HSG Wetzlar belohnt sich in Magdeburg nicht für großen Kampf!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen geben Führung in Schlussphase aus der Hand - Knackpunkt sind viele vergebene freie Würfe - Gastgeber gewinnen letztlich mit 31:29 (16:16)

In einer hart umkämpften Begegnung hat sich der SC Magdeburg zu Hause gegen die HSG Wetzlar behaupten können. Obwohl die Gäste über lange Distanz die bessere Mannschaft waren, drehte der SCM die Partie in der Schlussphase zu seinen Gunsten. Besonders Torhüter Jannick Green, der mit 16 Paraden maßgeblich am Erfolg beteiligt war, machte den Magdeburger Kasten in den letzten Minuten dicht. Am Ende feierte Magdeburg einen knappen 31:29 (16:16)-Sieg. Bester Torschütze der Partie war Michael Damgaard mit acht Treffern, sein SCM-Teamkollege Robert Weber traf sechsmal. Ebenfalls sechsmal war Wetzlars Filip Mirkulovski erfolgreich.

In einer ausgeglichenen ersten Halbzeit legte zumeist die HSG Wetzlar vor und war die bessere Mannschaft. Jedoch gelang es dem SC Magdeburg, sich immer wieder ins Spiel zu kämpfen. Michael Damgaard erzielte zwar die 1:0-Führung für die Hausherren, danach dominierte allerdings Wetzlar. Nach 13 Minuten geriet der SCM mit 5:7 ins Hintertreffen, weil Kristian Björnsen und Kasper Kvist die Magdeburger Defensive aushebelten. Spätestens als Filip Mirkulovski zum 6:9 traf, zog die HSG Wetzlar davon (16.). Doch die Gäste konnten die Führung aufgrund von einzelnen Fehlern nicht halten. Robert Weber brachte Magdeburg per Tempogegenstoß wieder auf einen Treffer heran. Wenig später hatten die Magdeburger auch bereits die Chance zum Ausgleich. 

Doch Wetzlars gut aufgelegter Tohrüter Benjamin Buric hielt jetzt einen Siebenmeter gegen Matthias Musche. Dennoch sollte Magdeburg zum Ausgleich kommen. Anton Lindskog kassierte die Zeitstrafe, sodass Wetzlar mit dem zusätzlichen Feldspieler agierte und den Torhüter herausnahm. Zweimal unterlief der Fehler, zweimal in Folge bestrafte das Christian O´Sullivan ins leere Tor 14:14 (27.). In der Folge blieb die Partie komplett offen, Wetzlar legte vor, ehe Matthias Musche mit der Pausensirene zum 16:16 einnetzte. Obendrein kassierte Alexander Herman bei der letzten Aktion vor der Halbzeit die Zeitstrafe, sodass Wetzlar bis zu 32. Minute in Unterzahl agieren musste. 

Überraschenderweise überstanden die Gäste die Folgen der Zeitstrafe. Ein starker Rückraumwurf von Filip Mirkulovski ließ die Mittelhessen erneut über die Führung jubeln. Kurz danach legte Christian Björnsen zum 16:18 nach. Robert Weber verkürzte wenig später für Magdeburg, doch die Fehlerquote erhöhte sich auf beiden Seiten, sodass es weiterhin eng blieb. Auf beiden Seiten zeichneten sich die Torhüter Jannick Green (SC Magdeburg) und Benjamin Buric (HSG Wetzlar) mit starken Paraden aus.

Erst zur 40. Spielminute konnte der SC Magdeburg das Ruder erstmals herumreißen. Drei Tore in Folge vom starken Michael Damgaard, dessen Risikowürfe jetzt immer den Weg ins Netz fanden, ermöglichten den 20:20-Ausgleich. Wenig später legte Zeljko Musa am Kreis zur Führung nach, die in der Folge aber noch mehrfach wechseln sollte. Alexander Herman überzeugte für Wetzlar mit einem starken Wurf aus dem Rückraum - es war bereits sein fünftes Tor dieser Art. Wenig später bestraften die Gästen einen technischen Fehler des SCM, sodass Anton Lindskog zum 22:23 traf. 

Magdeburg brauchte erneut eine gute Abwehrleistung und die Hilfe von Torhüter Jannick Green. Der stand seinen Mann und lieferte die nächste starke Parade, riskierte den langen Pass auf den nach vorne geeilten Robert Weber, der direkt zum erneuten Ausgleich verwandelte. Jetzt begann der dänische Olympiasieger, der HSG Wetzlar den Zahn zu ziehen. Ein Gegenstoß von Kasper Kvist wurde von Green mit der linken Hand abgewehrt. Weil der SCM aber zu hektisch agierte, kam der Ball zu Kvist zurück, der diesmal seine zweite Chance zum 23:25 nutzte (46.). Es sollte der letzte grobe Fehler der Magdeburger gewesen sein, die fortan die Arbeit ihres Torhüters zum eigenen Vorteil nutzten.

Die Schlussminuten blieben hochdramatisch. Jeder einzelne Aussetzer konnte jetzt die Entscheidung bedeuten. Gerade jetzt behielt Magdeburg kühlen Kopf, während die Fehlwurfquote der HSG Wetzlar anstieg. Erneut war Jannick Green der Fels in der Brandung für den SCM. Robert Weber klaute zudem einen Pass im Wetzlarer Aufbauspiel und bestrafte dies. Selbst in Unterzahl tankte sich jetzt Nemanja Zelenovic durch und führte das 28:27 herbei (56.). Wetzlar verwarf daraufhin den nächsten Ball, Magdeburg konterte mit Matthias Musche zur ersten Zwei-Tore-Führung für den SCM überhaupt in diesem Spiel. Jannick Kohlbacher sorgte zwar kurz danach für den Anschluss, doch Robert Weber lief ebenfalls heiß und schraubte sein Torekonto auf sechs nach oben. 

Wetzlar verpasste die schnelle Antwort und scheiterte zu 15. Mal. an Jannick Green. Wieder leitete der SCM-Keeper den Gegenstoß ein, Musa stand nun frei am Kreis und erhöhte auf 31:28. Bei noch zwei Minuten auf der Uhr war das die Entscheidung. Maximilian Holst verkürzte mit seinem verwandelten Siebenmeter auf 31:29, doch zu einem weiteren Erfolgserlebnis sollten die Gäste nicht mehr kommen, sodass der SCM den Heimsieg bejubeln konnte. 

Quelle: www.handball-world.news