HSG Wetzlar feiert Arbeitssieg gegen Aufsteiger aus Stuttgart!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen mit 24:20-Heimerfolg gegen ersatzgeschwächte Gäste – Abwehrreihen dominieren kampfbetonte Partie - Jannik Kohlbacher mit sieben Toren!

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am Samstagabend den zehnten Heimsieg der laufenden Saison gefeiert und ihre Bilanz in der Rittal-Arena, die zum siebten Mal in Folge mit 4.421 Zuschauern ausverkauft war, auf stolze 20:4-Punkte hochgeschraubt. Mit 24:20 (11:8) besiegte das Team von Trainer Kai Wandschneider den Aufsteiger TVB Stuttgart und kletterte somit auf den sechsten Tabellenplatz. Bester Torschütze bei den Grün-Weißen war Nationalspieler Jannik Kohlbacher mit sieben Treffern. Der 20-Jährige verdiente sich neben Spielmacher Filip Mirkulovski und Torhüter Andreas Wolff ein Sonderlob seines Trainers.

Kohlbacher wusste, wer ihm diesen starken Auftritt ermöglicht hatte. "Ein großes Dank an unsere medizinische Abteilung", sagte der ehemalige Großwallstädter kurz nach dem Abpfiff. Am Mittwoch musste er das Training abbrechen, pausierte am Donnerstag und mischte in der Abschlusseinheit am Karfreitag nur ein bisschen mit. Doch am Abend vor Ostern war er wieder voll da.

Den besseren Start in Spiel erwischten jedoch die Gäste aus Baden-Württember, die schnell mit 2:0 in Führung lagen und ihre rund 50 mitgereisten Fans zu Jubelstürmen veranlassten. Doch danach konterte Wetzlar furios. Als der nicht zu bremsende Kohlbacher nach 13 Minuten zum 8:3 traf und damit einen 6:0-Lauf abschloss, schien es so, als würde es ein angenehmer Osterspaziergang für die Wetzlarer werden. Die Abwehr war ein echtes Bollwerk, im Angriff lief der Ball schnell und sicher, so dass der Aufsteiger aus dem Schwabenland von einer Verlegenheit in die nächste trat. "Wer sich kurz hintereinander einige leichte Fehler leistet wie wir, der gerät gegen eine Mannschaft wie die HSG mal schnell ins Hintertreffen", sagte TVB-Trainer Thomas König, der mit Michael Schweikardt, Viorel Fotache (beide Grippe) und Djibril M´Bengue (Patallasehenprobleme) gleich drei wichtige Akteure ersetzen musste.

Einige umstrittene Schiedsrichter-Entscheidungen sorgten jedoch dafür, dass die Grün-Weißen etwas aus dem Tritt gerieten und bis kurz vor der Halbzeit brauchten, um allen voran im Angriff wieder die richtigen Lösungen zu finden. In der 26. Spielminute war es Rechtsaußen Tobias Hahn, der zum 10:6 für seine Farben traf. Mit einer 11:8-Führung verabschiedeten sich die Mittelhessen dann kurz später in die Halbzeitpause, in der der hessische Handballverband die U17-Mannschaft der HSG Wetzlar für den Gewinn der Landesliga-Meisterschaft ehrte.

Auch nach dem Wechsel dominierten die Abwehrreihen beider Mannschaften den Spielverlauf. "Mir hat die Stuttgarter Deckung imponiert", verriet Wetzlars Coach Kai Wandschneider nach dem Spiel. Genauso wie seine wieder einmal von Evars Klesniks und Carlos Prieto glänzend organisierte Abwehrreihe der Gastgeber, so kämpfte auch die Defensive der Gäste um jeden Ball. Deswegen wurde es eine zähe Angelegenheit für die Grün-Weißen.

Die Mittelhessen zehrten zunächst von ihrem Vorsprung, ließen den Aufsteiger jedoch nur beim 10:12 (33.) auf zwei Treffer herankommen, ansonsten betrug die Führung stets drei oder vier Tore. Dass die Entscheidung erst nach dem 20:14 (51.) durch den noch an der Schulter gehandicapten Wetzlarer Kapitän Steffen Fäth fiel, lag an der schwachen Chancenverwertung des Tabellensechsten. Denn im zweiten Durchgang war Johannes Bitter gleich mehrfach zur Stelle. "Da haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht", sagte Wandschneider, der 80 Sekunden vor Schluss noch einmal eine Auszeit nehmen musste, weil seine Truppe nach der 23:17-Führung (57.) zwei Mal hintereinander leichtfertig den Ball verlor und sich innerhalb von zwei Minuten drei Gegentreffer einfing. Doch spannend wurde es nicht mehr. "Ich bin erleichtert, dass wir die zwei Punkte bei uns behalten haben", sagte Kai Wandschneider. Sein Geschäftsführer Björn Seipp charakterisierte die Partie treffend: "Es war kein Handballfest, sondern harte Arbeit. Aber Handball ist Ergebnissport und wir haben gewonnen, somit bin ich sehr zufrieden!"

"Wir haben zu viele freie Gegentreffer vom Kreis bekommen", ärgerte sich Stuttgarts Startorwart Johannes Bitter nach der Partie, der vom „Mann des Abends“, Jannik Kohlbacher, nur zwei Bälle zu fassen bekam. Einmal, als er gegen den Nationalspieler parierte, gab es allerdings einen Siebenmeter für die Hausherren, den Maximilian Holst zum zwischenzeitlichen 17:13 verwandelt hatte.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff (1.-60.), Nikolai Weber (n.e.); Prieto, Lipovina (2), Rompf (n.e.), Ferraz (3), Sebastian Weber (n.e.), Laudt (1), Holst (3/1), Fäth (2), Hahn (3), Bliznac (n.e.), Joli (n.e.), Klesniks (1), Kohlbacher (7), Mirkulovski (2).

TVB Stuttgart: Bitter (1.-60.), Ozmusul (n.e.); Schimmelbauer (4), Schobinger (1), Weiss (2), Friedrich (3), Kisum (5), Coric (1), Baumgarten, Seiz, Heib (1), Kretschmer (1), Spatz (2/2).

Schiedsrichter: Jan Grell/Raphael Piper (Hamburg/Kiel) -  Zeitstrafen: 5/5 – Zuschauer: 4.421 (ausverkauft).