HSG Wetzlar entscheidet Derby beim Linden-Cup klar für sich!

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DKB Handball-Bundesliga

Grün-Weiße besiegen Zweitligisten TV Hüttenberg mit 35:29 (22:12) – Nationalspieler Jannik Kohlbacher mit sieben Treffern „Mann des Spiels“

Es war die 25. Auflage des ewig jungen Mittelhessen-Derbys beim Linden-Cup zwischen der HSG Wetzlar und dem TV Hüttenberg – doch selten war es eine derart klare Angelegenheit im für die Fans so prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell. Vor über 800 Zuschauern in der Sporthalle im Stadtzentrum in Linden zeigte der Erstligist aus Wetzlar dem Zweitligisten vor allem in der ersten Halbzeit deutlich seine Grenzen auf und gewann am Ende ungefährdet mit 35:29.

Zwar ging Hüttenberg im ersten Angriff durch Daniel Wernig mit 1:0 in Führung, doch dies sollte bis zum Schlusspfiff das letzte Mal gewesen sein. Gründe für die Wetzlarer Dominanz gab es viele: Keeper Nikolai Weber vernagelte sein Gehäuse regelrecht, hielt nicht nur einen Siebenmeter vom früheren Kollegen Christian Rompf, sondern entnervte die Hüttenberger Schützen mit einer Serie von Glanzparaden. Vor ihm stand aber auch eine kompakte Wetzlarer Abwehr, die mit ihrer 6:0-Deckungsformation um Evars Klesniks und Neuzugang Stefan Kneer den TVH-Angriff komplett beherrschte.

Und schließlich waren es auch individuelle Unzulänglichkeiten der Mannen aus der Handkäsemetropole, die es dem Erstligisten leicht machte, über die Stationen 8:2 (Ferraz, 9.) auf 12:4 (Holst, Siebenmeter, 15.) und 17:7 (Kristian Björnsen, 21.) davonzuziehen. Wetzlar spielte konzentriert die Ballstafetten bis zum Ende durch, nutzte die körperliche Überlegenheit von Jannik Kohlbacher am Kreis und war bis zum Pausenpfiff beim 22:12 die zehn Tore tatsächlich auch besser.

„In der ersten Halbzeit haben wir, dafür dass wir erst seit zwei Wochen trainieren, überragenden Handball gespielt“, freute sich Wetzlars Trainer Kai Wandschneider. „Die Deckung war schnell auf den Beinen und sehr aggressiv. Deshalb konnten wir auch einige leichte Tore aus der ersten und zweiten Welle erzielen. Im Angriff haben wir die Spielzüge ruhig und konzentriert auf den Punkt gespielt. Leider ist uns das in der zweiten Hälfte nicht mehr so gut gelungen.“

Dass es nach der Pause kein Hüttenberger Debakel gab, lag zum einen an der personellen Rotation der Grün-Weißen, aber ganz sicher auch daran, dass sich beim Erstligisten in der Gewissheit des sicheren Sieges einige Fahrlässigkeiten einschlichen. „Einige der Spieler, die in der zweiten Halbzeit auf die Platte kamen, haben vor eigenem Publikum vielleicht zu viel gewollt und waren nicht locker genug“, erklärt Wandschneider, der den Spielern diesbezüglich aber keinen Vorwurf machen möchte.

Durch die sich häufenden Wetzlarer Fehler kam der Zweitligist aus Hüttenberg ab der 40. Spielminute besser in die Partie. Die flexible 3:2:1-Deckung des TVH erkämpfte sich etliche Bälle, Matthias Ritschel im TVH-Tor verhinderte klare HSG-Chancen und die „jungen Wilden“ Dominik Mappes, Mario Fernandes sowie Markus Semmelroth verloren nach und nach den Respekt vor den Wetzlarer Bundesligastars und erzielten zum Teil schnelle Tore aus dem erweiterten Gegenstoß.

Über die Stationen 29:21 (47.) und 31:24 (50.) lag Wetzlar sechs Minuten vor dem Ende 33:24 in Front. Dass dann aber Hüttenberg fünf Tore in Folge bis zum 33:29 werfen konnte, dürfte HSG-Coach Kai Wandschneider nicht recht gewesen sein, auch wenn am Ende das 35:29 von der Anzeigentafel leuchtete. „Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten meiner Mannschaft gesehen, aber grundsätzlich sind wir mit dem heutigen Abend zufrieden und wissen jetzt noch etwas genauer, wo wir weiter anzusetzen haben. Jetzt freuen wir uns auf da Duell mit der MT Melsungen am Donnerstag“, so der 56-jährige, der seine Spieler davor noch zu drei Trainingseinheiten „eingeladen“ hat.

Einen erfolgreichen Wetzlarer Handballabend rundete die U19 der Grün-Weißen ab, die im Einlagespiel den Ligakonkurrenten aus Hüttenberg trotz einiger Ausfälle mit 19:17 bezwang. Die meisten Tore für den grün-weißen Nachwuchs erzielten Torben Waldgenbach (7) und Ian Weber (4).

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Weber, Buric; Kneer (1), Lipovina(3), Björnsen (5/1), Pöter, Ferraz (3), Mirkulovski (1), Ph. Weber (4/3), Holst (6/3), Kraft (1), Hahn (3), Klesniks, Lindskog (1), Kohlbacher (7).

TV Hüttenberg: Ritschel, Schaumburg; Stefan, Sklenak, Wörener (1), Lambrecht (1), Wernig (7/3), Rompf (1), Zörb (1), Fernandes (5), Johannsson (1), Roth (1), Mappes (5/1), Hofmann, Semmelroth (6).

Schiedsrichter: Köppel, Regner (Laudenbach/Nieder-Olm) – Zeitstrafen: 6:4 Min. (Klesniks (2), Ferraz/Semmelroth, Fernandes).