HSG schlägt Gummersbach

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

HSG Wetzlar schlägt Gummersbach mit 31:25 (12:10)

Da stand er und lächelte verschmitzt in seinen Rauschebart. "Das war schon ganz in Ordnung", ließ es Christian Rompf bezüglich seiner eigenen Leistung erst einmal zurückhaltend angehen. Doch der 27-Jährige, der nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Kevin Schmidt gestern Abend auf dem linken Flügel die erste Geige im Ensemble der HSG Wetzlar spielte, legte nach.

"Die gesamte Mannschaft hat heute eine überragende Deckung gezeigt. Und wenn mal ein Ball durchkam, dann hatten wir ja noch unseren Torhüter Andi Wolff", sprudelte es nach dem 31:25 (12:10)-Erfolg der Grün-Weißen gegen den VfL Gummersbach in der Handball-Bundesliga aus "Rompe" heraus.

Torflaute der Gäste und ein starker Andreas Wolff bringen die Wende

"Es freut mich sehr, dass Christian ein so gutes Spiel gemacht und auch die Siebenmeter reingemacht hat", lobte Kai Wandschneider den Routinier. "Ich bin stolz auf die gesamte Mannschaft, die die richtige Antwort auf die Leistung gegen Minden gegeben hat", bezog der HSG-Trainer dann aber alle Spieler in sein positives Fazit mit ein. Die Gastgeber brauchten allerdings eine gute Viertelstunde, um den Kampf anzunehmen. Die schnelle 2:0-Führung durch Florian Laudt und Schmidt-Ersatz Rompf war ebenso schnell dahin. Während sich die Wetzlarer, die neben Schmidt auch auf den verletzten Ivano Balic verzichten mussten, einen kleinen Fehler nach dem anderen leisteten oder reihenweise an Nationaltorhüter Carsten Lichtlein scheiterten, nahm der Altmeister aus dem Oberbergischen die "Geschenke" dankend an. Christoph Schindler und Mark Bult, beim 20:20 im Hinspiel nicht dabei, sowie der österreichische Linksaußen Raul Santos führten den VfL bis auf 8:4 (15.) davon.

Kai Wandschneiders Auszeitansprache zeigte Wirkung, die Einwechslungen von Adnan Harmandic (für Florian Laudt) und Kristian Bliznac (für Steffen Fäth) sollten dann die Wende bringen. Der bosnische Regisseur warf sich immer wieder mutig ins Getümmel und verhalf seinen Nebenleuten zu den nötigen Freiräumen. Und der schwedische Hüne ließ sich nicht lange bitten. Ob im für ihn untypischen Tempogegenstoß (zum 8:8) oder zwei Mal knallhart aus dem Rückraum (zum 9:8 und 11:9) - Bliznac rechtfertigte auch im Angriff das Vertrauen, das Wandschneider ("Kristians Einwechslung hat sich ausgezahlt") ihm entgegenbrachte.

Gummersbachs 13-minütige Torflaute, ein starker Andreas Wolff im Kasten (insgesamt mit 16 Paraden) und ein sich steigernder Jens Tiedtke am Kreis machten Wetzlar beim Pausen-12:10 zum Zwei-Tore-Leader.

Der Vorsprung war zwar wie schon in Halbzeit eins in Windeseile aufgebraucht. Aber aus dem 12:12 (32.) machte die HSG - angetrieben vom listigen Harmandic und mit einer stark verbesserten zweiten Welle im Gepäck - binnen acht Minuten ein 20:15. Aufgeben wollten sich die Mannen von VfL-Coach Emir Kurtagic ("Wir haben an unsere Chance geglaubt") zwar nicht, was die Zwischenstände von 21:19 (43.) und 26:24 (55.) durchaus bewiesen. Als Rompf nach zwei zuvor vergebenen Strafwürfen von Kent Robin Tönnesen und Tobias Reichmann neben seiner Sahneleistung auf Linksaußen obendrein zum sicheren Siebenmeter-Schützen aufstieg und den Schmidt gab, war der Drops in der mit 4047 Zuschauern gefüllten Rittal-Arena gelutscht und die zwei wohl noch fehlenden Punkte zum Klassenerhalt für die HSG Wetzlar eingetütet. Florian Laudt setzte mit seinen Treffern auf dem Spielfeld die letzten Glanzpunkte, dem überragenden "Rompe" gehörte das Schlusswort: "Ich habe in dieser Saison noch keinen Siebenmeter geworfen. Deshalb wusste Carsten Lichtlein auch nicht, wo der Ball von mir hingeht."

Wetzlar: Wolff, Dahl (n.e.) - Prieto, Tiedtke (6), Rompf (7/3), Weber, Tönnesen (1), Reichmann (4), Laudt (4), Fäth (2), Hahn, Bliznac (6), Harmandic (1), Klesniks.

Gummersbach: Lichtlein, Puhl (n.e.), Puhle (n.e.) - Schindler (3), Kopco (3), Putics (2), Lützelberger (2), Heyme, Fredrik Larsson (1), Predarovic, von Gruchalla (5), Bult (2), Schröter (1), Santos (6/1).

Schiedsrichter: Blümel/Loppaschewski (Berlin) - Zuschauer: 4047 - Zeitstrafen: Wetzlar fünf (Tiedtke, Klesniks, Rompf, Prieto zwei), Gummersbach vier (Kopco zwei, Lützelberger, Putics) - verworfene Siebenmeter: Tönnesen (Wetzlar) scheitert an Lichtlein (10.), Reichmann (Wetzlar) scheitert an Lichtlein (40.).

Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung