HSG Wetzlar macht es spannend!

DKB Handball-Bundesliga

Neun-Tore-Führung zur Halbzeit - Manaskov erneut bester Torschütze

Es war kein Spiel für schwache Nerven, das die 4032 Zuschauer am Samstagabend in der Wetzlarer Rittal-Arena zu sehen bekamen. Trotz einer zehn Tore Führung kurz nach der Pause gegen die TSG Ludwigshafen-Friesenheim mussten die Fans zwischenzeitlich noch zittern. Wetzlar fand allerdings rechtzeitig zurück in die Spur und konnte sich am Ende doch einen deutlichen 32:27 (20:11) Sieg erkämpfen.

Es dauerte ziemlich genau eine Viertelstunde ehe die HSG ins Spiel gefunden hatte. Zu nervös war man in die Partie gegen die Turn- und Sportgemeinde Friesenheim gestartet. Doch der Gegner konnte aus dieser Schwäche kein Profit schlagen. Verstolperte selbst mehrere Angriffe und scheiterte genauso wie Wetzlar wiederholt beim Abschluss vor dem Tor.

Mit dem Voranschreiten des Spiels kam Wetzlar jedoch immer besser in Fahrt und knapp zehn Minuten vor der Pause hatte die HSG das Heft fest in der Hand. Friesenheim fand in der Wetzlarer Abwehr keine Lücken mehr und die gewonnen Bälle konnten die Hausherren gleich mehrfach durch Tempogegenstöße verwerten. Vor allem HSG-Neuzugang Dejan Manaskov zeigte sich in dieser Phase bärenstark und war am Ende des Abends mit sieben Treffern erneut Top-Scorer auf Seiten der Wetzlarer. Gemeinsam mit Florian Laudt und Geburtstagskind Vladan Lipovina, der am Spieltag seinen 22. Geburtstag feierte, vergrößerte man den Abstand bis zur Pause auf neun Tore.

Nach der Halbzeit waren es dann allerdings die Gäste aus Friesenheim, die das Spiel bestimmten. Nach einer zwischenzeitlichen Zehn-Tore-Führung direkt nach der Pause, war der Vorsprung der Wetzlarer innerhalb von zehn Minuten auf fünf Tore zusammengeschrumpft. Insbesondere gegen die Würfe des Friesenheimer Rückraumspielers Bogdan Criciotoiu fand die HSG-Abwehr kein Rezept. Am Ende des Abends sollte er zehn Treffer im Wetzlarer Tor versenkt haben.

Der Faden im Spiel der HSG war gerissen und der Vorsprung schrumpfte weiter. In der 48. Minute waren es nur noch drei Tore (26:23), die beide Mannschaften voneinander trennten. HSG-Trainer Kai Wandschneider hatte zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Auszeiten genommen und Wetzlar verlor ein ums andere Mal den Ball im Angriff. Doch dann Schlug die Stunde von Ivano Balic, der sich knapp zehn Minuten vor Schluss mit einem Kraftakt durch die Friesenheimer Abwehr ackerte und seine Mannschaft mit diesem Ausrufezeichen aufrüttelte. Wetzlar agierte nun wieder ruhiger und sicherer. Friesenheim lief die Zeit davon, was zu überhasteten Abschlüssen auf Seiten der Gäste führte. Als Guillaume Joli dann kurz hintereinander zwei Siebenmeter sicher verwandelte machte Wetzlar den Sack, gut fünf Minuten vor Schluss, endgültig zu. Die HSG Wetzlar steht nach dem Sieg gegen Friesenheim nun auf Tabellenplatz neun der Handball-Bundesliga.

 

Stimmen zum Spiel:

Florian Laudt (HSG Wetzlar): „Wir haben ein bisschen nervös angefangen, uns dann in einen kleinen Rausch gespielt und zur Halbzeit hoch geführt. Aber jeder, der schon mal Handball gespielt hat weiß, dass es verdammt schwer ist, in der zweiten Halbzeit mit dem Vorsprung umzugehen. Wir haben es nicht gut gemacht, das Spiel am Ende dann aber doch noch routiniert nach Hause gebracht und die wichtigen Punkte geholt.“

Erik Schmidt (TSG Ludwigshafen-Friesenheim): „Ich denke wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren. Wir haben am Anfang gut mitgespielt, bis zum 8:7, dann verlieren wir den Ball und sind bis zur Halbzeit auf 20:11 hinten dran. Das wird dann ganz schwer so ein Spiel noch zu gewinnen. Am Ende hat dann vielleicht noch das Quäntchen Glück gefehlt, als wir mit drei Toren dran waren. Wetzlar hat auf jeden Fall verdient gewonnen. Das war heute eines unserer schlechteren Spiele.“

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar):

Wir haben nervös begonnen, gute Chancen herausgearbeitet, aber eben keine Tore erzielt, wobei einige Pfostentreffer auch dabei waren. Dann hatten wir einen richtigen Lauf und haben zehn Minuten Handball auf höchstem Niveau gespielt. Das war eine Augenweide! Dann wurde es aber noch mal eng. Friesenheim gibt nie auf und zählt für mich zu einer Überraschung der Saison. Zum Glück haben wir uns dann wieder gefangen. Das war eines der „Big Point“-Spiele – die wir gewinnen müssen. Zum Abschluss noch ein Sonderlob an Ivano Balic, der einmal mehr den Unterschied gemacht hat.

Thomas König (Trainer TSG Ludwigshafen-Friesenheim):

„Es war ein verdienter Sieg für Wetzlar. Was meine Mannschaft angeht: Wir haben über weite Strecken gut gespielt - bis auf die zehn Minuten ab der 20. Minute, die haben uns sehr weh getan.

In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft gezeigt, was in ihr steckt, gut gekämpft und ist bis auf drei Tore rangekommen. Wären die zehn Minuten in der ersten Halbzeit nicht gewesen, wäre eventuell mehr drin gewesen. Aber alles in allem eine ordentliche Leistung.

 

Stenogram:

Wetzlar: Wolff, Hombrados - Prieto, Lipovina (5), Manaskov (7), Weber (2), Tönnesen (5), Laudt (2), Fäth (2), Hahn, Bliznac (1), Joli (4), Balic (4), Klesniks.

Friesenheim: Klier, Bender - Grimm (3), Kogut (2), Dietrich (2), Lex, Just (1), Tesch (1), Hauk (4), Unger, Büdel (1), Schmidt (1), Kossler (2), Criciotoiu (10).

 

Schiedsrichter: Pawel Fratczak / Paulo Ribeiro

Zuschauer: 4032