HSG Wetzlar geht mit eingespieltem Team in ihre 17. Bundesligasaison in Folge

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Wandschneider begrüßte mit Joli, Holst und Hanemann drei neue Spieler in seinem Team

Jetzt schwitzen sie wieder, die Spieler des mittelhessischen Handball-Bundesligisten HSG Wetzlar, die am Mittwochnachmittag in der Dutenhofener Sporthalle zur ersten Übungseinheit in Vorbereitung auf die Saison 2014/2015 von Coach Kai Wandschneider und Athletiktrainer Thorsten Ribbecke empfangen wurden. Bis auf den erkrankten Kapitän Jens Tiedtke waren alle Akteure erschienen, mit dabei auch die beiden HSG-Neuzugänge Guillaume Joli und Maximilian Holst. 

„Jeder hatte für die Ferien seine Hausaufgaben mitbekommen. Jetzt werden wir sehen, wie es um die Fitness eines jeden Spielers aussieht“, sagte Kai Wandschneider und übergab seine Truppe in die Obhut von Thorsten Ribbecke, der mit Athletik- und Ausdauerübungen für die nächsten Wochen die Rolle des „Quälix“ bei den HSG-Protagonisten übernimmt. 

Der Terminkalender für die Wetzlarer Aktiven ist eng gestrickt. In der Abteilung für Kardiologie und Angiologie der Medizinischen Klinik I am Universitätsklinikum Gießen-Marburg erfolgte bereits bei Prof. Dr. Christian Hamm ein Kardiocheck, ehe die aktuelle körperliche Verfassung der Wandschneider-Schützlinge mit aussagekräftigen Tests festgestellt werden wird. 

Fototermine, Athletiktraining, taktische Ausbildung und „Teambuilding-Maßnahmen“ stehen genauso auf dem Programm wie ein einwöchiges Trainingslager ab dem 21. Juli in Friedberg/Augsburg mit einer ersten Standortbestimmung am 26. Juli, wenn die HSG Wetzlar in Ingolstadt auf den Bundesliga-Aufsteiger HC Erlangen trifft. HSG-Übungsleiter Kai Wandschneider ist optimistisch, dass seine Mannschaft recht bald zur Geschlossenheit und Spielfreude findet, denn aktuell müssen die Lahnstädter mit Guillaume Joli und Maximilian Holst nur zwei Neuzugänge integrieren, während vor einem Jahr die Wetzlarer noch zehn Neuverpflichtungen begrüßten. 

„Sicher, es gibt bei jedem Spieler noch Steigerungspotenzial, auch bei unseren Leistungsträgern“, bemerkt Kai Wandschneider und verweist auf Steffen Fäth und Kent Robin Tönnesen, die nach seiner Auffassung „ in der kommenden Saison einen weiteren Entwicklungsschritt machen werden“. Aber auch von Ivano Balic erwartet Wandschneider einen „Schub“, der sich auf das gesamte Team übertragen soll. „Ivano ist nach seiner schweren Wadenverletzung vom Saisonende bereits jetzt super gut drauf und absolviert erstmals die komplette Vorbereitung“, bemerkte der HSG-Coach, der zusammen mit Aufsichtsratsvorsitzenden Martin Bender sogar den kroatischen HSG-Spielmacher in den Ferien in dessen Heimatstadt Split besuchte. 
Bei den beiden HSG-Neulingen erwartete Kai Wandschneider keine Eingewöhnungsprobleme. Der 29jährige Guillaume Joli besitzt nach Ivano Balic die meiste internationale Erfahrung, wurde er doch mit der französischen Nationalmannschaft 2010 und 2014 Europameister, 2011 Weltmeister und 2012 Olympiasieger. Der Linkshänder auf der Rechtsaußenposition, der vom aktuellen französischen Meister Dunkerque HBGL an die Lahn kommt, gilt als äußerst trickreich und ist ein sicherer Siebenmeterschütze. 

Der Franzose vergrößert bei den Wetzlarern die Riege der „Jungväter“. Nachdem vor einigen Monaten Steffen Fäth, Adnan Harmandic, Ivano Balic und der jetzt nach Kielce gewechselte Tobias Reichmann sich über Familiennachwuchs freuen konnten, ist Joli mit Frau und Tochter, die vor dreieinhalb Monaten geboren wurde, nach Mittelhessen umgezogen. Auf dem linken HSG-Außenbahn kommt Maximilian Holst zum Einsatz, der nach Aussage von Kai Wandschneider die Bundesliga und das Wandschneider- Training kennt, spielte doch der 25jährige Linksaußen zuletzt drei Jahre beim TV Großwallstadt und entwickelte sich zuvor beim DHC Rheinland, als dort Kai Wandschneider noch Coach war, zu einem „Flügelflitzer“. 

Für den Wetzlarer Sportwissenschaftler und Übungsleiter steht der Klassenerhalt als oberstes Saisonziel, da es aufgrund des Bundesligafeldes von 19 Vereinen am Saisonende vier Absteiger geben wird. „In der Etat-Rangliste stehen wir auf Platz 14. Dennoch werden wir bestrebt sein, die 30-Punkte-Marke zu knacken“, erklärte Kai Wandschneider, für den das Erreichen eines einstelligen Tabellenplatzes zum Rundenschluss 2014/2015 einem „Weltwunder“ gleichkäme.