenende in Leipzig zur HSG zurückgekehrt sind. "Steffen hat einen Riesenschritt nach vorn gemacht, jetzt muss er es nur noch im Spiel umsetzen", hofft Chalepo auf die lang erwartete Leistungsexplosion des Rückraumspielers. "Wir haben nicht umsonst mit ihm um zwei Jahre verlängert", vertraut auch Manfred Thielmann dem einst als größtes deutsches Handball-Talent bezeichneten Fäth noch viel zu.

Die Wetzlarer leisten sich laut Thielmann derzeit den "Luxus, sieben Rückraumspieler, also einen zu viel zu beschäftigen". Lars Friedrich wird, weil er einen länger laufenden Vertrag hat, nun doch über die Saison hinweg bleiben, Daniel Valo den Verein ebenso wie Chalkidis am Rundenende verlassen. Weitere offene Personalien für die kommende Runde sind auf Eis gelegt, auch weil die Frage nach dem künftigen Abwehrchef und dessen Position im Angriff noch nicht beantwortet ist. "Denn wir brauchen zunächst bis Ende März sechs bis acht Punkte mehr. Am besten fangen wir gegen Göppingen damit an", sagt Thielmann. Umso wichtiger, dass Chalepo am Montag alle Schäflein im Training beisammen hatte.

Volkmar Schäfer