HSG Wetzlar meistert "Hürde" Neuhausen souverän!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen siegen deutlich mit 31:23 (16:10) - Nikolai Weber und Michael Müller verdienen sich Sonderlob des Trainers

Einen beeindruckenden Auftritt hat Handball-Bundesligist HSG Wetzlar am Samstag bei Neuling TV Neuhausen hingelegt. Bei den abstiegsbedrohten Schwaben ließ die Mannschaft von Trainer Kai Wandschneider von der ersten bis zur letzten Minute keinen Zweifel am Erfolg. Der fiel mit 31:23 (16:10) deutlich aus.

Nur, um einmal zu veranschaulichen, mit welchen Kapazitäten die HSG Wetzlar in Tübingen aufgetaucht ist: Kevin Schmidt (links) und Tobias Reichmann (rechts) zählen zu den besten Außenspielern der Liga, spielen nicht von ungefähr auch in der Nationalmannschaft. Dort zählt auch der Halblinke Steffen Fäth zu den aufstrebenden Kräften. Und dann gibt es noch den Linkshänder Michael Müller, derzeit nicht Nationalspieler, dafür aber in überragender Verfassung. Das Quartett fabrizierte zusammen 28 Tore, dem TV Neuhausen waren nur 23 vergönnt, weil Wetzlars Keeper Nikolai Weber mit starken Paraden einen richtigen Sahnetag erwischt hatte.

»Die HSG spielt einen Super-Handball. Das Spiel hat gezeigt, was wir können – und was wir noch nicht können«, sagte TVN-Trainer Markus Gaugisch. Sein Spielmacher Ferdinand Michalik wusste genau, warum sein Team auf verlorenem Posten stand. »Wetzlar hat von Beginn an immensen Druck aus dem Rückraum gemacht, kam dadurch zu schnellen und einfachen Toren.« Auch das Manko des TVN hatte er ausgemacht: »Wir sind mit der Abwehr nicht reingekommen, was überlebensnotwendig für unser Spiel ist. Zudem haben wir zu viel verballert.« Damit wäre erklärt, warum den Gastgebern schon recht früh das Spiel entglitten war. Die HSG führte nach zehn Minuten mit 6:3 (Steffen Fäth), nach einer Viertelstunde stand es 10:6 durch erneut Steffen Fäth für die Mittelhessen. Zehn Minuten brauchte der TV Neuhausen, ehe er wieder traf, da war beim 7:15 (Heib für den TVN) bereits die Vorentscheidung gefallen. »Ende der ersten Halbzeit hatten wir Probleme. Neuhausen hat sich als charakterstark erwiesen«, lobte Wetzlars Erfolgscoach Kai Wandschneider. In die Pause verabschiedeten sich die Grün-Weißen dennoch mit einem bemerkenswerten 16:10, für das Kevin Schmidt mit einem seiner drei verwandelten Siebenmeter sorgte.

Ein ähnliches Intermezzo war zu Beginn der zweiten Hälfte zu vermelden. 18:11 hatte Wetzlar geführt (32./Michael Müller), drei Zeigerumdrehungen später hegte der TVN nach einem verwandelten Siebenmeter von Philipp Keinath zum 14:18 wieder leise Hoffnungen, was der überragende Michael Müller mit zwei Treffern aber im Alleingang konterte. 27:18 stand es in der 46. Minute, der TVN kam durch Klaus Schuldt (2), Keinath und Schröder zwar noch einmal auf 22:27 (53.) heran. Spätestens, nachdem HSG-Keeper Weber einen Keinath-Siebenmeter gehalten hatte (55.), war die Messe aber gelesen, die beim 31:23 durch Philipp Müller dann beendet war.

Kein Wunder, dass Kai Wandschneider, der nach der frühen Verletzung von Jens Tiedtke ab der 13. Minute ohne gelernten Kreisläufer auskommen musste, sehr zufrieden war mit der Darbietung seines Teams. »Wir gehen von einer Zerrung bei Jens Tiedtke aus«, sagt Wandschneider, der aber der medizinischen Untersuchung am Montag nicht vorgreifen möchte und hofft, seinen Kreisläufer am 7. Mai im Heimspiel gegen die Füchse Berlin wieder einsetzen zu können. Für den Wetzlarer Trainer war in erster Linie bemerkenswert, dass der Ausfall von Jens Tiedtke auch von seiner Abwehr gut kompensiert wurde.
Sein Gegenüber Markus Gaugisch konnte mit der zweiten Halbzeit leben. »Dann verwerfen wir aber wieder den Ball. Bei der Fülle der Anforderungen in dieser Liga ist es vielleicht die eine oder andere zu viel.« Die HSG Wetzlar hat diese am Samstag in nahezu allen Bereichen erfüllt.

Stenogramm:

TV Neuhausen: Bauer, M. Becker; Theilinger (2), A. Becker (1), Schuldt (2), Keinath (5/2), Trost (1), Reusch (1), Schiller (2), Heib (2), Michalik (3), Büdel (2), Schröder (2).
HSG Wetzlar: Marinovic, Weber; Schmidt (9/3), Fridgeirsson, Tiedtke, Rompf, Valo, Mraz (2), Philipp Müller (1), Reichmann (7), Fäth (5), Michael Müller (7), Hahn, Harmandic.
Im Stenogramm / Siebenmeter: 4/2 (Schiller und Keinath scheitern):5/3 (Schmidt scheitert zweimal). - Zeitstrafen: Reusch, Michalik – Mraz. - Schiedsrichter: Damian/Wenz.. - Zuschauer: 2050. 

Quelle: Gießener Allgemeine