HSG Wetzlar mit Kantersieg zum neuen Erstliga-Punkterekord!

Bild: Leica Akademie/Oliver Richter

DKB Handball-Bundesliga

Mittelhessen schlagen vor 3.920 Zuschauern HC Erlangen mit 30:20 (14:12) - Team von Kai Wandschneider mit furioser zweiter Halbzeit

Die HSG Wetzlar bleibt in der DKB Handball-Bundesliga auch im siebten Spiel in Folge ungeschlagen. 13:1 Punkte holte das Team von Trainer Kai Wandschneider in den vergangenen Wochen und hat mit dem gestrigen 30:20-Kantersieg gegen den Neuntplatzierten HC Erlangen einen neuen, klubinternen Erstliga-Punktrekord aufgestellt. Mit aktuell 39:23 Zählern stehen die Mittelhessen auf Platz sechs der Tabelle und haben drei Spieltage vor Saisonende weiterhin fünf Punkte Vorsprung auf die starke Konkurrenz aus Melsungen und Leipzig.

Vor 3.920 Zuschauern begann die Partie fahrig. Vor allem die Hausherren machten überraschend viele Fehler im Angriff. „Wir hatten eine extrem nervöse erste Viertelstunde. Wir wollen vielleicht alles auf einmal, auch weil die Mannschaft wusste, dass es um den Rekord geht“, suchte HSG-Trainer Kai Wandschneider in der Pressekonferenz nach Erklärungen. "Wir waren da zu überhastet und haben in dieser Phase sechs technische Fehler gemacht. So lagen wir zurecht 5:8 hinten.“

Doch die Gastgeber ließen sich nicht verunsichern und gingen nach einer Auszeit ihres Coaches konzentrierter zu Werke. Allen voran die beiden Nationalspieler Philipp Weber und Jannik Kohlbacher fanden nun immer wieder Lücken im Erlangener Abwehrverbund. Dazu kam Torhüter Benjamin Buric besser ins Spiel. „Wir haben nach der Auszeit einfach ruhiger gespielt. Das hat sich ausgezahlt und wir sind mit einer Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit gegangen, was wichtig war - vor allem für die Köpfe meiner Spieler.“ Mit einem 14:12-Zwischenstand ging es für die Mittelhessen in die Kabinen.

Grün-Weiße mit zweiten 10 Tore-Heimsieg in Folge!

Nach der Pause konnte Erlangen zu Beginn noch ordentlich mithalten. 16:14 stand es nach 35 Minuten. Doch danach spielte, wie schon im Heimspiel vier zwei Wochen gegen Frisch Auf! Göppingen, nur noch ein Team groß auf - die HSG Wetzlar. "Mir fehlt noch die Erklärung, warum das Spiel am Ende so deutlich ausgefallen ist? Vielleicht fehlte nach drei Spielen in sechs Tagen etwas die Kraft? Wir hatten natürlich 20 Fehlwürfe, da ist es schwer ein Handballspiel zu gewinnen“, zog HC-Coach Robert Andersson nach der Partie leicht kopfschüttelnd Bilanz. „In der zweiten Halbzeit haben wir einfach kein Mittel mehr gegen eine bärenstarke Wetzlarer Abwehr und einen glänzenden Benjamin Buric gefunden. Dass man in der Rittal Arena verlieren kann, ist klar und keine Schande. Aber irgendwas hat gefehlt, um hier ein besseres Spiel zu machen und ein besseres Ergebnis einzufahren. Zum Schluss war es ein mehr als verdienter Sieg für Wetzlar!“

Zwischen der 37. und der 44. Spielminute zogen die Grün-Weißen im ersten Zwischenspurt von 18:15 auf 22:15 davon. Kasper Kvist, der von Trainer Kai Wandschneider ein Sonderlob erhielt, verwandelte einen seiner insgesamt sieben Siebenmeter. "Kasper war nicht gut ins Spiel gekommen, hat dann aber trotzdem Verantwortung übernommen und alle Strafwürfe sicher verwandelt, das ist einfach toll“, so der Coach. 

Kai Wandschneider: "Diese Mannschaft ist etwas ganz besonderes!"

Am Ende spielten die Mittelhessen vor ihren stimmungsgewaltigen Fans unaufhaltsam und feierten den zweiten 10 Tore-Heimsieg in Folge. "In der zweiten Halbzeit waren wir da und haben eine tolle mannschaftliche Geschlossenheit gezeigt. Jeder Spieler, der aufs Spielfeld gekommen ist, hat Vollgas gegeben. Heute war erstmals seit langer Zeit ein Spiel, in dem es für uns selbst um richtig viel ging - nämlich diesen Punkterekord aufzustellen. Das ist etwas Besonderes und wir sind sehr stolz, dass wir diese historische Leistung geschafft haben“, zeigte sich Wandschneider glücklich. "Diese Mannschaft ist einfach etwas ganz besonderes und darf das heute Abend mal richtig feiern!"

Die besten Torschützen der HSG Wetzlar waren am gestrigen Abend Kasper Kvist und Philipp Weber mit jeweils acht Treffern. Für Erlangen traf Martin Stranovsky fünf Mal.

Am Mittwochabend steht für die Mittelhessen dann das vorletzte Auswärtsspiel der Saison an. Die Grün-Weißen müssen beim abstiegsgefährdeten TBV Lemgo antreten.

Stenogramm:

HSG Wetzlar: Buric, N. Weber (n.e.); Kneer (1), Pöter, Mirkulovski (1), P. Weber (8/2), Kraft, Hahn (4), Berggren (n.e.), Kvist (8/7), Klesniks, Lindskog (2), Cavor (3), Kohlbacher (3).

HC Erlangen: Katsigiannis (1.-20.; 45.-60.), Huhnstock; Theilinger (3), Bayer, J. Link, Guardiola (1), Herbst, Haas, Rahmel (3), Stranovsky (5/1), Horak (1), N. Link (3), Thümmler (4).

Schiedsrichter: Robert Schulze/Tobias Tönnies. - Zuschauer: 3.920. - Siebenmeter:  10/9 - 1/1.