HSG-Nachwuchs dreht scheinbar schon verlorenes Spiel!

DKB Handball-Bundesliga Nachwuchs

Nach 12:17-Pausenrückstand gelingt der HSG Wetzlar U19 die Wende in der zweiten Halbzeit zum 33:32-Endstand!

Die männliche Handball-A-Jugend der HSG Wetzlar gewann nach großem Kampf das Halbfinalhinspiel der deutschen Meisterschaft mit 33:32 (12:17) gegen einen körperlich robusten TSV Burgdorf. Sahen die Gastgeber noch im ersten Durchgang wie der spätere Verlierer aus, sollte sich aufgrund einer breiten Bank das Blatt doch wenden.

Mit Trommlern, selbstgemalten Plakaten und ausgelegten Fanklatschen war alles für ein Handballfest angerichtet, und solch eines sollten die 800 Zuschauer in der Sporthalle Dutenhofen auch geboten bekommen. Erfreute Gesichter gab es in der Anfangsphase jedoch zunächst auf Seiten der Gäste, die einen nervösen Start der Heimsieben dazu nutzten, um sich nach zehn Minuten auf 7:3 abzusetzen. Besonders das "Gehirn" der Recken, Jago Mävers, führte in den ersten Minuten sehr klug Regie und knackte immer wieder den grün-weißen Deckungsverbund. Eben dieser erwies sich bei den Niedersachsen als sehr sattelfest und im Zentrum der 6:0 leistete das Duo Feise/, Mäkel einen guten Job. Zudem stellte Fabian Piatke im Gehäuse der Gäste einen sicheren Rückhalt dar, weshalb es nach 18 Minuten 7:12 stand.

HSG Wetzlar - TSV Burgdorf 33:32

Heimtrainer Thomas Weber reagierte und nahm Spielmacher Mävers an die kurze Leine, was Wirkung zeigte. Mit der Einwechslung von Max Leger kam zudem frischer Wind in das Angriffsspiel der Dutenhofener, sodass Jugendnationalspieler Jonas Müller in der 24. Minute denn 11:12-Anschlusstreffer markierte. Den Aufschwung konnten die Mittelhessen jedoch nicht aufrecht erhalten und produzierten bis zur Halbzeitsirene ungewohnt viele technische Fehler. Diese wiederum münzten die Gäste aus Hannover zu einfachen Gegenstoßtoren um und erspielten sich innerhalb weniger Minuten ein komfortables Polster. "Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele einfache Fehler gemacht und auch einiges verworfen. Im Gegenzug haben wir direkt einen Gegenstoß kassiert. Für uns war es wichtig, dass wir gut in die zweite Halbzeit kamen", bilanzierte HSG-Mittelmann Lukas Gümbel.

Innerhalb weniger Minuten reduzierten seine Farben den Rückstand auf drei Tore, aber wieder hatten die Burgdorfer eine Antwort parat. Ab der 42. Minute bewies HSG-Übungsleiter Weber ein goldenes Händchen, indem er den B-Jugendlichen Till Klimpke ins Tor stellte, der den verletzten Stefan Hanemann ersetzte. Mit Klimpke wurde die Wende eingeläutet. Neun Minuten später war es mit Jonas Leger der nächste Joker, der stach. Mit einem Doppelschlag glich der Linkshänder zum 28:28 aus, ehe mit einer sensationellen Kombination in der 58. Minute die 30:29-Heimführung erzaubert wurde. Das technische perfekte No-Look-Nachläuferanspiel von Lukas Gümbel auf den bärenstarken Linksaußen Leon Bremond, wird mit großer Sicherheit auch Ivano Balic gefallen haben, der mit seinen Mannschaftskameraden den Nachwuchs unterstützte.

In den Schlussminuten übernahm dann der wurfgewaltige Jonas Müller Verantwortung, der ebenfalls von der Bank kam und die letzten beiden Treffer unter stehenden Ovationen reinhämmerte und somit den schon fast verlorenen Sieg sicherte. "Wir haben eine exzellente erste Hälfte gespielt. In der zweiten stand unsere Abwehr nicht mehr gut und die Torhüterleistung war auch schwächer. Wetzlar hat uns immer wieder mit seinen Kreuzbewegungen ausgehebelt. Es ist schade, da ich natürlich lieber gewonnen hätte, aber vom Ergebnis her ist im Rückspiel alles offen", sagte ein nur mäßig enttäuschter TSV-Trainer Carsten Schröter. Sein Pendant Thomas Weber hatte verständlicherweise ein wenig mehr Grund zur Freude. "Ich muss meiner Mannschaft ein großes Lob aussprechen, die besonders mental eine starke Leistung abgeliefert hat. Die zweite Halbzeit war bei uns eine Steigerung um 120 Prozent. Im Angriff hatten wir eine höhere Effektivität als in der ersten Hälfte und die Abläufe waren sicherer. Jede Maßnahme hat glücklicherweise gegriffen, wie zum Beispiel Till Klimpke, der eine starke Partie gemacht hat."

Wetzlar: Stroh, Klimpke; Gümbel (6), Heuer, J. Leger (3), Bremond (10/5), Müller (4), Klein (3), Schwalbe (3), Bechert, M. Leger (2), Gohly (1), Markovic (1), Höhn.

Burgdorf: Piatke, Thiele; Hermann (7), Mävers (6/2), Krone, Donker (3), Post (5/2), Mäkel (5), Ratsch, Weigel (1), Oelkers, Paternoga, Feise (5).

Schiedsrichter: Moles/Pittner (Heddersheim/Karlsruhe) - Zuschauer: 800 - Zeitstrafen: 6:6 Minuten - Siebenmeter: 7/5:6/4.

Quelle: Gießener Anzeiger, Conrad Melle