HSG Wetzlar demontiert HC Erlangen mit eindrucksvoller Leistung!

Kollektiver Jubel vor den 50 Fans, die mit der Mannschaft nach Nürnberg mitgereist waren.

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen bezwingen Aufsteiger in Nürnberg mit 32:23 (14:10) – Torhüter Benjamin Buric ragt aus geschlossener Mannschaft heraus – Kai Wandschneider ist stolz auf sein Team!

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am Samstagabend ein dickes Ausrufezeichen gesetzt und beim bislang stark auftrumpfenden Aufsteiger EC Erlangen deutlich mit 32:23 (14:10) gewonnen. Damit konnten die Grün-Weißen ihr Punktekonto auf 8:8-Zähler stellen und einen großen Schritt in der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga machen.

Kai Wandschneider war nach dem Schlusspfiff einfach nur „stolz“. Björn Seipp fand es „herausragend“. Trainer und Geschäftsführer der HSG Wetzlar wählten am Samstagabend Superlative. Zu Recht. Denn die Grün-Weißen trumpften in der kühlen Arena Nürnberg auf.

Ein Erfolg, der vollkommen verdient war – auch in dieser Deutlichkeit. „Auswärts mit neun Toren zu gewinnen, ist nicht normal“, wunderte sich der einmal mehr überragende Philipp Weber nach dem Abpfiff einer überraschend einseitigen Partie in der Handball-Bundesliga. „Wir haben aber daran geglaubt“, schob der achtfache Torschütze nach.

„Wir waren von der ersten Sekunde an hellwach“, freute sich Wandschneider, wusste aber, bei wem er sich insbesondere zu bedanken hatte: Torwart Benjamin Buric bot in der Nürnberger Arena eine famose Vorstellung und zog den bislang in eigener Halle noch ungeschlagenen Gastgebern den Zahn.

Wenn es nach dem Aufsteiger gegangenen wäre, dann sollte eigentlich ein anderer Schlussmann dieser Partie seinen Stempel aufdrücken: Nikolas Katsigiannis rückte erstmals in dieser Saison wieder zwischen die Pfosten. Mit großem Applaus wurde der Rückehrer, der nach dem Bundesliga-Abstieg vor 16 Monaten für eine Saison zum THW Kiel gewechselt war, begrüßt. Die HSG hatte keine guten Erinnerungen an den Keeper, der in den beiden bisherigen Heimspielen der Franken gegen Wetzlar in der Saison 2014/2015 jeweils zum Matchwinner wurde.

Doch dieses Mal verließ der Torwart schon in der 19. Minute wieder das Feld – ohne einen einzigen Ball gehalten zu haben. „Das war ein Schlüssel zum Erfolg“, wusste Wetzlars zweiter Keeper Nikolai Weber. Denn zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste schon mit 10:6. Nach dem frühen 3:1 (8.) kam der letztjährige Zweitliga-Meister zwar besser ins Spiel und vor allem über Kreisläufer Jonas Thümmler zu Torerfolgen, doch nach dem 5:5 (12.) setzten sich die Wetzlarer langsam ab. Sie nahmen die Abwehr der ambitionierten Hausherren geschickt auseinander. Filip Mirkulovski führte gekonnt Regie und war selbst torgefährlich. Genau das hatte Wandschneider im Vorfeld der Partie von dem Mazedonier gefordert. Weil auch Philipp Weber wieder einmal in Spiellaune war und Kasper Kvist sowie Kristian Björnsen bei drei Tempogegenstößen für einfache Treffer sorgten, führten die Domstädter zur Pause überraschend deutlich.

Jeder der 3362 Zuschauer dachte aber, nach Wiederbeginn würde Erlangen mit Wut im Bauch gefährlicher. Doch die besten 20 Minuten der HSG in der bisherigen Saison machten sämtliche Pläne der Franken zu Nichte. „Diese Phase war so wichtig“, strahlte Stefan Kneer hinterher. „Wir sind einfach nicht mehr rangekommen“, ärgerte sich dagegen HCE-Trainer Robert Andersson, der alles probierte, aber immer wieder feststellen musste, dass an diesem Abend gegen die famosen Wetzlarer kein Kraut gewachsen war.

Der Schwede nahm nach 35 Minuten seine zweite und nach etwas mehr als 41 Minuten schon seine dritte Auszeit. Er stellte zwischenzeitlich auf doppelte Manndeckung gegen Philipp Weber und Filip Mirkulovski um. Und er brachte im Angriff den siebten Feldspieler. Doch die Gäste hatten auf alles eine Antwort und setzten sich auch dank weiterer Paraden von Buric bis auf 30:18 (50.) ab. Dass die Wetzlarer ihre Intensität und Effektivität in der Schlussphase etwas verloren, konnten sie verschmerzen. Der HCE betrieb etwas Ergebniskosmetik, trotzdem schlichen die Hausherren nach dem Abpfiff mit gesenkten Köpfen und leeren Blicken vom Feld. Sie hatten eine Lehrstunde erhalten.

Stenogramm:

HC Erlangen: Katsigiannis, Huhnstock; Theilinger 3, Jonas Link 3, Guardiola 1, Herbst, Haas 1, Bissel 1, Rahmel 5/2, Stranovsky, Horak, Nikolai Link 4, Thümmler 4, Sabljic 2.

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber; Kneer, Lipovina 4, Björnsen 4, Mirkulovski 2, Philipp Weber8/5, Kraft 1, Hahn, Berggren 1, Kvist 5, Klesniks 1, Lindskog 1, Kohlbacher 5.

Schiedsrichter: Marcus und Andreas Pritschow – Zuschauer: 3.362.

Quelle: www.mittelhessen.de