HSG-Coach Wandschneider erwartet gegen Balingen „Kopf an Kopf“-Rennen!

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar will Serie von 16:4-Punkten aus den vergangenen zehn Heimspielen ausbauen – Mittelhessen haben sich als neues Saisonziel einstelligen Tabellenplatz gesetzt!

Wenn die Handballer der HSG Wetzlar am Freitag um 19.45 Uhr in der Rittal Arena auf den Ligarivalen aus Balingen treffen, dann scheint diese Partie von der Papierform ein Spiel um die „Goldene Ananas“ zu sein. Faktisch gerettet geht es für beide Teams scheinbar nur noch um die Verbesserung der eigenen Statistik. Doch Wetzlars Coach Kai Wandschneider erwartet für das Spiel und von seiner Mannschaft alles andere als ein solches Schaulaufen. Geleitet wird das Duell der Tabellennachbarn von den erfahrenen DHB-Elitekader-Schiedsrichtern Matthias Brauer und Kay Holm. Die Spielaufsicht hat Frank Wenz.

„Ich erwarte ein ganz enges ‚Kopf an Kopf‘-Rennen. Balingen hat bereits jetzt eine Rekordsaison gespielt und zuletzt, im Vergleich zum Saisonbeginn, erstaunlich viele Tore erzielt“, weiß Kai Wandschneider nur zu gut, dass besonders die Personalpolitik der Gäste und die gute Arbeit von Trainer Gaugisch Ausschlag für die frühzeitige Rettung und erfolgreiche Saison der Gallier von der Alb sind. Es sei „das wohl stärkste HBW-Team der Bundesligageschichte“, das mit Nyokas, Strobel, Böhm, König, dem nachverpflichteten Vasilakis und dem Youngster Frietsch einen extrem variablen und durchschlagkräftigen Rückraum besitzt. „Da wird deutlich mehr Druck und Variabilität zu erwarten sein als beim sensationellen Sieg gegen die Löwen vor der dreiwöchigen Pause“, erschwert die seltene und unkonventionelle 3:2:1-Abwehr der Balinger zudem die Vorbereitung auf den Gegner.

Nicht zuletzt daher wird Wandschneider sein Team auch zu einer zusätzlichen Videoanalyse bitten, „wir werden uns alle Sachen zweimal ansehen, um genau zu erinnern und sehen, was dort wie passiert“, gibt sich der Sportwissenschaftler wie gewohnt akribisch. Weil das Team der HBW nur aufgrund eines Gerichtsurteils in der Bundesliga antreten durfte, „hat der Verein seine Lehren gezogen“ (Wandschneider) sieht der HSG-Coach die Gründe für die konsequenten Nachverpflichtungen bei verletzungsbedingten Ausfällen. Im Zuge dessen haben die Gäste ihren Kader sukzessive nicht nur quantitativ verstärkt. „Schon vorab hatte man auf der Alb eine Vielzahl guter Spieler, die auch Nationalspieler sind. Nun mit den Nachverpflichtungen von Vasilakis, oder Keeper Fazekas ist das eine sehr starke Truppe“, hat Wandschneider immensen Respekt vor den Galliern. Auch deren Einstellung und Spielweise ringt dem gebürtigen Hamburger jede Menge Komplimente ab: „Sie spielen immer mit viel Emotionen und Leidenschaft, kämpfen bis zum Ende und haben mit Markus Gaugisch einen sehr guten und taktisch cleveren Trainer. Die werden sich hier nicht einfach kampflos ergeben“, erwartet er ein hartes Stück Arbeit, wollen er und seine Mannen die Heimpunkte 20 und 21 in der laufenden Saison einfahren.

Alle Ziele der Saison seien bereits erreicht, „wir haben die Klasse gehalten, dies frühzeitig erreicht und zudem einen Großen geschlagen. Nun haben wir ein neues Ziel und das heißt klar, einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen – dafür müssen wir Balingen schlagen. Auch wäre ein weiterer Heimsieg ein Dank an unsere tollen Zuschauer, die sich das absolut verdient haben“, ist sich der Trainer trotz allem bewusst, dass dieses Unterfangen noch einmal alle Kräfte und Konzentration benötigt. So müssen es laut seiner Rechnung mindestens vier Zähler aus den verbleibenden fünf Partien werden, um dieses Ziel zu realisieren. Ob dies gelingt, das liege an „jedem Einzelnen selbst und dessen Bereitschaft“. Dafür nämlich müsse sich jeder Spieler noch einmal „richtig quälen“ und auch an die Grenzen gehen, egal wohin seine Reise nach der Saison geht, appelliert er an die Ehre und den Sportsgeist seiner Schützlinge. Personell könnte es jedoch einmal mehr eng werden. So mussten Kristian Bliznac und Ivano Balic mit Rückenproblemen zuletzt zweimal im Training passen und auch hinter Sebastian Weber (Einblutung im Oberschenkelmuskel) steht ein Fragezeichen. Zudem seien die Nationalspieler allesamt zwar gesund und unverletzt, aber doch müde ob der Spiel- und Reisestrapazen.

Insofern wird es auch entscheidend sein, wer nach der langen, dreiwöchigen Pause besser in die Startlöcher kommt. Der Sieg gegen die Löwen direkt vor der Länderspielpause könnte da ein psychologischer Vorteil für die Grün-Weißen sein. Der Unterstützung der treuen Fans ist sich Wandschneider und sein Team indes sicher, „es werden wieder über 4000 Zuschauer erwartet, es gibt nur noch wenige Stehplatzkarten“, so Geschäftsführer Seipp. Dieser freut sich zudem über die tolle Aktion der Organisation Round Table 86. „Die Zuschauer können am Freitag ihren Becherpfand in der Rittal Arena zu Gunsten des Albert-Schweitzer Kinderdorfes spenden. Das ist eine tolle Sache, die wir natürlich gerne unterstützen wollen“, so Seipp weiter.