HSG Wetzlar geht trotz Personalsorgen Saisonauftakt angriffslustig an!

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DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen empfangen am morgigen Abend Füchse Berlin in der Rittal Arena – Spielgenehmigung für Emil Berggren liegt noch nicht vor!

Zum großen Umbruch kommt bei der HSG Wetzlar auch noch Verletzungspech hinzu. Dem wollen die Mittelhessen zunächst mit Improvisation und viel Kampfgeist entgegenwirken und hoffen beim morgigen Saisonauftakt gegen die Füchse Berlin auf den „Jetzt erst recht“-Effekt und die bedingungslose Unterstützung ihrer Fans. „Uns hat es mit den langfristigen Ausfällen von Maximilian Holst und Philipp Pöter knüppelhart getroffen“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp. „Das wissen auch unsere Fans, die immer ein gutes Gespür für unsere jeweilige Situation haben. Morgen müssen wir jetzt alle noch enger zusammenrücken, um diese Herkulesaufgabe gemeinsam – auf dem Spielfeld und der Tribüne zu bewältigen – auch für Max und Philipp!"  Es ist jedes Jahr das Gleiche bei der HSG Wetzlar. Die besten Spieler gehen und Kai Wandschneider muss in Windeseile ein fast neues Team zu einer funktionierenden Einheit formen. Diese Aufgabe geht der Trainer des Handball-Bundesligisten wie immer mit viel Elan an. Selbst die jüngsten Hiobsbotschaften vom langfristigen Ausfall der Stammkräfte Holst und Pöter haben den 56-Jährigen nicht erschüttern können. „Ach, ich sehe dass wieder als eine große Herausforderung. Langsam bin ich ein Spezialist dafür geworden“, erklärte Wandschneider vor dem Auftaktspiel an diesem Freitag (19.45 Uhr) gegen die Füchse Berlin. Die Voraussetzungen für eine annähernd so erfolgreiche Saison wie im Vorjahr, als die Mittelhessen lange oben mitspielten und am Ende Zehnter wurden, sind aber kaum gegeben. Nach dem erneut großen Umbruch mit dem Abgang der Europameister und Olympia-Zweiten Andreas Wolff und Steffen Fäth hat das große Verletzungspech die Vorbereitung empfindlich gestört. „Wir haben wieder nahezu eine ganze Mannschaft verloren. Umso zufriedener war ich, wie sich alle Neuen integriert haben. Und dann kommen diese Schläge. Das ist extrem schwierig, aber wir blicken trotzdem positiv und angriffslustig nach vorne“, sagte Wandschneider. So fielen in der Vorbereitung zunächst Europameister Jannik Kohlbacher und Joao Ferraz aus. Filip Mirkulovski laboriert noch immer an einem Bänderriss. Ein Einsatz des Spielmachers gegen die Füchse Berlin ist unwahrscheinlich. „Da gehen wir kein Risiko ein“, bestätigte Wandschneider. Da Mirkulovskis Pendant im Rückraum, Philipp Pöter, zudem auf unbestimmte Zeit per ärztlicher Verordnung keinen Leistungssport ausüben darf, muss Wandschneider in den ersten Partien improvisieren. Der für den linken Rückraum geholte Philipp Weber wird vorerst auf der Spielmacherposition aushelfen, der erst am Mittwoch nachverpflichtete Schwede Emil Berggren, dessen Spielberechtigung aktuell noch nicht vorliegt, soll dafür mit Stefan Kneer das Duo im linken Rückraum bilden. Eigengewächs Fabian Kraft wird sich auf der linken Außenbahn bis zur Verpflichtung eines neuen Spielers in der Bundesliga beweisen müssen. Kai Wandschneider: „Berlin muss am Ende eigentlich unter den ersten Drei landen!“

Wandschneider ist es daher gar nicht unrecht, dass zum Auftakt mit Berlin und dem THW Kiel gleich zwei Top-Teams auf die Mittelhessen warten. „Das sind zwei Spiele, die man gewinnen will, aber nicht unbedingt gewinnen muss“, erklärte der Coach. „Berlin ist eine Mannschaft die mit dem vorhandenen Potential am Saisonende eigentlich unter den ersten Drei landen muss. Die Kieler Ziele und der Anspruch sind bekannt.“  

Ziele formuliert er wegen der angespannten Personalsituation eher vage: „Wir müssen abwarten. Natürlich wollen wir die nötigen Punkte für den Klassenerhalt sammeln. In unserer Situation denken wir momentan aber nur von Spiel zu Spiel. Wir müssen erst einmal durch die ersten Wochen kommen“, sagte Wandschneider. „Wichtig ist, dass wir jetzt alles hinter uns lassen, was uns belastet. Dann können wir angreifen.“ Er selbst will mit gutem Beispiel vorangehen, denn der Glaube in seine Schützlinge ist trotz aller Widrigkeiten groß: „Sie haben alle ein großes Herz. Ich werde für sie durchs Feuer gehen.“