HSG Wetzlar chancenlos: »Zu viele freie Bälle verworfen«

Bildquelle: Oliver Vogler

DKB Handball-Bundesliga

Wetzlars Abwehrspezialist Stefan Kneer im Interview nach der Niederlage gegen seinen Ex-Verein Magdeburg.

Nach dem 21. Spieltag und der 18:26-Niederlage gegen den SC Magdeburg reiht sich die HSG Wetzlar auf Rang sieben in der Tabelle der Handball-Bundesliga ein. Gegen seinen Ex-Verein hatte auch HSG-Abwehrspezialist Stefan Kneer keinen guten Tag erwischt. Als deutscher Meister nach Wetzlar gekommen, braucht der Ex-Nationalspieler wohl noch einige Zeit, um vor allem wieder zu seinem Angriffsspiel zu finden.

Das Spiel gegen den SCM ist sicherlich anders gelaufen, als sich die Mannschaft das vorgenommen hatte. Woran lag es Ihrer Meinung nach?

Kneer: Wenn man zu Hause nur 18 Tore wirft, wird es schwierig, Spiele zu gewinnen. Wir haben uns teilweise gute Chancen erarbeitet, aber zu viele freie Bälle verworfen. Dazu kamen viele technische Fehler und Abpraller, die bei Magdeburg gelandet sind. Die Abwehr stand aber soweit ganz gut, ich denke 26 Tore sind in Ordnung. Gegen Magdeburg kann man verlieren, aber so ist natürlich bitter.

Warum ist es nicht gelungen, die Außen besser einzubinden? Hin und wieder hat es doch gut geklappt, wenn das Team konsequent abgeräumt hat.

Kneer: Ich glaube, daran lag es heute nicht. Kasper Kvist und Kristian Björnsen hatten jeder etwa vier Würfe von außen, das ist in Ordnung. Wir haben heute zu wenig Tore aus dem Rückraum gemacht, dazu vier Siebenmeter verworfen und drei oder vier Konter. Das sind dann ja auch schon sechs Tore.

War das Gerede über einen Europapokalplatz in der Mannschaft ein Thema? Hat Sie das beschäftigt?

Kneer: Das haben wir mit Sicherheit nicht gesagt. Bei uns wird eher tief gestapelt, und das ist auch in Ordnung so. Der Europapokal ist für uns relativ weit weg. Wir denken nur von Spiel zu Spiel und werden schauen, was wir in Gummersbach besser machen müssen.

War das nun ein Dämpfer, hat es das Team wachgerüttelt für den Rest der Saison?

Kneer: Wachrütteln brauchen wir uns nicht. Wir wissen selber, dass das heute nicht gut war. Solche Spiele passieren leider. Wir müssen an den Fehlern arbeiten, haben uns phasenweise auch in Kiel schon sehr schwer getan. Wir hatten heute als Vorgabe, disziplinierter zu spielen, die Bälle nicht so schnell wegzuwerfen. Das hat leider nicht so gut funktioniert, das müssen wir abstellen, da wir dem Gegner damit zu viele schnelle Tore ermöglichen. Dann, denke ich, können wir darauf aufbauen.

Quelle: Gießener Allgemeine/Daniela Pieth