HSG Wetzlar auch im zweiten Testspiel mit deutlichem Erfolg!

Jannik Kohlbacher in seinem ersten Spiel für die HSG Wetzlar.

DKB Handball-Bundesliga

500 Zuschauer fanden trotz der Sommerhitze den Weg in die Friedberger TSV-Halle, um das Freundschaftsspiel zwischen den Handballern und dem hessischen Bundesligisten aus Wetzlar zu verfolgen. Die HSG, die seit Montag ein Trainingslager in der Herzogstadt abhält, gewann die Partie mit 20:42 (9:20).

Abteilungsleiter Dr. Johannes Bauer war mit der Veranstaltung zufrieden: „Für die Zuschauer auf den Rängen war das Spiel wahrscheinlich fast so anstrengend wie für die Spieler. Aber wir vom TSV Friedberg sind froh über den großen Zuspruch, den dieses Freundschaftsspiel erhalten hat. Dass so viele Fans an einem heißen Sommertag in unsere Halle kommen, zeigt, dass die Friedberger Handballer immer noch ein Publikumsmagnet sind.“ 

Der Gegner aus Wetzlar musste kurzfristig auf die beiden Nationalspieler Kristian Bliznac und Guillaume Joli verzichten. Die beiden Stars hatten sich am Vortag kleinere Blessuren zugezogen und setzten vorsichtshalber aus. Friedberg konnte beinahe in Bestbesetzung antreten, nur Lukas Aigner pausierte noch. Der Halbrechte, der sich im Januar an der Hand verletzt hat, befindet sich derzeit im Aufbautraining, wird aber laut Trainer Manuel Vilches-Moreno Anfang August in die reguläre Saisonvorbereitung einsteigen. 
Der TSV überraschte gegen Wetzlar mit einer offensiven Abwehrformation. Vilches-Moreno erklärte die Abkehr von der gewohnten 6:0-Deckung folgendermaßen: „Wir haben viele schnelle Spieler, darum können wir auch etwas offensiver decken. Außerdem sind wir so taktisch um einiges flexibler, denn eine unserer Stärken liegt im Tempospiel, und dafür ist eine offensivere Abwehr gut geeignet. Natürlich werden wir in der Vorbereitung weiter an diesem System arbeiten, aber gegen Wetzlar hat schon vieles gut geklappt.“ 

Friedberg konnte die ersten zehn Minuten gegen den Bundesligisten offen gestalten. Der TSV konnte zwar nie in Führung gehen, aber beim 3:3 und beim 4:4 war man kurzzeitig auf Augenhöhe. Nach elf Minuten vergaben die Herzogstädter einen Konter und damit die Chance zum 8:8 - Ausgleich. Danach machte Wetzlar ernst und zog das Tempo an. Da Fabian Abstreiter, der mit Abstand gefährlichste Friedberger Angreifer, eine kleine Pause bekam, dauerte es fast 13 Minuten bis zum nächsten Treffer der Gastgeber. Die HSG erzielte die meisten ihrer Tore durch die bessere Physis, besonders gegen den Halblinken Steffen Fäth und den Linksaußen Maximilian Holst fand die Abwehr des TSV kein Mittel. Kurz vor der Pause beendete Abstreiter die Torflaute mit seinem Treffer zum 8:16, nach 30 Minuten ging es mit einem 9:20 in die Kabinen. 

Im zweiten Durchgang wechselten beide Trainer viel, die Partie hatte nun etwas weniger Tempo zu bieten. Das lag sicherlich auch an den hohen Temperaturen in der Halle, außerdem sind beide Mannschaften noch mitten in der Saisonvorbereitung. Die beiden Friedberger Keeper Daniel Eberle und Gerry Schwarz, die im zweiten Durchgang eingesetzt wurden, konnten jeweils einen kleinen Achtungserfolg für sich verbuchen: Jeder schaffte es, einen Siebenmeter zu parieren. Ein weiteres Highlight gelang dem Neuzugang Daniel Okyere, eigentlich Kreisläufer: Zehn Meter zentral vor dem Tor stieg er aus dem Stand hoch zum Sprungwurf und tunnelte den gegnerischen Keeper zum 13:24. Wetzlar ließ danach für elf Minuten kein weiteres Tor zu und setzte sich bis zehn Minuten vor Schluss auf 13:32 ab. Die Friedberger kämpften und arbeiteten nach Kräften, manche Aktionen des Erstligisten konnte die Defensive so vereiteln. Nach 60 Minuten stand ein 20:42 (9:20) auf der Anzeigentafel. 

Coach Vilches-Moreno zog folgende Bilanz: „Die Jungs haben super gekämpft und trotz der großen Hitze alles gegeben. Ich habe viele gute Ansätze gesehen. Erfreulich war auch, dass wir unseren Neuzugängen viel Einsatzzeit geben konnten. Sie brauchen das, denn so lernen sie am besten unsere Spielzüge unter Wettkampfbedingungen. Ich bin mit unserer Vorstellung zufrieden, natürlich ist ein starker Erstligist wie Wetzlar kein echter Maßstab für uns, dafür sind die Unterschiede zu groß. Aber im Wettkampf mit den Besten kann eine junge Mannschaft wie die unsere viel Wichtiges lernen.“

Quelle: handball-world.com