HSG Wetzlar feiert gegen Lemgo dritten Sieg in Folge!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen schlagen kämpferische Ostwestfalen mit 31:29 (16:10) – Kristian Björnsen trifft acht Mal vom Siebenmeterpunkt

Dritter Sieg in Serie für die HSG Wetzlar in der Handball-Bundesliga. Dank Rückversicherer Kristian Björnsen. Der Norweger verwandelte beim mühevollen 31:29-Erfolg über den TBV Lemgo acht von acht Siebenmetern. Zur Pause hatten die Grün-Weißen bereits mit 16:10 geführt. 

„Mister 100 Prozent“ Kristian Björnsen hat die HSG Wetzlar vor über 4000 hin- und hergerissenen Anhängern vor einer unliebsamen Überraschung bewahrt. Der Strafwurf-König, als der der Norweger schon im Januar diesen Jahres im Nationaltrikot bei der Europameisterschaft aufgefallen war, wehrte letztendlich mit seinen acht sicher verwandelten Siebenmetern alle Siegesbemühungen des TBV Lemgo für die Gastgeber ab. Die Ostwestfalen hatten nach zeitweiligen Fünf- und Sechs-Tore-Rückständen in der packenden Endphase noch einmal Morgenluft gewittert, waren beim 24:25 (52.), 25:26 (54.) und 26:27 (56.) dreimal dicht am Unentschieden dran, ehe der 27-jährige Rechtsaußen mit seinem achten verwerteten Strafwurf zum 28:26 (56:30) und seinem ersten und einzigen Feldtor zum 29:26 (57:54) alles klar machte für die Mittelhessen.

Fazit: Einmal mehr Unterhaltung pur in der Rittal-Arena, einmal mehr ein anderer Matchwinner. Waren es bei den Erfolgen gegen den VfL Gummersbach und bei MT Melsungen Neuzugang Stefan Cavor oder Torhüter Benjamin Buric, die letztlich den Ausschlag zugunsten der Grün-Weißen gaben, so durfte dieses Mal der nervenstarke Skandinavier (5:4, 9./ 7:7, 14./16:10, 30./21:15, 39./22:17, 44./23:19, 47./25:22, 50./28:26, 57./29:26, 58.) die Glückwünsche der Teamkameraden und des Publikums entgegen nehmen.

Dass sich die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider gegen im ersten Abschnitt niveaulose Lemgoer mit einem völlig neben sich stehenden Spielmacher Andrej Kogut überhaupt noch einmal in die Situation brachte, die norwegische Rückversicherungspolice in Anspruch nehmen zu müssen, hatte sie sich selbst zuzuschreiben. Zehn Prozent weniger als 100 Prozent genügten in den ersten Minuten nach dem Wechsel, den eigenen Rhythmus zu verlieren und den TBV aufzubauen. Die Gegentreffer zum 16:11 (31.) und 16:12 (32.) trotz Überzahl sowie ein verpasster Tor-Leerstand der Lemgoer ließen bereits erahnen, dass ein paar Prozent Konzentration, ein paar Prozent Geduld, ein paar Prozent Zweikampfhärte in der Kabine geblieben waren.

Alles, was die HSG Wetzlar vom 8:8 in der 17. Minute bis zum Pausen-16:10 bei acht Buric-Paraden, fünf Weber-Treffern und drei Kohlbacher-Abschlüssen stark gemacht hatte, ließen sie im zweiten Abschnitt vermissen. Dazu gesellten sich ein pomadiger Rückzug, Schwächen im Überzahl-Verhalten und fehlende Fangquoten bei den Torhütern. Das Wetzlarer Spiel entwickelte sich nicht weiter, das der Kehrmann-Schützlinge dafür umso mehr. Nach Tim Sutons 17:21 in der 44. Minute reagierte HSG-Coach Wandschneider und nahm die Auszeit.

Aufhalten konnte der 57-Jährige die Abwärtsspirale aber auch nicht. Die Wechsel Nikolai Weber für Buric und wieder zurück, Emil Berggren für Filip Mirkulovski und wieder zurück, Vladan Lipovina für Stefan Cavor und wieder zurück fruchteten nicht. Die Gastgeber wehrten sich zwar, aber der junge Schlagwerfer Dominik Ebner von Halbrechts oder der plötzlich aufdrehende Rechtsaußen Tim Hornke zwangen Wandschneider beim 22:24 nach 49 Minuten zur nächsten Grünen Karte. Gefahr in Verzug. Zehn Prozent weniger als 100 waren weiter zu wenig. Der schon sicher geglaubte Sieg geriet ernsthaft in Gefahr.

Doch da war noch immer Kristian Björnsen, der norwegische Rückversicherer, der den Grün-Weißen mit dem Siebenmeter-25:22 (50.) wieder etwas Luft verschaffte und am Ende mit seinem Doppelpack zum 28:26 (57.) und 29:26(58.) – wie erwähnt – den drohenden Punkteschaden doch noch regulierte.
 
Stenogramm:

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber; Kneer, Björnsen (9/8), Hahn (n.e.), Berggren, Kvist (6), Philipp Weber (6), Klesniks, Lindskog, Kohlbacher (5), Lipovina (2), Mirkulovski (2), Cavor (1).

TBV Lemgo: Wyszomirski, Maier; Mansson (6), Kogut, Suton (5), Hornke (4/2), Ebner (3), Hermann (3), Stenbäcken (3), Skroblien (2), Klimek (1), Ramba (1), Zieker (1), Valiullin.

Schiedsrichter: Hörath/Hofmann (Nürnberg). - Zuschauer: 4037. - Strafminuten: Mirkulowski (37., Wetzlar); Mansson (50., 57.), Stenbäcken (17., 37.), Suton (39.), Zieker (30., alle Lemgo).

Quelle: Gießener Allgemeine