HSG Wetzlar lässt müden Balingern zum Jahresausklang keine Chance!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen bezwingen „Gallier von der Alb“ deutlich mit 25:17 (12:10) vor ausverkauftem Haus – Sonderlob vom Trainer für Lipovina und Berggren

Mit einer überzeugenden Leistung in der zweiten Halbzeit gegen die HBW Balingen-Weilstetten setzte sich die HSG Wetzlar zum Start der Rückrunde der Handball-Bundesliga mit 25:17 (12:10) durch, bescherte sich zu Weihnachten die Punkte 19 und 20 und geht auf dem siebten Platz in die Winter- und Weltmeisterschaftspause.

In einer umkämpften Anfangsphase vor ausverkauftem Haus strich während einer intensiven Abwehraktion als erstes das Trikot von Stefan Kneer die Segel. Keine fünf Minuten hielt das Textil der Belastung stand, in denen Balingen zeigte, dass man sich keineswegs kampflos ergeben würde. Die HBW ging sogar mit 2:0 in Führung, ehe sich Stefan Cavor durchtankte und den 2:2-Ausgleich erzielte. Wetzlar stellte eine bewegliche und aufmerksame Abwehr, die die Gäste im Verlauf der Partie ein ums andere Mal ins Zeitspiel trieb. In der achten Minute gab es die erste Zeitstrafe gegen Tobias Werner, den wuchtigen Kreisläufer der Gäste, der es nicht zum Wechsel schaffte. Philipp Weber nutzte die Überzahl zum 3:3. Balingen agierte in Unterzahl mit dem zusätzlichen Feldspieler auf Kosten des Torhüters, doch daraus konnte die HSG keinen Nutzen ziehen. Aber aus den Ballverlusten des HBW. Einmal den Ball vertändelt, der zweite landete an der Latte. Jannik Kohlbacher und Kristian Björnsen ließen sich nicht lange bitten und erhöhten beide per Gegenstoß auf 5:3 (11.). Balingen versuchte in der Abwehr wechselseitig Weber und Cavor aus dem Spiel zu nehmen, so konnte Yves Kunkel eine Zeitstrafe von Kohlbacher zur 8:7-Führung nutzen. HSG-Trainer Kai Wandschneider legte die Grüne Karte auf den Tisch und bat seine Mannschaft zur Besprechung. Emil Berggren kam nun für Filip Mirkulovski, kurze Zeit später ersetzte Vladan Lipovina im rechten Rückraum Cavor, und Tobias Hahn kam für Björnsen in die Partie. Vor allem Berggren schaffte es, mit unorthodoxen Aktionen zu punkten. Hinzu kam ein Benjamin Buric, der gegen Ende der ersten Halbzeit aufdrehte und Balingen reihenweise die Bälle abknöpfte. In den letzten fünf Minuten kam noch Anton Lindskog für den glücklosen Kohlbacher, ehe Berggren per Schlusssprung die Kugel zum 9:9 einschweißte. Es schien das Signal zum Endspurt, den die Grün-Weißen mit 12:10 zur Halbzeit beendeten. 

In der zweiten Hälfte gelang es den Gästen noch bis zur 37. Minute auf Augenhöhe zu bleiben. Berggren brachte per Bauerntrick das Leder zum 15:13 unter, und in der Folge gingen den Gästen spürbar die Kräfte aus. Balingen fand im Angriff kaum noch Mittel gegen das Wetzlarer Abwehrbollwerk. Technische Fehler, Fehlwürfe und ins Zeitspiel getrieben, mussten die Gäste zusehen, wie die HSG auf 18:13 durch Lipovina wegzog. HBW-Coach Rúnar Sigtryggsson unterbrach den Torreigen augenblicklich mit einer Auszeit, doch seine Mannschaft schaffte es nicht mehr, den Hebel umzulegen. Pascal Hens, der erneut zum Zuschauen verdammt war, erklärte: "Unser Akku war leer. Die vielen Verletzten haben ihre Spuren hinterlassen. Wir haben gegen Stuttgart schon alles rausgehauen. Gegen die Power von Wetzlar hatten wir am Ende nichts mehr gegen zu setzen." 

Mirkulovski zum 20:15 (48.), Lindskog zum 23:15 (53.) – und die Halle stand bei der La-Ola-Welle Kopf. Balingen agierte im Angriff in den letzten Minuten ohne den entnervten Ex-Wetzlarer Lars Friedrich, der nach zwei Treffern seinen Meister in Buric gefunden hatte. Ohne Linkshänder und Ideen im Angriff hielt Balingen dem Druck auch in der Abwehr nicht mehr stand. Lipovina drosch die Kugel zum 24:15 in die Maschen, hinten kam Nikolai Weber für Buric. "Ein guter Torhüter und unsere gute Abwehr haben den Grundstein gelegt", freute sich Lipovina über den Sieg. Er war es auch, der mit dem Schlusspfiff zum 25:17-Endstand einnetzte. 

Rückkehrer Philipp Pöter meinte nach dem Spiel: "Es tut gut, die Atmosphäre zu spüren. Nach den vielen Höhen und Tiefen in diesem Jahr brenne ich darauf, der Mannschaft in der Rückrunde wieder helfen zu können." Abwehrchef Evars Klesniks brachte Stimmung und Einsatz seiner Mannschaft auf den Punkt: "Die zwei Punkte, die wir wollten, haben wir uns geholt. Ganz einfach." Wandschneider fand nur lobende Worte für seine Jungs. "Unsere Abwehr war das ganze Spiel über stark, aber vor allem nach hinten raus, wo wir nur wenige Tore kassiert haben. Balingen hat aus den Mitteln, die sie individuell zur Verfügung hatten, alles herausgeholt. Wir mussten sehen, dass wir gegen die Übergänge von Balingen gut verteidigen. Das haben wir sehr gut gemacht."

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber; Kneer (1), Lipovina (8), Björnsen (2/1), Mirkulovski (2), Philipp Weber (3), Hahn (1), Berggren (3), Kvist, Klesniks, Lindskog (2), Cavor (2), Kohlbacher (1). 

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva, Johannesson; Foth(1), Wagner, Flohr, Hausmann, Friedrich (2), Nothdurft, Kolodziej, Strobel (1), Kunkel (8/2), Stegefelt (4), Dominikovic, Remmlinger (1). 

Schiedsrichter: Hartmann/Schneider (Barleben/Irxleben). – Zuschauer: 4421. – Zeitstrafen: 8:10 Min. – Siebenmeter: 1/1:2/2.

Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung