HSG Wetzlar freut sich auf Spitzenspiel gegen Kiel!

DKB Handball-Bundesliga

Rittal Arena Wetzlar seit Wochen restlos ausverkauft – Abendkasse nicht geöffnet – DKMS-Aktion

Alles andere als optimal war die Vorbereitung der Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar in den vergangenen Tagen auf das Spitzenspiel der DKB Handball-Bundesliga gegen den THW Kiel (Anwurf: So., 16.12.2012, 17.30 Uhr, Arena Wetzlar). Mit Nikola Marinovic, Fannar Fridgeirsson und Alois Mraz fehlten gleich drei Spieler wegen einer fiebrigen Erkältung im Training. Dazu musste Kreisläufer Jens Tiedtke pausieren, der beim Sieg in Lübbecke einen Finger ins Auge bekommen hatte und eine ärztliche Ruhepause verordnet bekam. „Ich hatte heute erst wieder alle Spieler im Mannschaftstraining, was bedeutet, dass uns nur zweieinhalb Tage bleiben, um uns komplett auf den Gegner einzustellen“, so HSG-Trainer Kai Wandschneider, der sich aber wie das ganze Wetzlarer Umfeld „extrem“ auf das Duell mit dem amtieren den Deutschen Meister, Pokal- und Champions League-Sieger freut. „Wir haben aktuell unglaubliche 22:8 Punkte auf dem Konto und können deshalb mit Spaß, Ehrgeiz und jeder Menge Selbstbewusstsein an diese enorm schwierige Aufgabe gegen die sicherlich stärkste Vereinsmannschaft der Welt herangehen“, gibt der Coach die Marschrichtung für den Tabellenfünften am Sonntag vor. Bangen muss Wandschneider noch um Rückraumspieler Philipp Müller, der nach dem Spiel in Lübbecke vom Technischen Delegierten wegen einer angeblichen Tätlichkeit mit einem sogenannten Bericht im Spielberichtsbogen bedacht worden war. „Wir wissen, dass Philipp diese ihm vorgeworfene Tätlichkeit nicht begangen hat, müssen aber nunmehr auf die Entscheidung der Disziplinarkommission der HBL warten“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der sich ansonsten inhaltlich nicht zu dem schwebenden Verfahren äußern möchte.

Der Auftritt der Kieler „Übermannschaft“ in Wetzlar, der vom erfahrenen Schiedsrichtergespann Christoph Immel und Ronald Klein geleitet wird, ist bereits seit Wochen restlos ausverkauft. „Wir hatten leider nur 4.412 Tickets zur Verfügung, mehr gehen in die Rittal Arena nicht rein, hätten aber gut und gerne über 8.000 Karten verkaufen können“, bilanziert Björn Seipp, der darauf hinweist, dass die Abendkasse am Sonntag nicht mehr geöffnet sein wird. „Aus diesem Grund sind auch im Vorverkauf und Vorort keine kostenlosen Kinder-Schoßkarten mehr erhältlich. Das hat versicherungsrechtliche Gründe.“

Wiedersehen für Rechtsaußen Tobias Reichmann mit Kieler Ex-Kollegen!

Besonders auf das Duell mit den „Zebras“ freut sich auf Wetzlarer Seite Neu-Nationalspieler Tobias Reichmann, der im Sommer vom Rekordmeister an die Lahn gewechselt war. „Das wird natürlich toll, die Jungs wiederzusehen“, freut sich der 24jährige, der aber auch weiß, dass die Heimniederlage des THW gegen Melsungen die Aufgabe nicht leichter macht. „Das wollen die Kieler sicherlich schnell vergessen machen, aber wir haben in dieser Saison mit erfolgreichen Spielen gegen Hamburg, Berlin und Flensburg bewiesen, dass wir auch gegen Spitzenteams erfolgreich sein können. Kiel hat natürlich die bessere Bank, ist auf jeder Position mit Weltklasse-Spielern besetzt, aber wer weiß, was am Sonntag möglich ist? Vielleicht spielen wir uns vor unserem genialen Publikum ja wieder in einen Rausch? Bei Kiel muss wenig klappen, bei uns alles – dann haben wir eine Chance!“

Auch Trainer Kai Wandschneider gibt sich kampfeslustig: „Was kann es schöneres für einen Sportler geben, als sich vor ausverkauftem Haus mit den besten Spielern der Welt zu messen. Wir können befreit aufspielen, aber nicht ohne Druck, denn wir wollen unseren Zuschauern etwas bieten und dem THW einen harten Fight liefern. Dafür verlange ich von meiner Mannschaft einmal mehr absolute Konzentration, Leidenschaft und die Bereitschaft, wenn es gilt, da zu sein. Wir freuen uns alle auf das Spiel!“

Registrierungsaktion für Deutsche Knochenmarkspenderdatei und Arnulf Meffle im Foyer!

Das Duell des Tabellenfünften gegen den Tabellenzweiten steht auch unter einem Motto für den guten Zweck. Wie viele andere Erstligisten auch, unterstützt die HSG Wetzlar am Sonntag die Aktion „Handballer für Handballer“. Gemeinsam mit der Deutschen Knochenmarkspenderdatei findet eine Registrierungsaktion im Foyer der Rittal Arena statt. Gesucht wird ein Stammzellenspender für den Handball-Weltmeister von 1978, Arnulf Meffle, der an Leukämie erkrankt ist – oder selbstverständlich einen anderen an Krebs erkrankten Menschen. „Jeder Zuschauer, der sich diesem Spiel freiwillig registrieren und eine Speichelprobe entnehmen lässt, ist eine Chance für Arnulf Meffle beziehungsweise Patienten weltweit und kann vielleicht schon morgen zum Lebensspender werden. Wir freuen hoffen, möglichst viele Menschen auf deren lebenswichtige Arbeit aufmerksam zu machen. Es wäre schön, viele neue potenzielle Stammzellspender zu gewinnen“, so Björn Seipp, der bereits Mitglied in der Knochenmarkspenderdatei ist. „Ab 16 Uhr, wenn die Rittal Arena ihre Türen öffnet, haben Sie die Möglichkeit die DMKS zu unterstützen. Wir bedanken uns an dieser Stelle auch bei unserem Sportlichen Berater Horst Spengler, der Kapitän der Weltmeister-Mannschaft 1978 war und die federführende Leitung der Aktion hier in Wetzlar übernommen hat.“ Im Anschluss an die Partie wollen die HBL, in Person von Geschäftsführer Frank Bohmann, und die DKMS eine Bilanz der ligaweiten Registrierungsaktion ziehen.