HSG Wetzlar legt gegen HBW Balingen-Weilstetten nach!

DKB Handball-Bundesliga

Nach 30:28-Heimsieg über Schwaben feiern Mittelhessen Pluspunkte 20 und 21 - Eingewechselte Dahl und Bliznac ragen aus Team heraus!

Es war das dritte Aufeinandertreffen in einem Pflichtspiel im Laufe der aktuellen Saison zwischen der HSG Wetzlar und der HBW Balingen Weilstetten. Und auch diese Partie konnten die Mittelhessen mit 30:28 (12:12) für sich entscheiden und machte damit einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Die Gäste aus Balingen indes müssen weiter kräftig zittern, ob sie auch in der kommenden Saison zur Belletage des deutschen Handballs zählen. 

Sehr konzentriert und engagiert begannen dann auch die beiden Deckungsreihen beider Teams und ließen nur wenige Aktionen der gegnerischen Angreifer zu. So diszipliniert beide auch in ihren Angriffsbemühungen vorgingen, letztlich fehlte entweder der entscheidende Druck oder die Abwehrreihen, in Verbindung mit den beiden Keepern, fischten sich des Gegners Bälle. So war es kaum verwunderlich, dass es nach 14 Minuten gerade einmal 5:5 stand. Doch nun kamen die Grün-Weißen immer besser ins Spiel, was nicht zuletzt an der Hereinnahme von Spielmacher Ivano Balic lag. Der Welthandballer sorgte mit einfachen Übergängen gemeinsam mit Steffen Fäth für viel Unruhe und Wetzlar setzte sich auf 9:6 (21.) ab. Doch nun schien der Lauf der Domstädter wie abgeschnitten. 

Balingen blieb ruhig und ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Wetzlar wollte nun zu schnell zu viel und leistete sich zu viele einfache technische Fehler und verhalf den Gästen damit zurück ins Spiel. Ein 3:0-Lauf von Häfner, Schlinger und Theuerkauf sorgte für den Ausgleich und Kai Wandschneider sah sich genötigt, mit einer Auszeit, wieder Ordnung ins Spiel seiner Mannschaft zu bringen. Doch die gewünschte Rückkehr in die Erfolgsspur blieb aus. Das Spiel wog nun hin und her und Balingen zumeist mit einer Nasenlänge hinten dran. Aus der Pause heraus schien sich den Zuschauern in der Rittal Arena plötzlich ein komplett anderes Spiel präsentiert zu werden. Waren es in der ersten Hälfte noch sehr konzentrierte und engagierte Abwehrreihen, so waren es nun die Angreifer, die die Akzente setzten. Die Folge war ein immer besser aufspielender Gast. Besonders über die Kreisläuferposition knackte Balingen zunehmend die immer zahnloser wirkende 6:0 Deckung der Wetzlarer ein ums andere Mal. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Gäste beim 22:20 (45.) mehrfach den Sack hätten zumachen können. Doch Wandschneider reagierte mit einer weiteren Auszeit und beorderte Balic nun als versetzten „Indiander“ vor die Deckung. Zudem kam nun Magnus Dahl für den zwar gut haltenden, aber zunehmend glückloseren Andi Wolff ins Spiel. 

Diese beiden Wechsel und der Tausch von Kristian Bliznac für Steffen Fäth waren die Trümpfe. Balic brachte das Angriffsspiel der Gäste zunehmend ins Stocken, dies nicht zuletzt, weil Balingen gegen Ende mehrfach durch Zeitstrafen dezimiert agieren musste. Dahl hielt wichtige Bälle und Bliznac sorgte mit fünf Treffern im Angriff für die Wende. Ivano Balic war es dann, der mit dem 24:23 (50.) erstmalig seit der 35. Minute wieder eine Führung für seine Farben erzielen konnte. Diese konnte der starke Martin Strobel zwar noch einmal ausgleichen, aber ein 5:0-Lauf zum 29:24 (56.) brachte die HSG Wetzlar, trotz zahlreicher Unterzeichen auf beiden Seiten, schlussendlich auf die Siegerstraße. Im Gefühl des sicheren Sieges ließen die HSG-Akteure nun ein wenig den Schlendrian einziehen, was deren Trainer die Zornesröte ins Gesicht trieb. Letztlich brachten die Hausherren aber den Sieg über die Zeit und haben nun mit 21 Punkten alle Chancen, den Klassenerhalt klar zu machen.

HSG Wetzlar: Dahl, Wolff, Schmidt (2/1), Prieto, Tiedtke (4), Weber, Tönnesen (8/4), Reichmann (2), Laudt, Fäth (2), Bliznac (5),  Hahn (4), Balic (3), Klesniks.

HBW Balingen Weilstetten: Rutschmann, Katsigiannis; Foth, König, Tubic (1), Schlinger (3), Wolfgang Strobel (1), Theuerkauf (6), Martin Strobel (6), Häfner (6), Ilitsch (2), Billek (1), Liniger (2/1)

Schiedsrichter: Grobe/ Kinzel (Braunschweig/Bochum) – Zuschauer: 4.028  – Zeitstrafen: 6:10  (Wetzlar: Klesniks, Reichmann, Schmidt – Schlinger, Tubic, Theuerkauf, Ilitsch, Bank) – Strafwürfe: 6:5/1:1

 

Stimmen zum Spiel:

Markus Gaugisch (Trainer HBW Balingen-Weilstetten): „Gratulation an die HSG Wetzlar. Ich denke, wir können uns heute keinen Vorwurf machen, wir haben gefightet ohne Ende und alles versucht. In der zweiten Halbzeit haben wir lange sehr gut agiert und sogar geführt. Dann allerdings kam eine Phase, in der wir permanent in Unterzahl spielen mussten, da haben wir dann die entscheidenden Gegentore bekommen und waren zudem im Angriff extrem limitiert in unseren Möglichkeiten. Und wenn ein Spiel so läuft, dann reicht es eben auswärts nicht zu einem Punktgewinn.“

Christoph Theuerkauf (Spieler HBW Balingen-Weilstetten): „Wir haben es heute einfach nicht geschafft, den erspielten Vorsprung in der Mitte der zweiten Halbzeit über die Zeit zu bringen. Auswärts muss du einfach besser sein, als wir es heute waren. Auch wenn wir sicher lange auf Augenhöhe agiert haben, das hat heute eben nicht gereicht.“

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „Ich bin sehr froh und erleichtert, dass wir auch dieses Big-Point-Spiel gewonnen haben. Wir haben zu Beginn eine sehr gute 6:0 Abwehr gespielt und waren sehr gut vorbereitet und eingestellt. Dann kam die Phase, als wir 9:6 geführt haben, als wir einfach zu schnell zu viel wollten und dabei  zu viele leichte Fehler gemacht. Das war auch der Grund, weswegen uns zur Pause keine Führung vergönnt war. Balingen hat ein starkes Team und wir wussten ganz genau, dass deren Punktgewinn in Hamburg kein Zufall war. Schließlich entscheidend war die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr und der Torhüterwechsel. Im Angriff freut es mich wahnsinnig auch für Kristian Bliznac, der heute ein richtig tolles Spiel abgeliefert hat. Er hatte ja nicht immer so viele Einsatzzeiten im Angriff, umso höher ist diese Leistung heute zu bewerten. Ein wenig hat mich unser Leichtsinn am Ende bei klarer Fünef-Tore-Führung geärgert. Da verlange ich von meiner Mannschaft eben eine konzentrierte Einstellung, so eine klare Führung auch ins Ziel zu bringen. Alles in allem bin ich heute sehr erleichtert und zufrieden, ich denke, in der Gesamtheit des Spiels war der Sieg absolut verdient.“

Tobias Hahn (Spieler HSG Wetzlar): „Das war heute ein hartes und schweres Stück Arbeit. Wir hatten mehrfach die Chance uns deutlicher abzusetzen und wegzuziehen. Durch einfache Fehler und zu ungeduldige Aktionen allerdings haben wir uns bis Mitte der zweiten Halbzeit mehrfach immer wieder selber in die Bredouille gebracht. Zum Glück ist das gut gegangen und wir haben gewonnen.“

Björn Seipp (Geschäftsführer HSG Wetzlar): „Ich bin, wie sicher alle bei der HSG Wetzlar, heute sehr zufrieden und erleichtert. Besonders nach dem Sieg in Melsungen galt es heute nachzulegen. Das war eine tolle Leistung und man hat heute wieder gesehen, dass das gesamte Team an einem Kabel zieht. 21 Punkte sind eine tolle Ausgangslage und nun heißt es weiter arbeiten und konzentriert bleiben. Mein besonderer Dank gilt heute unseren Technikpartnern CB Akustik und KTB Musik. Wir hatten vorm Spiel einen Komplettausfall der Beschallungsanlage und die Jungs haben auch während des Spiels unermüdlich geackert, dass die Sache funktioniert und wir nicht mit einer Geisterstimmung spielen mussten, dafür vielen Dank!“