HSG Wetzlar feiert gegen Lübbecke „perfekten Jahresabschluss“!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen besiegen chancenlosen Tabellenletzten vor ausverkauftem Haus deutlich mit 33:24 (18:12)

Die Erstliga-Handballer der HSG Wetzlar haben am Samstagabend ihren Fans und sich selbst einen perfekten Jahresabschluss beschert. Zum vierten Mal in Folge war die Rittal Arena mit 4.421 Zuschauern ausverkauft und die enorme Kulisse ließ den Spielern von Trainer Kai Wandschneider zum Ende eines kräftezehrenden Jahres offenbar noch einmal Flügel wachsen. Die Steffen Fäth & Co. ließen dem Tabellenletzten TuS N-Lübbecke nicht den Hauch einer Chance und siegten am Ende deutlich mit 33:24 (18:12).

Dabei war die Anspannung bei den Verantwortlichen der Grün-Weißen vor der Partie noch groß gewesen, wie Geschäftsführer Björn Seipp nach dem Spiel offen zugab. „Diese Spiele, wenn eigentlich jeder einen klaren Sieg von Dir erwartet, sind die Schwersten! Vor dem Spiel hieß es noch, dass man da eigentlich nur verlieren kann, doch wir haben heute gewonnen und das macht uns alle sehr stolz“, so der 41-jährige, der der Mannschaft gemeinsam mit Kai Wandschneider ein großes Kompliment aussprach. „Vor der Leistung und der Geschlossenheit dieses Teams in den zurückliegenden Monaten können wir nur den Hut ziehen!“

Über eine gewohnt starke Abwehr um den Mittelblock Evars Klesniks und Carlos Prieto fanden die Hausherren schnell ins Spiel. Durch jeweils zwei Treffer von Maximilian Holst und Joao Ferraz lagen die Grün-Weißen schnell mit 4:1 in Front (8.). Immer wieder zog Wetzlars Torhüter Andreas Wolff den Lübbecker Angreifern mit starken Paraden den Zahn und sorgte so mit dafür, dass nach einer Viertelstunde eine 9:5-Führung von der Anzeigetafel leuchtete. „Wir haben sehr gut ins Spiel gefunden und dem TuS so gar nicht die Gelegenheit gegeben, daran zu denken, dass hier heute etwas drin ist“, bilanziert der Nationaltorhüter nach der Partie. „Wir hätten die Führung zu Beginn sogar noch deutlicher ausfallen lassen können, haben uns aber im Abschluss manchmal des Leben selbst schwer gemacht“, ergänzte Kapitän Steffen Fäth.

Allein acht Treffer konnten die Gastgeber im ersten Abschnitt von der halbrechten Rückraumposition erzielen. Nach vier Treffern des stark erkälteten Joao Ferraz in Anfangsviertelstunde brachte Trainer Wandschneider „Backup“ Vladan Lipovina, der sich nahtlos ins Angriffsspiel einfügte und in der 23.  Minute das Tor zum 13:8 erzielte. „Vladan hat heute ein tolles Spiel abgeliefert“, freute sich Wandschneider nach dem Abpfiff für den jungen Montenegriner, dem zwölf Sekunden vor der Sirene auch der 18:12-Halbzeittreffer gelang. Schon zur Pause war somit klar, dass es für den Tabellenletzten aus Ostwestfalen an diesem Tag nichts in Wetzlar zu holen gab.

Fundamentiert wurde dies nach dem Wechsel, als die Mittelhessen noch einmal einen Gang hochschalteten und die zahlreichen leichten Fehler der Gäste im Angriff konsequent ausnutzten. Nach dem Treffer von Kreisläufer Jannik Kohlbacher zum 23:13 (38.) konnten die 4.421 begeisterten Zuschauer erstmals eine Zehn-Tore-Führung der HSG Wetzlar bejubeln.

Kai Wandschneider wechselte nunmehr munter durch und gab allen Spielern der Grün-Weißen ausreichend Spielanteile, ohne dass ein Bruch ins Wetzlarer Spiel kam. Steffen Fäth war es in der 47. Minute, der aus dem Rückraum wuchtig zum 27:17 traf. Kohlbacher markierte in der 54. Minute das 30:20 für seine Farben. Erst gegen Ende der Partie ließen die Hausherren die Zügel etwas schleifen, so dass Lübbecke allen voran über den starken Linkshänder Gabor Langhans leichte Ergebniskosmetik betreiben konnte.  Diesem war es dann auch vorbehalten, den letzten Treffer der Partie zum 24:33 aus Sicht der Gäste zu erzielen.

Kai Wandschneider: „So ein Jahr habe ich in Wetzlar noch nie erlebt!“

„Wir haben von unserer Mannschaft heute einmal mehr ein richtig tolles Heimspiel gesehen“, freute sich Kai Wandschneider in der Pressekonferenz nach dem Spiel. „Es war eine geschlossene Mannschaftsleistung, aus der ich ganz bewusst niemanden herausheben möchte, denn dann würde ich allen anderen Spielern Unrecht tun. Dass wir zum heutigen Tage 25 Punkte auf dem Konto haben, ist unbeschreiblich und macht mich stolz. So ein Jahr habe ich in Wetzlar noch nie erlebt! Diese Erfolge sind das Resultat von harter Arbeit und einem tollen Teamgeist! Nach kräftezehrenden Wochen haben wir uns jetzt den Urlaub redlich verdient, um mal abzuschalten und die Akkus aufzuladen“, so der 56-jährige. „Unseren Nationalspielern wünsche ich für die Europameisterschaft viel Erfolg, das sie ihre selbstgesteckten Ziele erreichen, aber allen voran, dass sie gesund nach Wetzlar zurückkommen.“