HSG Wetzlar fährt Kantersieg beim VfL Gummersbach ein!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen besiegen Traditionsclub zum Saisonauftakt mit 33:22 (16:14) - Geschäftsführer Björn Seipp sieht "starke Kollektivleistung" - Kristian Björnsen mit 11 Toren

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar sind am gestrigen Mittag mit einem furiosen 33:22 (16:14) beim traditionsreichen VfL Gummersbach in die Saison gestartet und konnten so die ersten zwei Zähler im Kampf um den frühzeitigen Klassenerhalt einfahren. Bester Werfer der Grün-Weißen, bei denen Abwehrchef Evars Klesniks wegen eines Bandscheibenvorfall fehlte, war der Norweger Kristian Björnsen mit 11/5 Toren. "Die ganze Mannschaft war heute als Kollektiv am Erfolg beteiligt. Ein solcher Sieg - egal in welcher Höhe - schafft für den Rundenbeginn Selbstvertrauen, das wir beim nächsten Spiel am Donnerstag gegen Minden in der Rittal Arena gebrauchen können“, so HSG Wetzlar-Geschäftsführer Björn Seipp nach dem Spiel.

In der Schwalbe Arena stand sowohl für die HSG Wetzlar wie auch den gastgebenden VfL Gummersbach eine erste Standortbestimmung in der Liga an. Die Auftritte im Pokal am Wochenende zuvor waren, wie auch die Leistungen in der Vorbereitung, bei beiden Teams durchwachsen - auch aufgrund zahlreicher personeller Wechsel in diesem Sommer. Die Hausherren standen nach dem Aus im Pokal gegen Saarlouis unter Druck, Wetzlar hatte nach einem schwerfälligen 31:29 gegen Konstanz ein souveränes 35:23 gegen Dresden zum Einzug in das Achtelfinale nachgelegt. 
Dass sich die beiden neuformierten Mannschaften, die zudem einige verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren mussten, aber noch in der Findungsphase befinden, war auch im ersten Abschnitt nicht zu übersehen. Stefan Cavor schloss den ersten Angriff der Wetzlarer erfolgreich ab, die Führung behaupteten die Gäste aber zunächst vor allem auch dank der Fehler der Gummersbacher. Diese glichen über Außen durch Marvin Sommer zwar aus, konnten sich in der Folge aber bei Carsten Lichtlein bedanken, der gleich zwei Gegenstöße der HSG entschärfte und so einen Zwei-Tore-Rückstand verhinderte. Bei einem Heber von Jannik Kohlbacher zum 5:3 war der Schlussmann der Oberbergischen dann aber machtlos. 

Wetzlar haderte mit der Chancenverwertung, wirkte spielerisch aber stabiler. Einzelaktionen von Josef Pujol, Marko Matic und Florian Baumgärtner hielten die Gastgeber allerdings im Spiel, nach dem 9:7 durch Kohlbacher griff Gummersbachs neuer Coach Dirk Beuchler allerdings bereits nach einer Viertelstunde zur Auszeit - auch weil sein Team in der Deckung immer wieder zu spät kam. Zeitstrafen waren die Folge und nach zwanzig Minuten dann sogar eine Rote Karte: Alexander Becker hatte den durchbrechenden Filip Mirkulovski von der Seite in den Wurfarm gegriffen und musste vom Feld. 

Kristian Björnsen zeigte sich einmal mehr von der Siebenmeterlinie treffsicher und erhöhte mit dem 11:8 erstmals auf drei Treffer. Trotz der folgenden Überzahl kam Wetzlar aber nicht weiter davon, auch weil Gummersbach immer wieder Lücken in der Deckung der Gäste aufdeckte. Auch eine weitere Unterzahl überstanden die Hausherren unbeschadet, nach einem Treffer von Florian von Gruchalla betrug der Abstand beim 13:11 weiterhin nur zwei Treffer. In der nächsten Überzahl war Wetzlar dann aber konsequent, Björnsen traf erst von Außen und dann im Gegenstoß zum 15:11. Für den VfL schien der erste Vier-Tore-Rückstand ein Weckruf, bei numerischer Gleichzahl gelang ein Doppelschlag und da Kohlbacher den letzten Versuch neben das Tor setzte, nahm Wetzlar beim 16:14 lediglich eine Zwei-Tore-Führung mit in die Kabinen. 

Bei den Gästen gingen 12 der 16 Treffer des ersten Abschnitts auf das Konto des Duos Björnsen und Kohlbacher, die aber beide von der Vorarbeit ihrer Mitspieler gegen die immer wieder den Kontakt suchende Gummersbacher Deckung profitierten. So auch zu Beginn der zweiten Halbzeit, als Björnsen nach einem langen und geduldig vorgetragenen Angriff von Außen mit dem 17:14 den ersten Treffer nach der Pause erzielte. Bei Gummersbach war unterdessen mit Erwin Feuchtmann Perez ein Akteur für den ersten Torerfolg verantwortlich, der nach dem Seitenwechsel seine ersten Einsatzminuten hatte. Die Partie blieb allerdings auch in der Folge zerfahren, neben kämpferischem Einsatz und aggressiver Deckungsarbeit blitzte allerdings immer mal wieder auch spielerische Klasse auf. 

Zunächst blieb es beim Abstand von drei Toren, doch um die vierzigste Minute wurde dann Benjamin Buric zu einem Faktor. Nach dem 19:16 von Jannik Kohlbacher wehrte er den Ball zunächst ins Seitenaus ab, seine Deckung sorgte mit einem Block aber dann trotz Unterzahl für den Ballgewinn und der Wetzlarer Torhüter schickte Stefan Cavor mit einem punktgenauen Pass erfolgreich auf die Gegenstoßreise. Nach der nächsten Parade von Buric durfte Wetzlar dann wieder komplettieren und setzte durch Alexander Hermann das 21:16 - erstmals lagen fünf Treffer zwischen den Konkurrenten, für Dirk Beuchler der Anlass für die nächste Auszeit. 

Florian Baumgärtner unterbrach den Lauf der Wetzlarer dann zwar, die Gäste aber hatten das Spiel weiterhin im Griff - ohne dabei zu glänzen. Die Hessen machten weniger Fehler und wenn einer unterlief, dann war Buric zur Stelle, der Gummersbach beim Stand von 22:17 beispielsweise einen Gegenstoß wegnahm. Aufgrund der Fehler in der Offensive nahm Kai Wandschneider allerdings dennoch seine Auszeit. Seine Mannschaft hielt danach Kurs, auch weil in der nächsten Unterzahl erneut Benjamin Buric gleich mehrfach zur Stelle war. Mit dem sehenswerten 24:17, Joao Ferraz hatte aus dem Unterarm abgezogen, waren zwölf Minuten vor dem Ende die Weichen dann endgültig gestellt. 

Nach dem 25:18 von Kristian Björnsen griff Dirk Beuchler, der kurz zuvor im Tor von Carsten Lichtlein auf Lasse Hasenforther gewechselt hatte, zu seiner letzten Auszeit. Eine Aufholjagd sollte seinem Team in den letzten zehn Minuten aber trotz einer offensiv herausrückenden 3:3-Deckung nicht mehr gelingen, zu stabil zeigte sich nun die HSG Wetzlar - auch dank der nach dem Seitenwechsel verbesserten Arbeit in der Deckung. Beispielhaft für das Spiel dabei auch, dass nach der ersten Parade von Hasenforther sich Philipp Pöter unbedrängt den Abpraller schnappen und zum 26:19 einnetzen konnte. Gummersbach ging früh zu einer offenen Deckung über, aber auch davon ließ sich Wetzlar nicht aus dem Tritt bringen - die Gäste steuerten zu einem am Ende doch souveränen Erfolg, der Abstand geriet nach einem Björnsen-Gegenstoß beim 32:22 sogar noch in den zweistelligen Bereich, bevor Maximilian Holst den 33:22-Endstand setzte. 

Quelle: www.handball-world.news