HSG Wetzlar feiert besten Saisonstart seit Bundesligazugehörigkeit!

DKB Handball-Bundesliga

„Englische Woche“ lässt keine Zeit zum Ausruhen – Samstag Derby in Kassel.

Mit dem hart erkämpften 26:25-Heimsieg über den TV Großwallstadt hat die HSG Wetzlar den besten Saisonstart in ihrer mittlerweile fünfzehnjährigen Bundesliga-Geschichte perfekt gemacht. Aktuell rangieren die Mittelhessen, die auch im dritten Saisonspiel in Folge zwei Pluspunkte einfahren konnten, auf Rang drei der DKB Handball-Bundesliga-Tabelle.

"Das war heute ein Sieg der Gemeinschaft und gut für die Moral“, bilanzierte Torhüter Nikola Marinovic nach dem Schlusspfiff. Der österreichische Nationalspieler hatte den letzten Wurf des TVG-Angreifers Michael Thiede abwehren und somit den vielumjubelten Sieg seiner Grün-Weißen entscheidend sicherstellen konnte. „Wir mussten schwer für den Erfolg arbeiten, haben aber nie den Glauben an uns verloren. In der ersten Halbzeit hätten wir sicher höher führen müssen. Großwallstadt hatte durch die Phase vor der Pause einen moralischen Vorsprung, aber wir haben Stärke gezeigt - auch wenn es sicherlich nicht unsere beste Leistung war." Ins gleiche Horn stieß auch HSG-Kreisläufer Jens Tiedtke, der im Sommer von Großwallstadt an die Lahn gewechselt war: "Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht. Bis zur 17. Minute haben wir wirklich guten Handball gespielt und waren spielerisch stark. Leider haben wir unsere Chancen nicht konsequent genutzt, sonst hätten wir sicher höher geführt. Hauptsache ist aber, dass wir am Ende die zwei Punkte haben - auch wenn der Sieg unter dem Strich etwas glücklich war."

Fast 3.600 Zuschauer in der wieder einmal gut gefüllten Rittal Arena feierten nach dem Schlusspfiff stimmungsgewaltig und ausgelassen. Dagegen blieb Trainer Kai Wandschneider gewohnt sachlich und bescheiden. „Das war heute ein glücklicher Sieg für uns. Es war ein Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe, das eigentlich keinen Sieger verdient hat. Wie erwartet war der TVG taktisch hervorragend auf uns eingestellt und hat uns das Leben sehr schwer gemacht. Ich denke, dass uns heute in der entscheidenden Phase – neben der erfahreneren Bank – auch geholfen hat, dass wir bereits vier Punkte in dieser Saison gesammelt haben. Mit so etwas im Hinterkopf gewinnst du solche Spiele, die du ansonsten vielleicht verlierst“, erklärte Wandschneider, der die Pressekonferenz genau so entspannt verließ, wie er sie betreten hatte.

Ab heute „Kräftesammeln“ für das Hessenderby in Kassel!

Viel Zeit den Sieg und die damit verbundenen Platzierung in der Tabelle zu feiern bleibt den Mittelhessen jedoch nicht. Schon heute bittet der Coach seine Spieler wieder zum Taktik- und Regenerationstraining in die Sporthalle Dutenhofen, um eine, für eine „Englische Woche“ möglichst optimale Vorbereitung auf den nächsten Gegner sicherzustellen. Bereits übermorgen, am Samstag, müssen die Domstädter wieder ran, dann steigt in der Kasseler Rothenbachhalle das mit Spannung erwartete Hessenderby gegen die MT Melsungen. Anwurf der Partie ist um 20.15 Uhr, zu der sich traditionell auch wieder zahlreiche Wetzlarer Anhänger mit Bussen und PKW aufmachen werden.

„Das Derby ist natürlich immer etwas besonders für die Fans und Mannschaften beider Clubs“, weiß HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „In diesen Duellen spielen aktuelle Tabellenstände keine Rolle, da geht es letztlich auch ums Prestige. Ich bin mir sicher, dass ein solches Spiel, trotz der derzeit hohen Belastung für unsere Mannschaft, noch einmal zusätzliche Kräfte mobilisiert. Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen die MT in der Vorbereitung und der enttäuschenden Heimpleite zum Ende der abgelaufenen Spielzeit haben wir gegen die Nordhessen noch etwas gut zu machen – auch wenn wir wissen, dass auf uns in Kassel, aufgrund der hohen individuellen Qualität des Melsunger Kaders, eine hohe Hürde wartet. Trotzdem: Unser Team ist gut drauf, hat ordentlich Selbstvertrauen getankt und wenn wir es schaffen, in der Abwehr kompakt zu stehen und unser Offensivspiel wieder variabler und konzentrierter zu gestalten, haben wir sicherlich auch in Kassel eine Siegchance.“