HSG Wetzlar macht Kai Wandschneider vorzeitiges Geburtstagsgeschenk!

Bild: www.sportfoto-vogler.de

DKB Handball-Bundesliga

Handball-Erstligist schlägt HBW Balingen-Weilstetten deutlich mit 32:21 (16:10) – Laola-Welle schwappt durch Rittal Arena Wetzlar – Holst mit zehn Treffern

Am Montag feiert Kai Wandschneider seinen 56. Geburtstag! Zwei Tage zuvor haben die Spieler der HSG Wetzlar ihrem Trainer ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk gemacht. Mit 32:21 fertigten die Grün-Weißen in eigener Halle den Ligakonkurrenten HBW Balingen-Weilstetten ab und sicherten sich so den achten Saisonsieg. Mit 17:7-Punkten stehen die Mittelhessen aktuell auf einem sensationellen 4. Tabellenplatz in der DKB Handball-Bundesliga.

Vor 4.243 Zuschauern entwickelte sich zunächst eine ausgeglichene Partie, in der die ersatzgeschwächt angereisten Gäste durch Fabian Böhm nach 31 Sekunden mit 1:0 in Führung gingen. Ein Doppelpack von Wetzlars Nationalspieler Steffen Fäth sorgte kurz später für die erste Wetzlarer Führung. Doch die Partie blieb bis zum 4:4 ausgeglichen. In der 8. Minute war es dann erneut Steffen Fäth, der seine Farben aus dem Rückraum im Front warf – eine Führung, die die Mittelhessen danach nicht mehr aus der Hand gaben und von Minute zu Minute weiter ausbauten. Basis dessen war einmal mehr eine massive Defensive sowie ein überragender Torhüter Andreas Wolff, der allein im ersten Abschnitt elf Paraden zu verzeichnen hatte.

„Wir haben heute leidvoll erfahren müssen, warum Wetzlar in dieser Saison bislang so erfolgreich spielt. Die Abwehr war enorm stark, mit einem glänzenden Andreas Wolff dahinter“, zollte nach dem Spiel auch HBW-Trainer Markus Gaugisch den Grün-Weißen Respekt. Wetzlar kam Mitte der ersten Halbzeit so immer wieder zu einfachen Toren aus der ersten und zweiten Welle. Abwehrchef Evars Klesniks traf so zum 7:4 (14.), Kristian Bliznac schraubte das Ergebnis in der 26. Minuten mit einem schönen Leger vom Kreis auf 14:8. Kapitän Steffen Fäth war es dann vorbehalten, mit der Halbzeitsirene den Treffer zum 16:10-Pausenstand zu erzielen.

„Das Spiel gegen Balingen hatte einen großen Aufforderungscharakter für meine Mannschaft“, wusste nach der Partie Kai Wandschneider zu berichten. „Es war klar, dass Balingen stark ersatzgeschwächt anreist und wir, auch aufgrund des Tabellenstandes, der Favorit sind. In solchen Ausgangslagen kann es vorkommen, dass man sich zu sicher fühlt und ein solches Spiel auf die leichte Schulter nimmt. Das haben unsere Spieler nicht gemacht und wie zuletzt immer Vollgas gegeben. Diese Einstellung und Moral macht mich stolz.“

Die zweite Halbzeit begann für die Gäste dann unglücklich. Wetzlars Portugiese Joao Ferraz tanzte Balingens Nationalspieler Martin Strobel aus und traf im ersten Angriff der Hausherren zum 17:10. Strobel zog dabei am Trikot des Linkshänders und musste für zwei Minuten auf die Bank. Nur wenige Minuten später traf den HBW-Spielmacher  das gleiche „Schicksal“. Die Hausherren nutzen diese Überzahlsituationen konzentriert und geschickt aus. In der 43. Minute leuchtete beim 21:11 die ersten Zehn-Tore-Führung der Grün-Weißen von der Anzeigetafel, was die begeisterten Zuschauer zu einer „Laola Welle“ veranlasste, während Gästecoach Markus Gaugisch die Auszeit nahm. 

Wetzlar spielte sich nun in einen Rausch und als Linksaußen Maximilian Holst sechs Minuten später, nach einem Kempa-Pass von Rechtsaußen Guillaume Joli zum 25:13 traf, kannte der Jubel in der Rittal Arena keine Grenzen mehr. Die Partie war längst entschieden und somit wechselte Kai Wandschneider munter durch, phasenweise gingen die Mittelhessen mit drei Kreisläufern im Angriff zu Werke – und das erfolgreich. Youngster Vladan Lipovina war es in der 58. Minuten vergönnt den 30. Treffer für seine Farben zu erzielen. Am Ende leuchtete ein auch in der Höhe verdientes 32:21 von der Anzeigetafel. Die HSG-Spieler bejubelten mit ihren Fans den fünften Heimsieg im sechsten Spiel, während die tapfer kämpfenden „Gallier von der Alb“ mit hängenden Köpfen in die Kabine schlurften. 

„Sicherlich haben wir derzeit einige Verletzungsprobleme, aber so wie wir uns heute phasenweise präsentiert haben, kann das nicht sein“, übte Markus Gaugisch in der Pressekonferenz nach dem Spiel deutliche Kritik und bekam dabei Unterstützung von Neu-Geschäftsführer Wolfgang Strobel: „Darüber wird zu reden sein!“

Anders natürlich die Mienen auf Wetzlarer Seite. „Wir haben Spieler, wie zum Beispiel Steffen Fäth, Evars Klesniks, Kristian Bliznac oder Andreas Wolff, die seit Wochen wie Maschinen Handball spielen – immer an der oberen Leistungsgrenze“, verteilte Kai Wandschneider reihenweise Komplimente. „Es macht unheimlichen Spaß mit den Jungs zu arbeiten und ich verspüre große Dankbarkeit und Demut, dass wir aktuell 17 Punkte eingefahren haben.“

Geschäftsführer Björn Seipp zog einmal mehr den Hut vor Spielern und Trainerteam. „Wir sollten diese Leistungen unserer Mannschaft nicht als selbstverständlich hinnehmen. Das ist das Ergebnis von harter Arbeit unter der Woche, in der auch wir dieser Tage mit Grippe und kleinere Wehwehchen zu kämpfen hatten, was keiner sieht oder liest. Umso höher ist auch dieser Auftritt heute wieder zu bewerten. Ich freue mich ganz besonders für Kai, dass die Mannschaft ihm heute ein so schönes, vorgezogenes Geburtstagsgeschenk gemacht hat.“

Die grün-weißen Fans feierte den Heimsieg in der Rittal Arena, in der die Mittelhessen  nunmehr saisonübergreifend in den vergangenen 19 Heimspielen 28:8 Punkte einfahren haben, noch bis in den späten Abend hinein. Die Wetzlarer Spieler, die nicht zu ihren Nationalmannschaften reisen, freuen sich nun über drei freie Tage.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Wolff, Nikolai Weber (ab 48.); Prieto, Lipovina (2), Ferraz (4), Sebastian Weber, Laudt (2), Holst (10/7), Fäth (7), Bliznac (2), Joli (2), Klesniks (1), Kohlbacher (1), Mirkulovski (1).

HBW Balingen-Weilstetten: Asanin, Baumeister (bei zwei Siebenmetern); Böhm (5), Foth, Nyokas, Thomann, Wilke (4), Theuerkauf (2), Kirsch (1), Strobel (4), Kunkel (3), Krieg, Ruß, Remmlinger (2).

Schiedsrichter: Behrens/Fasthoff. – Zuschauer: 4.243. – Siebenmeter: 7/7 – 6/5. – Strafminuten: 8/10.