HSG Wetzlar feiert verdienten Heimsieg über Hannover!

Bildquelle: Oliver Vogler

DKB Handball-Bundesliga

Grün-Weiße schlagen Niedersachsen mit 31:28 (16:12) – Torhüter Andreas Wolff sowie Neuzugänge Joao Ferraz und Jannik Kohlbacher verdienen sich Bestnoten!

Der Handball-Erstligist HSG Wetzlar hat am Abend den ersten Heimsieg der neuen Saison in der DKB Handball-Bundesliga gefeiert. Vor 3.450 Zuschauern schlugen die Grün-Weißen den TSV Hannover-Burgdorf mit 31:28 in der Rittal Arena, in der die Fans die Mannschaft nach hart umkämpften 60 Minuten mit stehenden Ovationen feierten.

„Die Spieler haben heute vom Anpfiff weg ihr Herz in beiden Hände genommen und sind als starkes Kollektiv aufgetreten“, freute sich Wetzlars Trainer Kai Wandschneider nach dem Schlusspfiff. „Natürlich war Andreas Wolff mit 19 Paraden herausragend, aber besonders hat es mich heute gefreut, dass unsere Neuen Joao Ferraz, Filip Mirkulovski und Jannik Kohlbacher ein solch gutes Spiel gemacht haben. Letztlich war der Heimsieg durchaus verdient!“

Basierend auf eine aggressive 6:0-Deckung kamen die Gastgeber gleich gut ins Spiel und führten durch einen selbstbewusst agierenden Joao Ferraz mit 2:0 (4.). Die Mittelhessen verstanden es im Nachgang gut, die gefährliche und variable zweite Welle der Hannoveraner zu unterbinden. Und wenn ein Ball einmal durchkam und sich eine Wurfchance der „Recken“ ergab, dann war ein ums andere Mal Nationaltorhüter Andreas Wolff zur Stelle. Bis Mitte der ersten Halbzeit konnte sich Wetzlar auf 8:5 absetzen. Linksaußen Maximilian Holst hatte dabei einen seiner insgesamt sieben Treffer erzielt.

Hannovers Trainer Jens Bürkle sah sich zu einer Auszeit gezwungen und ordnete seine Angriffsreihe neu, was die Gastgeber jedoch nur kurz vor Herausforderungen stellte. In der 25. Minute gelang Kreisläufer Jannik Kohlbacher der Treffer zum 12:8. Trotz Unterzahl (nach einer Zeitstrafe für Neuzugang Joao Ferraz) zog HSG-Spielmacher Filip Mirkulovski aus dem Eins-gegen-Eins heraus wichtige Siebenmeter  für die Grün-Weißen. So gelang es den Gastgebern den Vier-Tore-Vorsprung in die Pause zu transportieren.

Direkt nach dem Wiederanpfiff nagelten zunächst einmal beide Keeper, Andreas Wolff und TSV-Schlussmann Martin Ziemer, ihre Gehäuse zu. Erst in der 33. Minute konnte Kohlbacher den ersten Treffer vom Kreis erzielen und für Wetzlar auf 17:12 erhöhen. Dieser Vorsprung der Hausherren bestand bis zur 40. Minuten, ehe für die „Recken“ der sehr agile Nationalspieler Kai Häfner in Überzahl auf 17:20 verkürzen konnte.

Steffen Fäth und Joao Ferraz waren es danach, die ihre Chancen am Schopf packten und mit platzierten Rückraumwürfen dafür sorgten, dass Hannover den Abstand nicht weiter verkürzen konnte. Zudem schlichen sich bei den Niedersachen auch zum Ende der Partie immer wieder leichte Fehler im Angriffsspiel ein, die zu für das Team ungewohnten Ballverlusten führten. „Wir haben uns da das Leben selbst schwer gemacht und zu viele leichte Bälle weggeschenkt. Mit unserem Angriffsverhalten können wir heute nicht zufrieden sein“, bilanzierte Recken-Trainer Jens Bürke nach dem Abpfiff. „Der Sieg für Wetzlar war absolut verdient.“

Letztlich siegten die wacker kämpfenden Mittelhessen mit 31:28 und verbuchten somit die Zähler drei und vier auf der Habenseite. Die besten Werfer bei Wetzlar waren Joao Ferraz (8 Tore) sowie Maximilian Holst (7/4) und Juniorennationalspieler Jannik Kohlbacher (7). Für Hannover waren die Nationalspieler Kai Häfner (8) und Erik Schmidt (6) am erfolgreichsten.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff (1.-60.), N. Weber; Prieto (n.e.), Lipovina (n.e.), Ferraz (8), S. Weber (1), Laudt, Holst (7/4), Fäth (3), Bliznac (2), Joli (1), Klesniks, Kohlbacher (7), Mirkulovski (2), Rompf (n.e.), Hahn (n.e.), Vujovic (n.e.).

TSV Hannover-Burgdorf: Ziemer (1.-43.); Semisch (44.-60.); Patrail (2), Hykkerud, Lehnhoff (1/1), Häfner (8), Szücs (2), Gudmundsson (n.e.), Karsson (2), Dräger (n.e.), Schmidt (6), Olsen (4), Christophersen (1), Kastening (2).

Schiedsrichter: Philipp Dinges/Daniel Kirsch. – Zuschauer: 3.450.  Zeitstrafen: 4/4 Minuten (Ferraz, Klesniks/Hykkerud zwei) – Siebenmeter: 4/1.

 

Stimmen zum Spiel:

Jens Bürkle (Trainer TSV Hannover-Burgdorf): „Glückwunsch an die HSG Wetzlar zum verdienten Heimsieg. Wir haben heute vor allem in der Offensive zu viele Fehler und uns das Leben so sehr schwer gemacht. Mit dieser Angriffsleistung können wir nicht zufrieden sein. Dazu hatte Andreas Wolff im Wetzlarer Tor einen richtig starken Tag und hat uns mit 19 Paraden den Zahn gezogen. Wir werden diese Partie jetzt aufarbeiten und müssen mit Blick auf das kommende Heimspiel gegen die Rhein-Neckar Löwen sowie die danach folgenden schweren Duelle mit Hamburg und Melsungen einiges verbessern.“

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft, wie sie sich heute präsentiert hat. Wir sind vom Anpfiff weg konzentriert und engagiert zu Werke gegangen und haben in einer aggressiven Abwehr um einen sehr guten Andreas Wolff den Grundstein zum Erfolg gelegt. Wir wussten, dass Hannover eine variantenreiche und unangenehme zweite Welle spielt, haben und darauf allerdings vorbereitet und das richtig stark verteidigt. Zudem sind wir in engen Phasen des Spiels größtenteils ruhig geblieben, was am Ende den Ausschlag für unseren verdienten Sieg gegeben hat. Neben Andreas Wolff möchte ich heute Joao Ferraz ein Kompliment aussprechen. Er ist ein Spieler, der sehr hart arbeitet und bescheiden ist. Sein selbstbewusstes Auftreten war ein weiterer Schlüssel zu diesem wichtigen Erfolg. Ansonsten haben wir uns als echtes Kollektiv präsentiert und genau da wird auch in Zukunft unsere Stärke liegen.

 

Björn Seipp (Geschäftsführer HSG Wetzlar): „Kompliment an die Mannschaft für diese couragierte Leistung und auch an das Trainerteam, dass aus der Niederlage in Gummersbach die richtigen Schlüsse gezogen und die Mannschaft taktisch sehr gut auf Hannover eingestellt hat. Wir sind natürlich sehr erleichtert, dass wir heute gemeinsam mit unseren Zuschauern den ersten Heimsieg der Saison feiern konnten. Dieser verleiht unserer neuformierten Mannschaft weiteres Selbstvertrauen im Hinblick auf die schwere Aufgabe am Samstag in Lemgo. Ich bin froh und stolz, dass die Mannschaft heute genau die richtige Antwort auf die völlig voreilige Kritik und unberechtigten Zweifel im Umfeld und in der Öffentlichkeit gegeben hat. Nach gerade einmal vier Spieltagen liegen wir mit 4:4-Punkten mehr als im Soll und werden geduldig daran weiterarbeiten, diese Mannschaft zu formen.“