HSG Wetzlar landet in Balingen nächsten „big point“-Sieg!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen schlagen „Gallier von der Alb“ in Hexenkessel SparkassenArena mit 26:22 (12:9) - Philipp Weber und Filip Mirkulovski ragen aus geschlossener Mannschaft heraus

Die Bundesliga-Handballer der HSG Wetzlar haben im dritten Spiel der Saison den zweiten Sieg gefeiert. Nach dem Sensationserfolg gegen den THW Kiel in eigener Halle schlugen die Grün-Weißen nur vier Tage später HBW Balingen-Weilstetten in der SparkassenArena mit 26:22 (12:9). Dabei lagen die Mittelhessen während der umkämpften 60 Minuten nie in Rückstand und feierten einen ebenso wichtigen wie verdienten Auswärtserfolg.

Aus einer geschlossenen Mannschaftsleistung ragten dabei Philipp Weber mit elf Treffern und Regisseur Filip Mirkulovski heraus, der von Trainer Kai Wandschneider nach dem Spiel ein Sonderlob erhielt. „Filip spielt seit Saisonbeginn mit einem Bänder- und Kapselriss. Was er leistet ist beinahe unmenschlich“, so der Coach, der sich „sehr, sehr zufrieden“ zeigte.

Vor 2.250 Zuschauern begannen die Gastgeber mit einer offensiven 5:1-Deckung, was die Mittelhessen jedoch nicht sonderlich überraschte. Vom Trainer gut eingestellt gingen die Grün-Weißen nicht höchstes Tempo, sondern nahmen bei drei Spielen in acht Tagen bewusst das Tempo aus dem Spiel, um konzentrierte Angriffe zu fahren. 

Rechtsaußen Kristian Björnsen eröffnete in der 2. Minute den Torreigen. Doch Balingen blieb dran, allen voran weil es die „Gallier von der Alb“ immer wieder verstanden ihre Kreisläufer geschickt ins Spiel zu bringen. In der 15. Minute verwandelte Philipp Weber dann jedoch seinen dritten Siebenmeter zur 7:5-Gästeführung. Doch in der 25. Minute war es „Matti“ Flohr, der erneut vom Kreis zum 9:9 ausgleichen konnte. Das Balinger Publikum raste nunmehr, doch die Gäste aus Mittelhessen ließen sich nicht beeindrucken. Die dann kompakte Abwehr erkämpfte sich einige Bälle, die Philipp Weber und zweimal Kasper Kvist zur 12:9-Halbzeitführung nutzten. Der dänische Linksaußen traf mit der Pausensirene zur Drei-Tore-Führung.

Auch nach dem Wechsel ließen sich die Hessen von der hitzigen Atmosphäre in der SparkassenArena nicht aus dem Tritt bringen und zogen zunächst souverän ihr Spiel durch. Angetrieben von einem umsichtigen Regisseur Filip Mirkulovski war es in der 38. Minute Vladan Lipovina, der per Gegenstoß zum 16:12 traf. Kurz später leuchtete nach einem weiteren verwandelten Siebenmeter von Philipp Weber eine 17:13-Führung von der Anzeigetafel. 

Doch dann zeigten die Gastgeber Charakter und erhöhten den Druck. Zahlreiche leichte Fehler, der Mittelhessen brachten die Schwaben zurück ins Spiel, so dass diese innerhalb von nur fünf Minuten zum 17:17 ausgleichen konnten. HBW-Kapitän Martin Strobel hatte aus dem Rückraum getroffen. „Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Befürchtung, dass die Partie kippt“, gab Trainer Kai Wandschneider nach dem Spiel offen zu.

Doch so weit kam es nicht, da Wetzlar nach dem Ausgleichstreffer unglaubliche Moral zeigte und durch jeweils zwei Treffer von Joao Ferraz und Philipp Weber wieder auf 21.18 davon zog (52.). Als dann vier Minuten später Kristian Björnsen von Rechtsaußen zum 23:19 traf, war die Partie endgültig zugunsten der Gäste entschieden. Am Ende leuchtete ein 26:22-Erfolg von der Anzeigetafel und die Wetzlarer Spieler tanzten im Kreis. 

„Was die Jungs derzeit abliefert ist sensationell. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir die Ausfälle von Philipp Pöter und Max Holst zu verkraften hatten“, freute sich auch Geschäftsführer Björn Seipp, der den Trainern Kai Wandschneider und Jasmin Camdzic ein großes Kompliment aussprach. „Sie haben es exzellent verstanden, aus diesem neuformierten Team in kürzester Zeit eine echte Mannschaft zu formen.“  

Nunmehr bleiben den Mittelhessen acht Tage Zeit, um neue Kräfte zu sammeln und sich konzentriert auf den nächsten Gegner einzustellen. Am kommenden Sonntag müssen die Grün-Weißen beim TSV Hannover-Burgdorf ran.

Stenogramm:

HBW Balingen-Weilstetten: Mrkva, Johannesson; Hens (3), Fäth (1), Flor (2), Hausmann (1), Friedrich, Nothdurft, Strobel (4), Kunkel (5/3), Krieg (2), Stegefelt, Klitsch (4), Dominikovic. Trainer: Runar Sigtryggsson

HSG Wetzlar: Buric, Nikolai Weber; Kneer, Lipovina (1), Björnsen (3), Ferraz (4), Mirkulovski (1), Philipp Weber (11/6), Hahn, Berggren, Kvist (4), Klesniks (1), Lindskog, Kohlbacher (1). Trainer: Kai Wandschneider

Schiedsrichter: Martin Thöne/Marijo Zupanovic - Siebenmeter: 4/3 - 7/6 - Rote Karte: Fäth (46.), Ilitsch (58.), beide 3 x 2 Minuten - Zuschauer: 2.250.