HSG Wetzlar beschenkt 4.412 Zuschauer mit Heimsieg über Minden!

DKB Handball-Bundesliga

Rittal Arena restlos ausverkauft - Guillaume Joli mit neun Treffern beim 27:25-Heimsieg über kämpferische Gäste aus Ostwestfalen

Nach dem 30:24-Sieg der HSG Wetzlar im Hinspiel hatte es GWD Minden am gestrigen Abend in Mittelhessen auf Wiedergutmachung abgesehen. Es waren kaum zwei Minuten gespielt, da führten die Ostwestfalen bereits mit zwei Toren. Doch die Hausherren kämpfte sich ins Spiel und ging nach sechs Minuten erstmals in Führung (3:2). Insbesondere Kent Robin Tönnesen, der sich nach seiner Verletzungspause wieder annähernd in alter Form präsentierte, war in dieser Phase einer der wichtigsten Erfolgsgaranten auf Seiten der Wetzlarer. Gleich drei Mal in Folge konnte er sich durch die Mindener Abwehrreihen kämpfen und den Ball im gegnerischen Tor unterbringen. Doch die Ostwestfalen hielten dagegen, insbesondere Rückraumspieler Christoph Steinert (7 Treffer), war nur schwer in den Griff zu bekommen.

Nach einer knappen Viertelstunde stand die Wetzlarer Abwehr dann allerdings immer besser. In Zeitnot (Passiv-Warnzeichen) musste Minden wiederholt überhastet abschließen und scheiterte entweder an der Deckung der Hausherren oder deren Schlussmann Andreas Wolff. Vorne verwandelten Christian Rompf, Kent Robin Tönnesen und Steffen Fäth abwechselnd. Innerhalb weniger Minuten zog Wetzlar auf 11:6 davon. Auch eine offensivere Deckung der Mindener konnte den HSG-Angriff nicht stoppen. Ganze zwölf Minuten blieb Minden torlos und machte sich mit mehreren Zeitstrafen das Leben selbst schwer. Pech für die Gäste war außerdem, dass Guillaume Joli einen „Sahnetag“ erwischt hatte (9/5 Treffer) und alle Siebenmeter der Grün-Weißen sicher verwandelte. Beim Stand von 14:9 ging es in die Halbzeitpause. 

Wie zuletzt schon gegen Flensburg konnten Wetzlar nach der Pause allerdings nicht mehr an die Leistungen der ersten 30 Minuten anschließen. Die Ostwestfalen verringerten den Abstand Schritt für Schritt und stellten in der 43. Minute beim Stand von 18:17 wieder den Anschluss her. Kai Wandschneider reagierte und schickte Routinier José Hombrados ins Tor, der sich kurze Zeit später mit zwei Paraden auszeichnete, die Linksaußen „Guigui“ Joli mit sehenswerten Tempogegenstößen zu wichtigen eigenen Treffern verwandelte. Weitere Impulse sendete Wandschneider mit der Einwechslung von HSG-Kapitän Jens Tiedtke. Wetzlar konnte den Abstand auf 21:18 vergrößern. Minden hatte sich allerdings noch nicht aufgeben und kämpfte verbissen um den Ausgleich. Immer wieder sah es auch danach aus. Doch dann mobilisierten die Gastgeber ihre letzten Kräfte und drehte noch einmal voll auf. Innerhalb weniger Minuten zog Wetzlar von 22:21 auf 26:22 davon. Den Vorsprung brachten die Mittelhessen letztlich über die Zeit und konnten somit nach dem Schlusspfiff gemeinsam mit 4.412 Zuschauern (ausverkauft) die Punkte 19 und 20 feiern. Durch diesen Erfolg rutscht die HSG auf den siebten Tabellenplatz vor, Minden hingegen verbleibt auf dem siebzehnten Rang.

Stimmen zum Spiel:

Tobias Hahn (Spieler HSG Wetzlar): „Ich denke im Großen und Ganzen können wir mit den zwei Punkten sehr zufrieden sein und das war für die Fans und uns selbst ein sehr schönes Weihnachtsgeschenk.“

Florian Laudt (Spieler HSG Wetzlar): „Wir haben in der zweiten Halbzeit in der Abwehr etwas schlechter gespielt, die Torhüter haben vielleicht ein bisschen schlechter gehalten. Auf der anderen Seite hat Minden in dieser Pahse auch viel besser gespielt. Wir sind froh, dass wir den Vorsprung über die Runden bekommen haben.“

Christoffer Rambo (Spieler GWD Minden): „Wir haben einige Fehler gemacht, die uns den Sieg gekostet haben. Aber wir haben gemeinsam gekämpft und sind zurück gekommen. Am Ende war es eine 50-50-Chance das Spiel doch noch zu gewinnen.“

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „Wir haben in der ersten Halbzeit nur neun Tore kassiert. Da standen wir wirklich sehr stark. In der zweiten Halbzeit hat sich Minden meiner Meinung nach enorm gesteigert.“

Goran Perkovac (Trainer GWD Wetzlar): „Wir haben uns in der ersten Halbzeit in eine schwierige Situation gebracht, weil wir zu viele Zweiminuten-Strafen bekommen haben. Wir haben in der Abwehr unkonzentriert agiert und das hat uns das Genick gebrochen.“

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, Hombrados (ab 41.), Lipovina, Rompf (5), Weber (1), Tönnesen (5), Laudt (1), Fäth (3), Hahn (1), Bliznac, Joli (9/5) Balic (1), Klesniks, Tiedtke (1).

GWD Minden: Eijlers - Freitag (1), Schäpsmeier (2), Rambo, Steinert (7), Kunkel, Torbrügge, Jernemyr, Niemeyer (3), Schmidt (3/1), Svitlica (5), Oneto (1), Doder (3).

Zuschauer: 4.412 (ausverkauft) - Schiedsrichter: Andreas und Marcus Pritschow