HSG Wetzlar feiert „Schachzug des Trainers“ und Etappenerfolg!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Umstellung auf ungewohnte 4:2-Deckung legt Grundstein zum 34:30-Erfolg über Tabellennachbarn TSV Hannover-Burgdorf – Vorzeitiger Klassenerhalt wohl gesichert!

Fans, Spieler und Verantwortliche des Handball-Erstligisten HSG Wetzlar haben derzeit allen Grund zur Freude. Die Mittelhessen, die vor Saisonbeginn einmal mehr einen großen personellen Umbruch zu bewerkstelligen hatten, stehen nach dem 34:30-Heimspielerfolg am vergangenen Samstag weiterhin auf Platz 7 der Tabelle der DKB Handball-Bundesliga. „Ich habe zu Beginn der Pressekonferenz nach dem Spiel auf den Kalender schauen müssen, um mich noch einmal zu vergewissern“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Wir haben Mitte März und bereits 26 Punkte auf dem Konto. Das ist herausragend, was unsere neuformierte Mannschaft bislang geleistet hat und alles andere als eine Selbstverständlichkeit, dass wir einmal mehr zu einem so frühen Zeitpunkt unser erstes, gemeinsames Etappenziel, nämlich den vorzeitigen Klassenerhalt, erreicht haben sollten. Mein Kompliment gilt unserem Team, das einmal mehr bewiesen hat, dass sie eine eingeschworene Gemeinschaft ist!“ 

Mit Blick auf die kommenden Aufgaben in der Liga dürfen die Anhänger noch auf einige erfolgreiche Spiele ihrer Grün-Weißen hoffen. „Wir hatten zu Jahresbeginn ein enorm schweres Auftaktprogramm. Das wir aus diesem mit 6:4 Punkten heraus gegangen sind, ist eine starke Leistung“, blickt Trainer Kai Wandschneider auf die vergangenen Spiele gegen Melsungen (H), Kiel (A), Magdeburg (H), Gummersbach (A) und Hannover (H) zurück. Der 57-jährige hatte am Samstagabend einmal mehr entscheidenden Anteil daran, dass sein Team den Tabellennachbarn aus Niedersachsen letztlich bezwingen und den Punkteabstand auf die Recken vergrößern konnte. Etwa Mitte der zweiten Halbzeit stellte Wandschneider die bis dahin zu defensiv agierende Abwehr auf eine 5:1- bzw. 4:2-Deckung um. Der Schachzug, der am Ende die Entscheidung zugunsten der Mittelhessen bringen sollte. „Wir sind in der Abwehr eigentlich erst dadurch richtig aufgewacht, da wir dann aggressiver in die Zweikämpfe gehen mussten. Und das hat dann super geklappt“, bilanzierte der Trainer zufrieden nach dem Spiel. „Was ich an unserer Mannschaft so schätze ist ihr Spirit, dass sie jede Herausforderung annimmt, nicht die Köpfe hängen lässt und an ihre Chance glaubt. Manchmal, wenn das kurzzeitig mal nicht so ist, muss ich eben helfen!“

Und das tat der studierte Diplom-Sportlehrer und erntete dafür nach dem Abpfiff Komplimente seiner Spieler und von Geschäftsführer Björn Seipp. „Ich weiß, dass wir diese Deckung sehr selten spielen müssen. Deshalb erfordert eine solche Umstellung den entsprechenden Mut und dafür möchte ich Kai ein Kompliment aussprechen“, so der 43-jährige, der im Jubelsturm der knapp 4.300 begeisterten Zuschauer in der Rittal Arena zudem die Vertragsverlängerung mit dem erst 22-jährigen Linkshänder Stefan Čavor bis ins Jahr 2020 bekannt geben konnte. „Das hat diesen erfolgreichen Abend dann noch entsprechend abgerundet!“

Nunmehr wartet auf die Grün-Weißen, wie auf den Rest der Liga, die Länderspiel-Pause. Elf Tage Vorbereitung auf das nächste schwere Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin. „Wir werden die Zeit nutzen, um ein paar kleinere Verletzungen auszukurieren, aber auch um hart zu trainieren, denn wir wissen darum, dass man in dieser Liga bis zum Schluss keine Sekunde nachlassen darf, wenn man erfolgreich sein will“, so Wandschneider, der in dieser Woche wegen der Duelle Deutschland gegen Schweden auf die drei Nationalspieler Jannik Kohlbacher, Philipp Weber und Anton Lindskog verzichten muss. „Ich wünsche den drei Jungs viel Spaß bei ihren Nationalmannschaften und hoffe, dass sie gesund nach Wetzlar zurückkommen, denn wir haben noch viel vor!“