HSG Wetzlar kündigt Kreisläufer Kari K. Kristjansson fristlos!

DKB Handball-Bundesliga

Isländer spielt trotz Krankschreibung und ohne Wissen des Clubs in der EM-Qualifikation

Der Handball-Bundesligist HSG Wetzlar hat sich heute mit sofortiger Wirkung von Kreisläufer Kari Kristjan Kristjansson getrennt. Die Mittelhessen sprachen dem 28jährigen heute die fristlose Kündigung aus, nachdem dieser trotz offizieller Krankschreibung durch den Mannschaftsarzt des Clubs und ohne seinen Arbeitgeber zu informieren am gestrigen Abend im EM-Qualifikationsspiel der isländischen Nationalmannschaft in Slowenien zum Einsatz gekommen war.

„Ich habe das Spiel live im Internet verfolgt und wäre ehrlich gesagt beinahe vom Sofa gefallen, als ich gesehen habe, dass Kari für Island spielt. Wir alle sind fassungslos, unendlich enttäuscht und extrem verärgert über sein Verhalten“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp, der dem zuletzt am Rücken operierten Isländer zuletzt nach Absprache mit Aufsichtsrat und Trainer Kai Wandschneider gestattet hatte, während der einwöchigen Länderspielpause in seine Heimat zu fliegen, um sich dort weiter an seiner Rückenverletzung behandeln zu lassen bzw. Reha-Maßnahmen zu betreiben. „Dass er diese wohlwollende Geste unsererseits dazu genutzt hat, um sich offensichtlich in Island der Nationalmannschaft anzuschließen, ohne unser Wissen mit dem Team nach Slowenien zu reisen und dort auch noch trotz gültiger Krankschreibung zu spielen, ist nicht nur ein absoluter Vertrauensbruch und ein Affront gegen unseren Club und unsere Mannschaft sondern auch ein klarer Verstoß gegen den Arbeitsvertrag.“

Aus diesem Grund sahen sich die Verantwortlichen der HSG Wetzlar heute gezwungen in aller Konsequenz zu handeln und dem 28jährigen die fristlose Kündigung auszusprechen. „Unter diesen Umständen ist eine weitere Zusammenarbeit unmöglich und auch von Clubseite nicht mehr gewünscht“, so Björn Seipp, der am Vormittag auch die Mannschaft über den „Vorfall“ informiert hatte. „Im Sport geht es um Teamgeist und Fairplay – all das wurde von dem Spieler mit Füßen getreten. Wir fühlen uns von dem Spieler bewusst hintergangen.“

Der Vertrag des Isländers wäre eigentlich noch bis zum 30.06.2013 gelaufen, nunmehr endet er mit dem heutigen Tage. Der 28jährige war Ende Februar 2013 am Rücken operiert worden, ist seitdem krankgeschrieben und hätte nach Feststellung der behandelnden Ärzte frühestens in zwei bis drei Wochen wieder voll trainieren und gegebenenfalls spielen dürfen.