HSG Wetzlar besiegt Gummersbach dank Buric-Gala!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen drehen nach 7:9-Halbzeitrückstand im zweiten Abschnitt mächtig auf - Neuzugang Stefan Cavor feiert bei 26:19-Erfolg glänzendes Heimdebüt

Nervös begann die Partie in der DKB Handball-Bundesliga vor allem für die Gastgeber der HSG Wetzlar: Direkt nach dem ersten Tor des VfL Gummersbach durch Andreas Schröder, warf der sonst so treffsichere Philipp Weber den Ball neben das Tor von Carsten Lichtlein. 4.371 Zuschauer in der nahezu ausverkauften Rittal Arena sahen zu Beginn eine zähe Partie im Oberhaus. Doch nach dem mageren 7:9 zur Halbzeit entwickelte sich in der zweiten Halbzeit eine intensive und offensivstarke Partie, die Wetzlar am Ende mit 26:19 für sich entscheiden konnte. 

Bester Werfer für Wetzlar war Kristian Björnsen mit sechs Toren, auf Seiten von Gummersbach traf Simon Ernst ebenfalls mit sechs Toren am häufigsten.Der nervöse Beginn der Wetzlarer, unterstrichen von unnötigen Ballverlusten wie von Evers Klesnik der den Pass von Filip Mirkulovski nicht fangen konnte, führten zum Spielstand von 0:2 in der fünften Spielminute. Doch nachdem Philipp Weber sich auf halbrechter Seite durchtanken konnte traf er auch das erste Mal für Wetzlar in das Tor von Carsten Lichtlein. Nach sechs Minuten stand es somit 1:2 für den VfL Gummersbach.  

Und der VfL Gummersbach, mit Europameister Julius Kühn auf der Bank, hätte in diesen ersten Minuten der Partie schon deutlicher führen können. Erst scheiterte mit Kevin Schmidt der „Rückkehrer“ am stark aufspielenden Benjamin Buric im Tor der HSG. Doch der Linksaußen, der von 2006 bis 2014 bei der HSG Wetzlar spielte, konnte seinen Fehlwurf wenig später gutmachen. Nachdem Europameister Simon Ernst vom 7-Meter-Punkt an Buric scheiterte, verwandelte Schmidt in der 11. Spielminute. Zu diesem Zeitpunkt lag die HSG beim Stand von 2:4 das erste Mal mit zwei Toren hinten. Dass die HSG Wetzlar in den ersten fahrigen Minuten nicht von der Offensivkraft der Gummersbach überrollt wurde durften sie ihrem Keeper Benjamin Buric zuschreiben, der einen Sahnetag erwischt zu haben schien. 

Ein von der Anzahl der Tore her mageres 4:6 leuchtete nach 18 gespielten Minuten von der Anzeigetafel. Auch wenn das Ergebnis nicht darauf schließen ließ: Es entwickelte sich doch ein spannendes, von Offensivaktionen dominiertes Spiel. Auf Seiten der HSG war es immer wieder Philipp Weber, der Akzente setzte, während sich für Gummersbach Ernst und Schmidt in den Fokus spielten. Nur in der Abwehr haperte es, sowohl bei der HSG Wetzlar als auch beim VfL Gummersbach. 

Knapp zehn Minuten mussten die Zuschauer in Wetzlar auf das nächste Tor ihrer HSG warten, zwischen dem Tor zum 5:6 von Vladan Lipovina und dem Treffer von Anton Lindskog zum 6:8 vergingen bange Minuten. Aber die gut aufspielende Offensive des VfL Gummersbach scheiterte Mal mal um mal an Wetzlars Torhüter Buric. Der 25-Jährige bosnische Nationalspieler wurde mehr und mehr zum Matchwinner und verhinderte schlimmeres für die HSG Wetzlar. Jannik Kohlbacher konnte 38 Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit noch auf 7:9 verkürzen, zufrieden mit der dürftigen Ausbeute von insgesamt nur 16 Toren dürften weder die Mannschaften, noch die Zuschauer auf den Rängen gewesen sein. 

Anders als zu Beginn der Partie begann HSG-Trainer Kai Wandschneider die zweite Halbzeit mit Filip Mirkulovski statt Philipp Weber auf der Spielmacherposition. Zu Bgeinn der zweiten Halbzeit leisteten sich nun auch die Gummersbacher in Person von Florian Baumgärtner Fehler. Der Rückraumrechte Florian Baumgärtner donnerte den Ball nicht an Buric vorbei ins Tor, sondern traf nur den linken Pfosten des Tores. Den Fehlversuch nutzte der neu verpflichtete montegrinische Nationalspieler, Stefan Cavor, bei seinem Heimspieldebüt um Wetzlar auf zum ersten Ausgleich zu bringen. In der 36. Spielminute traf er zum 10:10. Keine Minute später konnte Kristian Björnsen zur ersten Führung für die HSG Wetzlar treffen. 

Ausgehend von dieser ersten Führung in der 37. Spielminute platzte so etwas wie ein Knoten bei der Offensive der HSG Wetzlar. Durch einen unglücklichen Abpraller und der damit verbundenen zweiten Wurfchance konnte Evgeni Pevnov die Chance nutzen um Gummersbach wieder an die HSG heranzubringen. In diesen Spielminuten fiel Gummersbach offensiv wenig ein und die Abwehr ließ zu große Lücken. Erst Philipp Weber, gefolgt von Kristian Björnsen sorgten für die erste deutlichere Führung Wetzlars. 
Nach einer ersten Halbzeit zum vergessen entwickelte sich in der zweiten Halbzeit tatsächlich ein Handballspiel – mit besserem Ausgang für die Gastgeber. In der 42. Spielminute erhöhte Stefan Cavor auf 16:14, durch einen Ballverlust und die mitdenkenden Gummersbacher hatte Evgeni Pevnov die Chance allein auf Buric im Tor von Wetzlar zuzulaufen. Doch der Konter verblasste im Angesicht des ruhig stehenden Burics, der mit einer Leichtigkeit sein Bein hob und damit Pevnovs Chance zunichte machte. 
Durch die eigenen Offensivsaktionen und mit dem überragenden Buric im Tor entschied die HSG Wetzlar das Spiel in der zweiten Halbzeit für sich. Beim Stand von 19:14 in der 48. Spielminute machte es nicht den Anschein, als hätte Gummersbach noch mal die Chance heranzukommen. 

Mit der von Kasper Kvist herausgespielten acht Tore-Führung zum 22:14 in der 51. Spielminute war der Ausgang des Bundesligaspiels besiegelt. In den letzten Minuten konnte Gummersbach die Zeit noch nutzen um etwas Ergebniskosmetik zu betreiben, aber das änderte nichts am Ausgang des Spiels. Wetzlar gewann die Partie nach einer schwachen ersten Halbzeit mit 26:19. 

Eine schwere Aufgabe erwartet die HSG Wetzlar am kommenden Mittwoch: am 16. November treffen die Spieler um Benjamin Buric und Co. im Hessenderby auf die MT Melsungen. Die Partie in Kassel wird um 19 Uhr angeworfen. VfL Gummersbach empfängt einen Tag später, am 20. November den TVB 1899 Stuttgart. Durch den Ausgang dieses Spiels sind Wetzlar und Gummersbach nun punktgleich mit 10:12 im gesicherten Mittelfeld der Tabelle anzufinden. 

Quelle: www.handball-world.com