HSG Wetzlar macht vorzeitig den Klassenerhalt perfekt!

DKB Handball-Bundesliga

Furioser Schlussspurt in Gummersbach sichert zwei Punkte.

Die HSG Wetzlar gehört auch in der Saison 2012/13 der Handball-Bundesliga der Männer an. Mit einem phänomenalen 25:24 (10:13)-Erfolg beim VfL Gummersbach machte das von Trainer Kai Wandschneider taktisch perfekt eingestellte Team am Mittwochabend vor 2100 Zuschauern im Oberbergischen den vorzeitigen Klassenerhalt perfekt.

Damit besiegelte die HSG den sofortigen Abstieg der Neulinge TV 05/07 Hüttenberg und Bergischer HC. »Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen und Charakter gezeigt«, freute sich Aufsichtsratmitglied Marty Weber, derweil das HSG-Team ausgelassen auf dem Gummersbacher Hallenparkett feierte, »jetzt werden wir mit unseren Fans am Samstag nach dem Spiel gegen Magdeburg eine Riesenparty steigen lassen.«

Beim 13:17 nach 36 Minuten schienen die Wetzlarer mit der letzten Auswärtspartie der Saison schon abgeschlossen zu haben. Als Trainer Kai Wandschneider die Deckung gegen immer stärker abbauende Gummersbacher aber immer offensiver stellte (3:3), Nikola Marinovic zwischen den Pfosten bei 16 Paraden zum Held wurde, Timo Salzer das Fernduell auf der Mitte gegen VfL-Talent Mahe immer deutlicher für sich entschied und allein im zweiten Abschnitt fünf Treffer erzielte, war die Wende aber eingeleitet. Selbst das Unvermögen, beim Stand von 21:21 in der 50. Minute eine 6:4-Überzahl nicht zu nutzen, ließ die kampf- und willensstärkeren Wetzlarer nicht mehr einbrechen. Der Durchbruch von Daniel Valo zum 25:23 in der 59. Minute ließ die 200 Anhänger aus Mittelhessen bereits den Klassenerhalt feiern, und als Nikolai Weber 15 Sekunden vor Schluss beim 25:24 den Siebenmeter von Nationalspieler Adrian Pfahl an die Hallendecke parierte, kannte der Jubel im Wetzlarer Lager keine Grenzen mehr.

Die ersten 25 Minuten hatte die HSG Wetzlar das Geschehen trotz Gummersbacher Handball-Euphorie – dem VfL war vor der Partie die Lizenz für die nächste Saison erteilt worden – weitgehend unter Kontrolle. Nikola Marinovic parierte zweimal freistehend gegen die durchgebrochenen Adrian Pfahl (19.) und Patrick Wiencek (26.) und hatte insgesamt achtmal die Hand im richtigen Moment am Ball. Die Abwehr arbeitete mit vollem Körpereinsatz und ließ vor allem gegen Kreisläufer Wiencek kaum etwas zu. Im Angriff erfüllte das Team mit langen Ballpassagen und geduldigem Abschluss die Vorgaben, wobei auf Halbrechts Daniel Valo und Steffen Fäth auf Halblinks mit jeweils drei Treffern die Duftmarken setzten.

Dennoch konnten sich die Hausherren von der 25. bis zur 29. Minute auf vier Treffer zum 13:9 absetzen. Der VfL legte tempomäßig noch einmal zu, die Mittelhessen kamen in den letzten fünf Minuten vor dem Wechsel nicht mehr hinterher. Im Kopf und auf den Beinen schneller, traf Igor Anic nach zwei mustergültigen Anspielen von Christoph Schindler in der zweiten und dritten Welle zweimal vom Kreis (11:9, 26./13:9, 30.) und ließ die Pausenführung dem Spielverlauf nach etwas zu hoch ausfallen.

Nach dem Wechsel waren die Salzer und Co. zunächst um Schadensbegrenzung bemüht, die Eigenfehlerquote zu senken und das Spiel zu beruhigen. Nach Fäths 12:14-Anschluss (33.) beorderte VfL-Coach Emir Kurtagic Vedran Zrnic zu dem Rückraumspieler, derweil sich Wetzlars Trainer Kai Wandschneider für eine offensive 4:2- bzw. 3:3-Variante entschied, um das VfL-Duo Mahe/Pfahl wieder zu kontrollieren. Als Jörg Lützelberger aber auf 17:13 (36.) für die Blau-Weißen erhöhte, drohten den Grün-Weißen dennoch die Felle davonzuschwimmen. Doch dann antworteten die Salzer, Valo, Fäth und Co. mit der besten Schlussphase der gesamten Bundesliga-Rückrunde, die den verdienten Klassenerhalt bedeutete. »Wir haben aufopferungsvoll gekämpft, nie den Glauben an uns verloren und am Ende die größeren Kraftreserven gehabt«, konnte Philipp Müller das Glück des vorzeitigen Klassenerhaltes kaum fassen und schob nach: »Jetzt können die Hüttenberger soviel Handkäs verschenken wie sie wollen. Das ist uns egal. Hauptsache wir sind weiter erstklassig.«


VfL Gummersbach: Ristovski, Rezar; Schindler (2), Krause (2), Putics (4), Dimitrjevic, Eisenkrätzer, Mahe (2), Pfahl (7/4), Gaubatz, Sprem, Zrnic (2), Anic (3), Wiencek, Lützelberger (2).

HSG Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt, Salzer (6), Valo (7), Jungwirth (4), Mraz, Müller (1), Chalkidis, Fäth (5), Friedrich (1/1), Kristjansson (1/1).

Im StenoSchiedsrichter: Fleisch/Rieber (Ostfildern/Nürtingen). – Zuschauer: 2100. – Torfilm: 0:2 (3.), 3:2 (9.), 5:3 (12.), 7:7 (20.), 9:9 (24.), 13:10 (30.); 17:13 (36.), 17:16 (39.), 20:17 (42.), 20:20 (48.), 21:22 (53.), 22:24 (56.), 23:25 (59.), 24:25 (Endstand). – Zeitstrafen: Schindler (47.), Krause (49., 56.), Sprem (49., alle Gummersbach); Chalkidis (46., Wetzlar), – Siebenmeter: 4/3:4/2.

 

Quelle: Gießener Allgemeine Zeitung