HSG Wetzlar mit bestem Saisonergebnis seit Erstligazugehörigkeit!

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen mit 37:31-Punkten am Rundenende auf Tabellenplatz sieben - Sechs Spieler verabschiedet - Gute Stimmung auf Saisonabschlussparty!

Mit einem 32:28-Sieg über den starken Aufsteiger GWD Minden setzt die HSG Wetzlar das „i-Tüpfelchen“ auf eine historische Spielzeit und beschenkt ihre treuen Fans mit einem erfolgreichen Rundenabschluss. Im direkten Anschluss an das letzte Heimspiel in der erfolgreichsten Saison der Erstliga-Geschichte des Clubs wurde es sehr emotional, da mit Nikolai Weber, Nikola Marinovic, Alois Mraz, Fannar Thor Fridgeirsson, Philipp und Michael Müller gleich sechs Spieler verabschiedet wurden. 

 

„Was die Mannschaft in dieser Spielzeit geschafft hat, sucht seines Gleichen. Einerseits bin ich sehr stolz auf die vollbrachte Leistung dieses charakterstarken Teams, andererseits verspüre ich Wehmut aufgrund der tollen Persönlichkeiten, die uns verlassen werden“, so HSG-Geschäftsführer Björn Seipp nach Spielende. 

 

Beim letzten Saisonspiel in eigener Halle konnte HSG-Übungsleiter Kai Wandschneider personell aus dem Vollen schöpfen. Dem gebürtigen Hamburger wurde vor dem Spiel eine große Ehre zuteil, da er mehrheitlich von den Trainerkollegen und Geschäftssführern der HBL zum besten Trainer der Saison 2012/2013 gewählt wurde und die Auszeichnung am gestrigen Nachmittag von HBL-Justiziar Andreas Thiel entgegen nahm. In gewohnt bescheidener Manier teilt Kai Wandschneider diesen Titel mit allen Beteiligten: „Nicht ich, sondern wir haben diese Auszeichnung erhalten. Ohne mein super Trainergespann, meine tolle Mannschaft und die Clubverantwortlichen wäre ich nicht zu diesem Preis gekommen.“ 

 

HSG überrollt Minden in den ersten 30 Minuten!

Am Samstagabend zeigte das Team um Kapitän Michael Müller mit einem sehenswerten Heimerfolg über GWD Minden, was ihr Trainer mit dieser Aussage meinte. Mit drei gehaltenen Bällen setzte Nikolai Weber in der Anfangsphase erste Ausrufezeichen und verhalf seiner Mannschaft zu einer 3:1-Führung (5.). Ein frühes Highlight setzte das Brüder-Duo Philipp und Michael Müller, das einen sehenswerten Kempa-Trick im Tor der Mindener unterbrachte. In der Offensive spielten die Domstädter konsequent die zweite Welle aus und hinter der kompakten Deckung spielte Weber weiterhin stark auf, sodass Gegner-Trainer Sead Hasanefendic nach nur zwölf Minuten, beim Stand von 2:6, zur ersten Auszeit gezwungen wurde. Die Mannen aus Ostwestfalen fanden in der ersten Viertelstunde kaum ins Spiel und konnten lediglich zwei Treffer vom Siebenmeter-Punkt erzielen. In der 17. Minute gab es dann einen Schreckensmoment für die HSG-Fans, da sich Nationalspieler Tobias Reichmann beim Wurf am Knöchel verletzte und mit Verdacht auf Bänderriss nicht mehr eingesetzt werden konnte. Nach 19 Minuten erzielte dann GWD-Kanonier Nenad Bilbija das erste Tor aus dem Spiel für seine Farben zum 3:10-Zwischenstand.

 

„In der ersten Halbzeit standen wir gut in der Deckung und haben mit Tempospiel den Grundstein für einen tollen Saisonabschluss gelegt“, sagte Routinier Alois Mraz, der sich nächste Saison für drei Jahre dem TV Hüttenberg anschließen wird. Kurz vor der Halbzeitpfiff erzürnte Mindens Rechtsaußen Aleksandar Svitlica mit einem Schlag in das Gesicht von Alois Mraz die Gemüter der Wetzlarer Fans. Die unumstrittene Konsequenz folgte mit der Roten Karte, die der Sünder vom souveränen Schiedsrichtergespann Baumgart/Wild für diese unsportliche Aktion gezeigt bekam. Spätestens der Treffer von HSG-Kreisläufer Jens Tiedtke per direktem Freiwurf zum Halbzeitstand von 17:9 sorgte wieder für ausgelassene Stimmung unter den Zuschauern in der gut gefüllten Rittal Arena. 

 

Schwächere zweite Halbzeit reicht zum Sieg

Den Start in die zweite Hälfte verschliefen die Hausherren ein wenig, so dass GWD Minden nach 35 Minuten auf 13:18 verkürzen konnte. Immer wieder suchten die Wetzlarer Rückraumspieler nun ihre Kreisläufer Tiedkte/Mraz, die einige Strafwürfe erkämpfen oder sich selber in die Torschützenliste eintragen konnten. Minden ließ sich indes nicht abschütteln und kämpfte sich in der 46. Minute auf 19:22 heran. Vor allem GWD-Kapitän Aljoscha Schmidt, ein gebürtiger Wetzlarer, und Nenad Bilbija setzten im Angriff nun die Akzente bei der Gastmannschaft. HSG-Trainer Kai Wandschneider reagiert elf Minuten vor Ende der Partie mit einer Auszeit, die seine Schützlinge wieder wachrüttelte. Mit drei schnellen Treffern nach der Auszeit rückten die Gastgeber dann die anfänglichen Kräfteverhältnisse wieder zurecht und baute die Führung auf 27:22 (51.) aus. 

 

„Wir haben im zweiten Durchgang viel zu nachlässig gespielt, so dass wir Minden völlig unnötig wieder in die Partie gebracht haben“, so Christian Rompf. Am Ende blieb es jedoch durchweg bei einem drei bis vier Tore Vorsprung, so dass auch Youngster Moritz Zörb noch einmal zum Einsatz kam und somit jeder Akteur der Hausherren Spielzeit bei diesem "grün-weißen Handballfest" bekam. Trotz einer leistungsschwächeren zweiten Halbzeit behielt die HSG Wetzlar also die letzten beiden zu vergeben Pluspunkte daheim und krönten damit eine glorreiche Saison 2012/2013. 

 

Nach dem Spiel ging die "Show" jedoch weiter in der Rittal-Arena. Nach den Dankesworten von Geschäftsführer Björn Seipp an Fans, Sponsoren, Mitarbeiter und Helfer des Clubs kam jeder Spieler, der im nächsten Jahr nicht mehr für die HSG Wetzlar auflaufen wird, zu Wort. Insbesondere die Abschiedsreden von Alois Mraz und Nikolai Weber ließen das ein oder andere Auge in der Rittal-Arena feucht werden. Die Verabschiedung bildete eine sehr emotionalen und auch gebührenden Abschluss einer „sensationellen Spielzeit“ (Zitat Seipp).

 

 

HSG Wetzlar: Marinovic, Weber - Schmidt, Fridgeirsson (8/5), Valo (2), Philipp Müller (3), Reichmann (1), Michael Müller (3), Hahn (3), Harmandic (3/3), Mraz (4), Rompf (3), Zörb. Tiedtke (5). 

TSV GWD Minden: Vortmann, Persson - Schmidt (11/5), Tesch (2), Doder (2), Oechsler, Svitlica (2), Klesniks (1), Steinert (5), Freitag, Südmeier (1), Torbrügge, Bilbija (4).

Zeitstrafen: 4:10 Minuten: HSG (Frigeirsson, M. Müller) – TSV GWD Minden (Südmeier, 2x Torbrügge, 2x Tesch) – Rote Karte: Svitlica (GWD Minden, 27. Minute) Strafwürfe: 6:5/5:5 -Schiedsrichter: Baumgart/Wild –Zuschauer: 4192.

 

 

Stimmen zum Spiel:

Kai Wandschneider: „Wir sind in Spiel super reingekommen und haben eine starke Deckung gestellt mit einem tollen Nikolai Weber dahinter. Es ist ein grandioser Sieg, da heute alle Platt waren nach dem Spiel gegen den THW Kiel. Es war also in der zweiten Halbzeit eine Kraftfrage. Doch diese kämpferische Einstellung zeichnet die Mannschaft schon die ganze Saison aus und deswegen haben wir verdient gewonnen heute.“

Nikolai Weber: „In der ersten Hälfte haben wir uns einen wichtigen Vorsprung erarbeitet. Natürlich hatte ich mir einen höheren Sieg nach dieser Anfangsphase erhofft, aber im Endeffekt bin ich sehr glücklich mit den zwei Punkten und noch glücklicher über diesen tollen Abschied. Wir haben die beste Saison seit 15 Jahren Erstligazugehörigkeit gespielt, also ist alles super!“

Tobias Hahn: „Die erste Halbzeit war nahezu perfekt. Auch wenn Minden in der zweiten Halbzeit nochmal heran kam, war der Sieg nicht wirklich in Gefahr. Ich freue mich sehr über die vollbrachte Leistung mit diesem tollen Team. Schade, dass so viele den Verein verlassen, aber so ist der Sport halt.“

Oliver Tesch: „Wir haben unsere Chancen vor allem in der ersten Hälfte einfach nicht verwertet. Auch wenn wir uns heran gekämpft haben, reichte es heute leider nicht für einen Sieg gegen diese abgezockte HSG Wetzlar. In der zweiten Halbzeit haben wir eine klasse Leistung geboten und haben uns nicht aufgegeben. Ich hoffe, dass unsere Fans trotzdem Spaß hatten.“