HSG Wetzlar kāmpft tapfere "Recken" nieder!

DKB Handball-Bundesliga

4096 Zuschauer von packender Partie gegen TSV Hannover-Burgdorf begeistert - Joli und Weber treffen sieben Mal für Grün-Weißen

Was für ein Spiel! Mit 29:27 (16:13) haben die Handballer die HSG Wetzlar in einer packenden Bundesligapartie die TSV Hannover/Burgdorf niedergekämpft. Trotz allem war es ein Wechselbad der Gefühle, durch das die 4096 Zuschauer geschickt wurden. Denn es sah abwechselnd nach Sieg und Niederlage aus. Am Ende behielten die Grün-Weißen die zwei Punkte und setzten sich ins Mittelfeld der Tabelle ab.

Hannover kam besser in die Partie, markierte in der zweiten Minute das 2:0, ehe die HSG richtig wach wurde. In der Folge behaupteten die Gäste zunächst die Führung, es war ein munteres Scheibenschießen und so stand es nach zehn Minuten 7:7. Eine Minute später erfolgte bei Wetzlar der erste Torwartwechsel. José »Jota« Hombrados kam für den glücklos agierenden Andreas Wolff und führte sich gleich gut ein. Die Paraden des Spaniers nutzte Steffen Fäth zur ersten HSG-Führung (10:9). Hombrados und eine stabiler agierende Wetzlarer Abwehr machte den Gästen mehr und mehr zu schaffen. Hannover wurde ins Zeitspiel getrieben, doch die erste Zwei-Tore-Führung der Grün-Weißen sollte erst mit dem Siebenmetertreffer von Guillaume Joli in der 22. Minute gelingen. Eiskalt verwandelte er an diesem Abend alle vier Siebenmeter und netzte noch dreimal von außen ein. Stark in der ersten Hälfte auch die Achse Ivano Balic/Sebastian Weber. Etliche Kreisanspiele gelangen dem Kroaten, die Weber insgesamt siebenmal verwerten konnte.

»Die versetzte 5:1-Abwehr und ›Jota‹ haben die Wende gebracht. Dadurch konnten wir ein paar Gegenstöße laufen«, lobte HSG-Trainer Kai Wandschneider. Und auch Abwehrchef Evars Klesniks erklärte: »Abwehr und Torwart haben heute gut gespielt, und im Angriff haben wir bis zur klaren Torchance durchgespielt.« Der HSG-Express nahm weiter Fahrt auf. Joli mit einem Dreierpack zum 14:10 und hinten Hombrados, der die TSV-Angreifer zur Verzweiflung trieb. Nach dem 16:11 von Florian Laudt in Unterzahl (29.) gelangen Hannover noch zwei Treffer, sodass es mit 16:13 in die Pause ging.

Nach Wiederanpfiff machte Wetzlar weiter Druck. Weber markierte das 17:13, Hombrados hielt, und schon stand es in der 34. Minute nach einem Gegenstoß von Kristian Bliznac 19:14. »Wir haben viel zu lange gebraucht, um in die Abwehr zu kommen«, bemängelte TSV-Coach Christopher Nordmeyer, der für den Ex-Wetzlarer Nikolai Weber Martin Ziemer ins Tor brachte. Der war sofort präsent, verlieh der TSV-Abwehr mehr Sicherheit. Wenig später später traf Lars Lehnhoff zum 21:22, und das große Zittern begann.

Wandschneider brachte Jens Tiedtke für Christian Rompf auf Linksaußen, Tobias Hahn kam für Joli und auch Wolff kehrte ins Tor zurück. Wetzlar blieb vorn und profitierte von der Erfahrung eines Ivano Balic, der jederzeit die Übersicht behielt. Vor dem Anspiel an Weber in der 51. Minute (27:25) tanzte er drei Gegner auf dem berühmten Bierdeckel aus, tippte noch einmal, ehe er die Kugel zum Kreisläufer bugsierte.

Nach dem 27:28-Anschlusstreffer von Lehnhoff wurde es zäh. Beiden Seiten waren mit ihren Kräften am Ende und so wollte kein überzeugender Angriff gelingen. »Das war am Ende ein echtes Zitterspiel. Die TSV hätte zum Ausgleich kommen oder sogar gewinnen können. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft«, lobte Wandschneider.

Als die Uhr auf der Anzeigetafel bis auf 59:32 vorgerückt war, erlöste Weber den Wetzlarer Anhang mit seinem Treffer zum 29:27-Endstand. »Wir haben ein, zwei Chancen liegen lassen, und Hannover hat das sofort bestraft. Darum wurde es nochmal eng«, sagte der Siegtorschütze, der fix und fertig war. »Fünf Minuten wären am Ende noch gegangen, mehr nicht«, lachte Weber. Beim TSV war die Enttäuschung groß. »15 Minuten gut verteidigen reicht eben nicht«, meinte Nordmeyer. TSV-Geschäftsführer Benjamin Chatton brachte es auf den Punkt: »Die HSG hat uns fünf-, sechsmal freundlich aufgefordertk, den Ausgleich zu machen. Aber als guter Gast haben wir das nicht angenommen.«

HSG Wetzlar: Hombrados, Wolff; Lipovina (4), Tiedtke (1), Rompf (1), Weber (7), Laudt (1), Fäth (4), Hahn (1), Bliznac (2), Joli (7/4), Balic (1), Klesniks.

TSV Hannover/Burgdorf: Ziemer, Weber; Andreu (2), Hykkerud (5), Lehnhoff (4/1), Häfner (6), Szücs, Sevaljevic (1), Karason, Yannick Dräger, Maurice Dräger, Pollex, Christophersen (6), Kastening (3).

Quelle: Gießener Allgemeine